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Bulgaren und Rumänen in Dortmund

Mehr Zuwanderer aus Südosteuropa im Jahr 2017

Dortmund Um 6,7 Prozent ist im vergangenen Jahr die Zahl der Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien in Dortmund gestiegen. 538 Menschen aus den südosteuropäischen EU-Ländern kamen nach Dortmund. Die Stadt bietet Hilfe, kritisiert aber auch die fehlende Unterstützung des Landes, Bundes und der EU bei der Integration.

Mehr Zuwanderer aus Südosteuropa im Jahr 2017

In der Beratungsstelle „Willkommen Europa“ bekommen Zuwanderer aus Südosteuropa Rat und Hilfe. Foto: Peter Bandermann (Archiv)

Auch wenn der große Zustrom vorbei ist: Es kommen weiter Menschen aus Rumänien und Bulgarien nach Dortmund. 538 Neuzuwanderer aus den beiden südosteuropäischen EU-Ländern meldeten sich im vergangenen Jahr neu in der Stadt an – das waren 6,7 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. 2015 lag der Anstieg noch bei 20,1 Prozent im Vergleich zu 2014. 2016 bei 1 Prozent im Vergleich zu 2015. 8515 Rumänen und Bulgaren sind nach der aktuellen Bilanz, die die Verwaltung jetzt der Politik vorgelegt hat, in Dortmund gemeldet.

Damit liegt die Stadt nicht an der Spitze in Deutschland. 30.000 Rumänen und Bulgaren leben in München, 18.000 in Nürnberg. Der Anteil der Zuwanderer an der Gesamtbevölkerung ist in Offenbach mit 6,6 Prozent am höchsten. In Duisburg sind es 3,6 Prozent. Dortmund kommt dagegen nur auf 1,6 Prozent.

Viele Hilfsangebote aber auch Kritik

Die Probleme, die mit der Zuwanderung verbunden sind, sind deshalb allerdings nicht kleiner: angefangen von fehlenden Sprachkenntnissen über Armut bis zum fehlenden Krankenversicherungsschutz. Inzwischen ist aber ein Netz an Hilfsangeboten entstanden – die von freien Trägern eingerichtete „Anlaufstelle Willkommen Europa“ an der Bornstraße zum Beispiel oder das Projekt „Acasa“, mit dem Lotsen die soziale Eingliederung der Neuzuwanderer begleiten.

Was fehlt, ist weiterhin die Hilfe des Bundes. „Ich bin immer noch fassungslos, dass es auch über zehn Jahre nach den Beitritten noch immer Akteure bei Land, Bund und EU gibt, die nicht begreifen, dass ein großer Teil der Zuwanderer bei uns bleiben wird und dass es zu ihrer Integration keine vernünftige Alternative gibt“, beklagt Sozialdezernentin Birgit Zoerner. „Wir werden bei der Bewältigung der Integrationslasten mehr oder weniger allein gelassen“, kritisiert auch Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

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