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Folgen des Umweltskandals im Dortmunder Hafen

PCB-Sanierung des Envio-Geländes vor dem Start

Dortmund Sicherheit ist wieder oberstes Gebot, wenn in der nächsten Woche der letzte Schritt der PCB-Sanieurung auf dem Gelände der Skandalfirma Envon im Dortmunder Hafen beginnt. Dabei werden einige Hallen des früheren Recyclingbetriebs komplett verschwinden.

PCB-Sanierung des Envio-Geländes vor dem Start

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen beginnen die letzten Arbeiten zur PCB-Sanierung auf dem früheren Envio-Firmengelände im Hafen. Foto: Menne (Archiv)

„Die Baustelleneinrichtung steht schon. Nächste Woche geht es los“, kündigte Dr. Frank Niermöller, Geschäftsführer der Heitkamp Umwelttechnik am Donnerstagabend bei der Vorstellung der Sanierungsarbeiten an. Die beginnen damit fast genau acht Jahre nach Bekanntwerden des Skandals um unsachgemäßen Umgang mit PCB-belasteten Materialien auf dem Gelände der Envio Recycling GmbH an der Kanalstraße. Umwelt und Mitarbeiter waren stark mit den als krebserregend geltenden Stoffen belastet worden.

Das PCB-belastete Material war bereits seit 2014 in mehreren Schritten aus den Hallen geräumt und entsorgt worden. Übrig blieben die Gebäude, die ebenso wie Teile das Außengeländes noch immer mit PCB belastet sind. Diese Relikte sollen nun ebenfalls beseitigt werden.

Zwei Hallen vor dem Abriss

Wie, das erläuterten Vertreter der Bezirksregierung Arnsberg, die die Sanierung anstelle der insolventen Firma Envio Recycling in Auftrag gegeben hat, und Vertreter der beauftragten Unternehmen Heitkamp Umwelttechnik und Kluge am Donnerstagabend. Im Mittelpunkt stehen zwei Hallen auf dem Betriebsgelände nahe derr Kanalstraße. „Die Halle 1 ist sehr stark mit PCB belastet, die Halle 2 ist damit unmittelbar verbunden“, erklärte Joachim Schmied von der Bezirkregierung.

Die Sanierung beginnt mit der Demontage und Reinigung aller Einbauten in den Hallen von Krananlagen bis zu Rohren und Leitungen sowie der Decken. Der Boden in der Halle 1 wird dann abgefräst, die Wände mit extremem Wasserdruck abgestrahlt. Das PCB-belastete Fräsgut und die Deckendielen werden später in einer speziellen Anlage in den Niederlanden oder in Sachsen verbrannt. Am Ende werden die Hallen selbst bis auf die Bodenplatten abgebaut.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen

Alles geschieht unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen. In der Halle 1 wird mit Unterdruck und Absaugfilteranlagen gearbeitet. Die Hallen können nur über hermetisch abgeriegelte Personal- und Materialschleusen betreten werden. Die Mitarbeiter tragen eine Vollschutz-Ausrüstung und werden regelmäßig medizinisch untersucht.

Ähnlich aufwendig wird die Sanierung der asphaltierten Freiflächen rund um die Hallen. Auf einem Areal von 4700 Quadratmetern wird der oberste Zentimeter der Asphaltschicht abgefräst und unter einem staubdichten Schutz direkt abgesaugt. „Die Belastung liegt nur im obersten Zentimeter-Bereich“, berichtete Schmied. Insgesamt werden aber vier Zentimeter abgefräst, um anschließend eine neue Asphaltdecke in gleicher Höhe aufbringen zu können.

Messungen begleiten die Arbeiten

Alle Arbeiten werden von Gutachtern begleitet. Zusätzlich zu den drei Dauermessstellen im Hafenbereich und in den angrenzenden Kleingartenanlagen der Nordstadt gibt es fünf Messstellen auf dem Envio-Gelände, um zu überprüfen, ob PCB in die Umwelt gelangt.

Das alles braucht seine Zeit. „Wir rechnen mit einer Bauzeit bis Mitte November“, sagte Dr. Frank Niermöller. Dann soll die PCB-Belastung auf dem Gelände endgültig Geschichte sein.

Die Kosten für die Gesamtsanierung des Envio-Geländes wurden bislang auf 7,5 Millionen Euro geschätzt.

Bernd Müller, Umweltdezernent der Bezirksregierung Arnsberg, geht davon aus, dass man mit dieser Summe auskommen wird.

Da die Firma Envio Recycling Insolvenz angemeldet hat, werden die Kosten am Ende wohl am Steuerzahler hängenbleiben.

DORTMUND Eigentlich sollte die Sanierung der PCB-belasteten Hallen auf dem Envio-Gelände im Dortmunder Hafen Ende 2017 abgeschlossen sein. Die Ausschreibung der Arbeiten ist schon lange vorbereitet, kommt aber jetzt erst auf dem Markt. Ein ganzes Jahr lang ist nichts passiert. Wir erklären, warum.mehr...

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