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BVB-Anschlag - Prozess gegen Sergej W.

Richter machen Details der Spurensicherung öffentlich

DORTMUND Seit Ende 2017 dauert der Prozess gegen Sergej W. vor dem Dortmunder Landgericht nun an. Der 29-Jährige gesteht die Tat, behauptet aber weiter, er habe niemanden verletzen wollen. Die Spuren am Bus sprechen eine andere Sprache.

Richter machen Details der Spurensicherung öffentlich

Der Angeklagte Sergej W. (2.v.r) steht zum Prozessauftakt im Landgericht in Dortmund neben seinen Verteidiger Christus Psaltiros (r) und Carl Heidenreich (l). Dem 28-jährigen Mann wird 28-facher versuchter Mord vorgeworfen. Foto: dpa

Exakt 364 Tage nach dem Bombenanschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund erschien Sergej W. unauffällig wie immer im Saal 130 des Dortmunder Schwurgerichts. Sakko, Hemd und strenger Seitenscheitel: Nur die Handschellen zerstörten das Bild eines braven jungen Mannes.

Dass der inzwischen 29-Jährige die hinterhältige Attacke mit drei selbst gebauten Sprengsätzen verübt hat, hat er längst zugegeben. Auch das von der Staatsanwaltschaft vermutete Motiv hat er bestätigt: „Ich habe einen Kursverlust der BVB-Aktie erwartet“, hat Sergej W. bereits Anfang Januar ausgesagt. Vor der Tat hatte er online zahlreiche Optionsscheine erworben, mit denen er sozusagen auf einen Kursverfall gewettet hatte.

Details aus dem Bericht der Spurensicherung

Seit seinem Geständnis betont Sergej W. immer wieder, er habe die Bomben absichtlich so konzipiert, dass Verletzte nicht zu erwarten gewesen seien .Er habe den Ablauf deshalb einen Monat vor der Tat mit Attrappen geprobt.

Wie falsch er mit dieser angeblichen Erwartung lag, wurde am Dienstag deutlich, als die Richter den Spurensicherungsbericht der Polizei verlasen.

Einige Stunden nach dem Anschlag, mitten in der Nacht vom 11. auf den 12. April 2017, hatten vier Polizeibeamte den zerstörten Bus untersucht. Das Fahrzeug stand auf dem Hof eines Dortmunder Abschlepp-Unternehmens und war zum Zeitpunkt des Attentats schon exakt 133.621 Kilometer gefahren.

Neue Aussagen im Prozess um den BVB-Anschlag

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Blutflecken und Mullkompressen

Die Beamten notierten jede kleinste Beschädigung. Zerborstene Außenscheiben genauso wie ein Loch in einer Seitenscheibe hinten rechts – genau dort, wo der damals noch für den BVB spielende Verteidiger Marc Bartra gesessen hatte.

Auf mehreren Sitzen registrierten die Polizisten „bräunliche Anhaftungen“. Sehr wahrscheinlich handelte es sich dabei um Blutflecken des verletzten Spielers Bartra. Außerdem lagen zwei Flaschen mit einem Desinfektionsmittel und mehrere durchtränkte Mullkompressen im Innenraum des Mannschaftsbusses. Sehr wahrscheinlich waren dies die stummen Zeugen der hektischen Erstversorgung, die sich Stunden zuvor hier abgespielt hatte. BVB-Physiotherapeutin Zwantje Thomßen war unmittelbar nach der Explosion im Bus nach hinten gekrochen und hatte sich um den spanischen Abwehrspieler und seine stark blutende Verletzung am Unterarm gekümmert.

In der kommenden Woche wird das Gericht den Fußballprofi Matthias Ginter vernehmen. Weitere Spieler sind für den 25. April geladen.

Interaktiv: Der Anschlag auf den BVB-Bus

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