Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Rüstungsgüter für Indien: Gefängnisstrafen für Manager

DORTMUND Zwei Manager einer Hydraulik-Firma aus dem Kreis Unna sind am Freitag vom Dortmunder Landgericht wegen illegaler Rüstungsexporte nach Indien zu Haftstrafen von bis zu drei Jahren und zehn Monaten verurteilt worden.

Die Männer hatten Ende der 90er Jahre Hydraulik-Zylinder exportiert, die laut Anklage unter anderem in Raketenabschussrampen eingebaut werden sollten. Eine Genehmigung für derartige Rüstungsexporte habe nicht vorgelegen. Die 64 und 55 Jahre alten Manager hatten bis zuletzt versichert, dass die Zylinder in Brückenbaufahrzeugen eingesetzt werden sollten. Ihre Verteidiger hatten Freisprüche gefordert.

Nach Überzeugung der Richter haben die Angeklagten zwischen 1997 und 2000 mindestens fünf Export-Geschäfte mit Indien abgewickelt. Partner war eine Firma, die im Auftrag der Forschungsabteilung des indischen Verteidigungsministeriums handelte. Bestellt wurden verschiedenen Arten von Hydraulik-Zylindern. Laut Urteil gingen einige der Bauteile komplett ohne Genehmigung des Bundesausfuhramtes nach Indien. Auf anderen Anträgen sei der wahre Verwendungszweck bewusst verschleiert worden.

Unschuldsbeteuerungen waren nicht glaubhaft

Die 43. Strafkammer am Dortmunder Landgericht ist davon überzeugt, dass die Angeklagten genau gewusst haben, dass die Zylinder aus Deutschland in Abschussrampen für Kurz- und Mittelstreckenraketen eingesetzt werden sollten. Die Unschuldsbeteuerungen im Prozess seien deshalb nicht glaubhaft. „Wir halten die Einlassungen der Angeklagten für gelogen“, sagte Richter Thomas Beumer in der Urteilsbegründung.

Als Hauptverantwortlichen machte die Kammer den 64-jährigen Angeklagten aus. Er wurde zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Sein jüngerer Verwandter bekam zwei Jahre und vier Monate Gefängnis. Wegen der langen Verfahrensdauer von 81 Verhandlungstagen seit dem 5. Dezember 2006 gelten jeweils sechs Monate Haft als verbüßt.

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

DORTMUND Zusammen mit ihrem Lebensgefährten hat eine Prostituierte aus der Nordstadt zwei Freier ausgeraubt. Am Mittwoch erhielt die Frau die Quittung vom Landgericht: fünf Jahre Haft. Ihren Partner traf die Entscheidung sogar noch härter.mehr...

DORTMUND Als die Familie den Gerichtssaal verließ, waren alle wie paralysiert. Zu gelähmt, um zu begreifen, was Eltern, Großmutter und die Tante von Dalila gerade erlebt hatten. Der rätselhafte Schädelbruch nach der Kaiserschnitt-Geburt von Töchterchen Dalila bleibt unaufgeklärt und ungesühnt.mehr...

DORTMUND Der überraschende Ausstieg des Sponsors „Q-Cells“ im März 2012 könnte für Borussia Dortmund nachträglich doch noch einmal teuer werden. Der Insolvenzverwalter des inzwischen zahlungsunfähigen Solarzellen-Herstellers klagt seit Donnerstag vor dem Landgericht auf Rückzahlung von rund 1,4 Millionen Euro. Und die Erfolgsaussichten sind nach Ansicht der Richter gar nicht mal so schlecht.mehr...

DORTMUND Das Geschäft mit der Schönheit könnte einem Dortmunder Unternehmer die Freiheit kosten. Der Betreiber mehrerer Schönheitskliniken steht seit Dienstag in Bochum vor Gericht. Es geht um Steuerhinterziehung und Betrug.mehr...

Prozess gegen Bezirksvertreter

"Wildpinkler" muss vor Gericht

DORTMUND Bushaltestellen, Hauswände, Treppenabgänge oder vor dem Stadion: Männer haben es einfacher als Frauen, wenn sie die Blase entleeren möchten – ungeniert pinkeln manche in aller Öffentlichkeit. Über den Fall eines Bezirksvertreters der Grünen, der ebenfalls öffentlich uriniert haben soll, verhandelt am 25. November 2016 das Dortmunder Amtsgericht.mehr...

DORTMUND Um seinem todkranken Vater einen letzten Besuch abzustatten, flüchtete ein Serienräuber 2013 aus der Haft. Und weil das Leben im Untergrund anstrengend und teuer war, verfiel der 43-jährige Dortmunder schnell wieder in alte Verhaltensmuster. Bei Prozessbeginn gab sich der Angeklagte selbstbewusst. Für das Spezialeinsatzkommando, das ihn festnahm, hatte er nur Spott und Hohn übrig.mehr...