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Chöre der Chorakademie begeistern beim Pfingstkonzert

Sinfonischer Chor interpretiert schottischen Folksong

Dortmund Bei gleich drei Festkonzerten an Pfingsten zeigen die Chöre der Chorakademie Vielfalt, Können und Leidenschaft. Nicht nur Klassik sondern auch Pop und Rock. Auch Deutschlands bester Chor gab sich die Ehre.

Sinfonischer Chor interpretiert schottischen Folksong

Mut zur Bewegung zeigte am Sonntag der Kinderchor C mit Tanzeinlagen unter der Leitung von Tabea Creutz. Gesungen wurde „Nun will der Lenz uns grüßen“ und „Bunt sind schon die Wälder“. Foto: Oliver Schaper

Der Auftakt zum Konzert am Pfingstsonntag ist gediegen und feierlich. Der Sinfonische Chor beginnt das Programm mit „Loch Lomond“. Die 22 (erwachsenen) Sängerinnen und Sänger interpretieren den schottischen Folksong, der auf den Brief eines zum Tode verurteilten Soldaten an seine Geliebte zurückgehen soll, mit sakralen Duktus und so geheimnisvoll, dass auch eine Kapelle im schottischen Hochland als Konzertlokation gut gepasst hätte.

Und wer als eher seltener Konzerthausgast plötzlich eine Assoziation zur Fanhymne des 1. FC Köln verspürt, outet sich nicht als Banause, sondern zeigt gutes Gehör.

Die Hymne basiert auf eben jener Melodie. „Sie haben halt ein Gespür für das Skurrile“, neckt Moderator Benjamin Stöwe, eigentlich im ZDF-Morgenmagazin fürs Wetter zuständig, Chorleiter Joachim Gerbens. Der schmunzelt nur und legt zwei ähnlich getragen interpretierte Stücke nach.

Das Konzert am Pfingstsonntag ist das Mittlere von dreien am Feiertagswochenende, und es ist das mit der eher klassischen Ausrichtung. „Aber keine Sorge, es wird immer fröhlicher“, verspricht Stöwe den gut gelaunten Gästen.

Kinder hatten Lampenfieber

Der Kinderchor C unter der Leitung von Tabea Creutz und Bianca Kloda liefert sogleich. Die 40 Kids in ihren dunkelblauen Westen, den weißen Hemden und roten Krawatten zaubern mit „Nun will der Lenz uns grüßen“ und „Bunt sind schon die Wälder“ auf Anhieb Frühlingsstimmung ins ehrwürdige Konzerthaus. Doch was ist das für ein Lampenfieber, vor über 1000 Menschen zu singen!

Bei der Chorakademie gibt es Mädchen- und Knaben-, aber auch gemischte Kinderchöre. Die Jüngsten starten auf Stufe A. Die Talentiertesten landen irgendwann im Opern-Kinderchor, bei den Jugendlichen ist der Jugendkonzertchor das Optimum. Der steht auch noch auf dem Programm, doch zunächst erfreut der Kinderchor B mit „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“, dem Song, den eigentlich „Balu der Bär“ im Dschungelbuch singt. Auffällig: Die Sängerinnen und Sänger stehen nicht wie üblich steif wie eine Eins vor ihren Leitern, sondern haben mehr Mut zu Bewegung, Tanz, Choreografie. Adriana Naldoni ist dieses Plus an Unterhaltungswert zu verdanken.

Der beste Chor Deutschlands war auch am Start

Nur dem Chor der „Stimmwechsler“, das sind gesanglich talentierte Jungs im Stimmbruch, hätte man dieses Konzept vielleicht ersparen sollen. Wenn pubertierende Teenager zu „O happy day“ die Hüften kreisen lassen sollen, hat das schon das Potenzial zum Slapstick.

Nun aber der Jugendkonzertchor! Eben erst in Freiburg zu „Deutschlands bestem Chor“ gekürt, präsentiert das Flaggschiff der Akademie unter der Leitung von Felix Heitmann drei Lieder skandinavischer Komponisten. Präzise in den Höhen, brillant im Gesamteindruck – dieser ausdifferenzierte Klangkörper ist fürwahr ein Ohrenschmaus!

Beethovens Europahymne „Freude schöner Götterfunken“ mit allen Chören auf der Bühne sorgt dann für ein ergreifendes Gänsehaut-Finale, bei dem auch alle Gäste mitsingen dürfen.

Die Chorakademie Dortmund ist mittlerweile die größte Singschule in Europa. Aufgeteilt in einen Kinder- und Jugendbereich sowie den Konzertbereich singen etwa 1000 Menschen in 30 Chören.

Die Chorakademie ist jederzeit an neuen und motivierten Sängern ab sechs Jahren interessiert. Tel. 3998 050.

www.chorakademie.de

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