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Vorbereitungen für die „Junge Bühne Westfalen“

Stadt will die Baukosten drastisch abspecken

Dortmund Der Schreck war groß, als das Theater vor Kurzem eine aktuelle Kostenschätzung für den Bau der „Jungen Bühne Westfalen“ mit 49,4 bis 69,2 Millionen Euro präsentierte. Jetzt gibt es eine neue Rechnung.

Stadt will die Baukosten drastisch abspecken

Für die Kinderoper am Wall und das Kinder- und Jugendtheater an der Sckellstraße soll die „Junge Bühne Westfalen“ am Standort der Kinderoper als gemeinsame Spielstätte dienen. Nach einer ersten Kosteneinschätzung gibt es jetzt eine zweite Rechnung für das Bauvorhaben. Foto: Dieter Menne

Die Überlegungen für den Bau der „Jungen Bühne Westfalen“ als gemeinsame Spielstätte für das Kinder- und Jugendtheater (KJT) und die Kinderoper sind 16 Jahre alt. Eine Machbarkeitsstudie aus 2014 bezifferte die Baukosten mit rund 17 Millionen Euro.

Umso größer war das Erstaunen, als das Theater Ende April eine aktuelle Schätzung mit einem Kostenrahmen zwischen 49,4 und 69,2 Millionen Euro vorlegte. Zu viel für die Politiker im Kulturausschuss. Kulturdezernent Jörg Stüdemann ließ neu rechnen – das Ergebnis wird am heutigen Mittwoch (9.5.) im Finanzausschuss beraten.

Raumwünsche verringert

Im aktuellen Beschlussvorschlag sind die Kosten nun auf einen Rahmen zwischen 32,1 und 36,1 Millionen Euro abgespeckt – wie von Stüdemann im Kulturausschuss bereits in Aussicht gestellt. Das wird im Wesentlichen durch zwei Effekte erreicht: Das Theater hat sein Bruttoraumvolumen von 33.000 Kubikmetern verringert und landet nun wieder bei jenen 31.700 Kubikmetern, die der Machbarkeitsstudie 2014 zugrunde lagen.

An der Hauptbühne (bis zu 310 Plätze) und an der Studiobühne (bis zu 140 Plätze) soll nicht gerüttelt werden. Dafür hat man eine von zwei geplanten Probebühnen gestrichen sowie Büros und Flure verkleinert.

Der zweite Effekt, der die Kosten dämpfen soll: Bei der zuletzt vorgelegten Baukostenrechnung hatte das Theater eine mittlere Kategorie von 515 Euro pro Kubikmeter zugrunde gelegt. Davon hat man sich verabschiedet: Jetzt wird mit einem unteren Wert von 450 Euro pro Kubikmeter kalkuliert.

Auch bei der technischen Bühnenausstattung, bei der man sich zuletzt offenbar an einem sehr hohen Standard orientiert hatte, setzt man den Kostenrahmen, wie vom Kulturausschuss empfohlen, nun um 40 Prozent niedriger an.

Preissteigerung berechnet

Trotzdem geht das Theater auch in seiner aktuellen Rechnung auf Nummer sicher und lässt mögliche Preissteigerungen bis zur geplanten Fertigstellung 2023 einfließen. Die Baukostenerhöhung wird mit mindestens vier Prozent pro Jahr veranschlagt. So erklärt sich die Spanne zwischen 32,1 und 36,1 Millionen Euro. Berücksichtigt worden sei in beiden Fällen eine mögliche Kostensteigerung durch spezielle Anforderungen der Energieeinsparverordnung.

Wie teuer die „Junge Bühne Westfalen“ am künftigen Standort der Kinderoper Ecke Kuhstraße/Hövelstraße am Ende tatsächlich wird, wird allerdings erst der Planungswettbewerb zeigen, der – vorbehaltlich der Entscheidung der Politik – in Kürze starten soll. Die Architekten sollen Entwürfe für ein Haus liefern, das auf der einen Seite mit den Räumen ausgestattet ist, die von der „Jungen Bühne“ auf jeden Fall benötigt werden („Mindestraumprogramm“).

Gleichzeitig gibt das Theater den Architekten aber auch Wünsche für weitere Räume mit auf den Weg, die nicht zwingend erforderlich, aber eben „sehr sinnvoll“ für den Betrieb wären, wie es im Papier für die Politik heißt. Sie entscheidet in der Ratssitzung am Donnerstag, 17. Mai

Wenn der Rat am 17. Mai die Vorlage der Verwaltung beschließt, soll auf Basis der Ergebnisse des Planungswettbewerbs und einer genaueren Kostenberechnung Anfang 2020 der Baubeschluss für die „Junge Bühne“ gefasst werden.

Ein Baubeginn wäre dann 2021 möglich, die Fertigstellung des neuen Theaters im Jahr 2023.

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