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Uwe Kisker bringt seit 30 Jahren Schlager nach Dortmund

Schlagergarten 2018 im Fredenbaumpark

Wann immer in Dortmund eine Schlager-Party stattfindet, ist Uwe Kisker nicht weit. Seit mittlerweile 30 Jahren organisiert und moderiert der TV-Macher aus Dorstfeld Musikfeste. So auch den nächsten Schlagergarten am 10. Juni. Zeit für einen Rückblick.

Dortmund

von Michael Nickel

, 03.06.2018
Uwe Kisker bringt seit 30 Jahren Schlager nach Dortmund

Egal ob Mickie Krause, Olaf Henning oder – wie hier im Bild – Jürgen Drews. Uwe Kisker stand mit fast allen Größen der deutschen Schlagerszene auf und neben der Bühne. In drei Jahrzehnten als Moderator und Organisator kommen so einige Begegnungen zusammen. © Stephan Schütze

Um zu verstehen, wie viel Herzblut und Zeit Uwe Kisker in den vergangenen 30 Jahren in die Organisation seiner Schlagerpartys gesteckt hat, reichen eigentlich zwei Wörter: Kassette und Internet. Von den einen gab es früher reichlich, vom anderen noch so gut wie gar nichts. Das Verhältnis hat sich bis heute ein bisschen gewandelt.

Früher war eine Kapelle nötig

Letztens habe er beim Aufräumen ein paar Kassetten gefunden. Darauf zu hören sind Demos. Lieder, mit denen sich Sänger einst für einen Auftritt bei einem der zahlreichen Konzerte bewarben, die Uwe Kisker seit drei Jahrzehnten auf die Beine stellt. „Früher mussten die Künstler eine ganze Kapelle organisieren, um eine vernünftige Demo aufzunehmen“, sagt Uwe Kisker. „Heute geht das alles am PC.“

Nicht nur das Produzieren für Kassetten dauerte, auch das Abhören kostete mehr Zeit als heute am Rechner. Kassettendeck auf, reinlegen, zumachen, spulen, zu weit gespult, wieder zurückspulen. Mit ein paar Klicks geht das mittlerweile etwas leichter. Computer und Internet sei Dank. Auf Letzteres konnte Uwe Kisker, 57 Jahre alt, lange nicht zurückgreifen. „Da war es noch nicht so einfach, Künstler zu suchen“, sagt er.

Alles fing mit einer einfachen Frage an

Geklappt hat es trotzdem immer mit seinen Schlagerpartys. Mal organisiert er, mal steht er als Moderator auf der Bühne und zwischen den Zuschauern. Die Schlagermusik hatte es ihm schon früh angetan, und hier speziell die Hitparade.

Uwe Kisker bringt seit 30 Jahren Schlager nach Dortmund

Beim Oktoberfest 2012 in Wischlingen tanzte Uwe Kisker auch schon mal mit. Stargast an diesem Abend war Olaf Henning. © Stephan Schütze (Archiv)

Als 1988 ein Kollege vom offenen Kanal auf der Suche nach Unterstützung für die Sendung „So klingt Dortmund“ war, fragte er Uwe Kisker: „Willste moderieren?“ Uwe Kisker wollte, aus Liebe zur Musik. „Ich war verklemmt, hatte keinen Mut, war aber musikbegeistert“, sagt er. Heute ist er keineswegs verklemmt, wenn er am Mikro auf der Bühne steht.

Die ersten Konzerte auf dem Fußballplatz

Uwe Kiskers Entwicklung und die seiner Schlagerfeste hat nicht unwesentlich damit zu tun, dass er zu Beginn der 90er im Vorstand des Dortmunder Spielvereins 26 gewesen ist. Wie so viele andere Fußballvereine in der Stadt hat auch dieser Klub einmal im Jahr ein Turnier veranstaltet.

Mehr als 50 Zuschauer kamen aber nicht. Bis Uwe Kisker auf die Idee gekommen ist, seine beiden Leidenschaften miteinander zu verbinden. Also organisierte er 1991 zum ersten Mal die blau-weiße Schlagernacht auf dem Platz des Sportvereins.

Anstatt 50 Zuschauer kamen 2000

Ein, zwei Musiker kamen und sangen, Uwe Kisker moderierte und unterhielt. Schon kamen 400 Leute, in den besten Jahren standen 2000 auf dem Sportplatz und hörten mehreren Sängern zu. „An diesem Tag haben wir die ganze Saison für den Verein finanziert“, sagt Uwe Kisker. Bis 1997 ging das so.

Dann kam es zum Zerwürfnis mit dem Vorstand und zum Ende der blau-weißen Schlagernacht. „Danach konnte ich aber meinen eigenen Weg gehen“, sagt er. Von den vermeintlichen Ratschlägen anderer ließ er sich nie aus der Ruhe bringen. Schlager interessiere keine Sau, sagten sie ihm vor drei Jahrzehnten. „Viele haben das Konzept kopiert, heute gibt es an jeder Ecke eine Schlagerparty“, sagt er.

Ein kurzer Clinch mit dem ZDF

Sein Weg führte ihn dann über die Bühnen dieser Stadt. Schon 1998 hat er die erste „Dortmunder Schlagerparty“ organisiert, in der Aula der Gustav-Heinemann-Gesamtschule. Dann ging es nach Wischlingen, in die Kleingartenanlage Dorstfeld, in die Westfalenhalle und ins Dietrich-Keuning-Haus.

Uwe Kisker bringt seit 30 Jahren Schlager nach Dortmund

Ein besonderer Moment: Siw Malmkvist, die einst mit „Liebeskummer lohnt sich nicht“ auf Platz 1 der Charts stand, kam 1999 zur Schlagerparty nach Dortmund. © Stephan Schütze (Archiv)

Zu Beginn des Jahrtausends hat er den Dortmunder Fernsehgarten ins Leben gerufen, ein Open-Air-Fest. 2011 machte ihm eine Anwältin einen Strich durch die Rechnung, Uwe Kisker musste sein Event umbenennen, weil der Name dem des ZDF-Fernsehgartens zu ähnlich war. Seitdem feiert er zweimal im Jahr den Dortmunder Schlagergarten.

Schlagergarten mit Trovato und Markus Nowak

Die nächste Auflage findet am 10. Juni (Sonntag) ab 15 Uhr im Fredenbaumpark statt. Wie immer ist der Eintritt kostenlos. Mit dabei sein werden 16 Künstler, unter anderem Jürgen Trovato, Tony Marony und Markus Nowak. „Alle Künstler treten ehrenamtlich auf“, sagt Uwe Kisker. Das war schon immer so und wird auch weiterhin so sein. „Anders wäre das gar nicht möglich.“

Ob Uwe Kisker dann neben einem unbekannten Sänger oder Jürgen Drews auf der Bühne steht, macht für ihn keinen Unterschied. Für den Schlagergarten kämen mittlerweile bis zu 100 Bewerbungen bei ihm und seiner Co-Moderatorin Nicole Kruse ein, die ihn seit 2002 bei der Planung und Durchführung der Partys unterstützt. „Sie hilft mir gewaltig“, sagt Uwe Kisker, der schon über 500 Shows moderiert hat.

Die eigene CD verkaufte sich nicht so gut…

Das Planen und Machen frisst viel Zeit. „Manchmal habe ich gedacht: Jetzt machst du mal ruhiger. Aber ich will immer mehr und immer erfolgreicher werden.“ Also macht er weiter. „Ich lebe meinen Traum seit 30 Jahren.“

Und weil die Musik ihm so viel Spaß macht, hat er sich auch mal selbst daran versucht. Vor ein paar Jahren hat er ein Lied aufgenommen: „Dabei sein ist alles“. „Wir haben drei CDs davon verkauft“, sagt Uwe Kisker und lacht. „Die fünf Euro Einnahmen habe ich dann gespendet.“ Am Mikro klappt es ja trotzdem ziemlich gut für ihn, wenn auch ohne Singen.

Der Schlagergarten am 10. Juni (Sonntag) beginnt am Musikpavillon im Fredenbaumpark um 15 Uhr und dauert rund drei Stunden. Der Eintritt ist frei. Mit dabei sind: Jürgen Trovato, Michael Michael Larsen, Jasmin Suchan, Karsten Kaan, Fabio Hoffmann, ToBi, André Wörmann, Wolfgang Petry Double, Christian König, Wolfgang Engel, Ann & Randy Martino, Michael Fox Jecke Fox, Markus Nowak, JP Music Projekt (Jörg Pozorski), Tony Marony, Sebastian von Mletzko