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Halternerin vor Krebs mit Homöopathie behandelt

Ärztin zahlt 10.000 Euro „aus gutem Willen“

Haltern/Essen Die Hinterbliebenen einer Halternerin hatten vor Gericht mehrere zehntausend Euro Schmerzensgeld von der Ärztin gefordert, die ihre Angehörige wegen Heiserkeit behandelt hatte.

Ärztin zahlt 10.000 Euro „aus gutem Willen“

Die Ärztin aus Haltern will den Hinterbliebenen 10.000 Euro zahlen. Foto: picture alliance / dpa

Nach dem Tod einer 70-jährigen ehemaligen Patientin hat sich eine Ärztin aus Haltern jetzt bereit erklärt, insgesamt 10.000 Euro an die Hinterbliebenen zu zahlen. Ein Schuldeingeständnis ist das allerdings nicht.

Die traurige Geschichte beginnt im Jahr 2012. Die später verstorbene Frau aus Haltern lässt sich von ihrer Ärztin wegen Heiserkeit behandeln und bekommt homöopathische Mittel. Rund zehn Monate später wechselt die Seniorin den Arzt und muss umgehend ins Krankenhaus: Luftröhrenschnitt, Kehlkopf-Entfernung, Krebs. Die Frau verstirbt nach vierjähriger Leidenszeit.

Für Schwester und Tochter war das nicht nur ein Schock, sie machen der Ärztin nun auch schwere Vorwürfe. Aus ihrer Sicht hätte praktisch sofort eine Überweisung zu einem HNO-Arzt und damit eine schulmedizinische Behandlung erfolgen müssen.

Waren die Unterlagen gefälscht?

Genau das habe die Patientin aber nicht gewollt, sagte die Ärztin. „Sie hat sich immer dagegen gewehrt.“ Angeblich soll das auch dokumentiert sein. Doch auch das ist umstritten. Die Hinterbliebenen werfen der Ärztin nämlich vor, die Unterlagen gefälscht zu haben.

150.000 Euro haben sie als Schmerzensgeld eingeklagt. Dafür sah die Medizinkammer zum jetzigen Zeitpunkt jedoch keine Grundlage. „Die Haftung ist vollkommen offen“, sagte Richter Norbert Schalla.

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Man wolle die Leiden der Frau zwar nicht in Abrede stellen. Die Frage sei jedoch, inwieweit die Behandlung eines krankheitsbedingten Leidens tatsächlich verzögert worden sei. „Wir müssten erstens eine Pflichtverletzung und zweitens die Kausalität feststellen“, so Schalla. Beides sei aber außerordentlich schwierig, weil es außer der Ärztin keine Zeugen gebe.

„Manchmal ist es besser, zu einem Abschluss zu kommen“

Trotzdem hatten die Richter am Essener Landgericht am Ende eine „Goodwill-Zahlung“ vorgeschlagen, um einen möglicherweise jahrelangen Rechtsstreit zu verhindern. „Manchmal ist es besser, zu einem Abschluss zu kommen, damit man seinen inneren Frieden wiederfinden kann.“

Genau so hat es die Ärztin am Ende wohl auch gesehen. Ob die 10.000 Euro aber wirklich gezahlt werden, hängt allerdings noch von ihrer Haftpflicht-Versicherung ab. Die kann in den nächsten zwei Wochen noch ihr Veto einlegen.

Auch die Hinterbliebenen können die Einigung noch immer widerrufen. Sie müssen von dem Geld nämlich 94 Prozent der Prozesskosten tragen.

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