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Halterner Schüler gedenken Flugzeug-Katastrophe

„Am Gymnasium wird die Gemeinschaft gelebt“

HALTERN Hunderte Jugendliche auf dem Schulhof, und doch war es mucksmäuschenstill. Die Schulgemeinschaft des Joseph-König-Gymnasiums hat am ersten Tag nach den Osterferien den Opfern der Flugzeugkatastrophe vom 24. März 2015 gedacht. Dazu gab es hohen Besuch aus Düsseldorf.

„Am Gymnasium wird die Gemeinschaft gelebt“

Die Schüler ließen weiße Luftballons vor dem Schuleingang in die Luft. Foto: Benjamin Glöckner

Weil der eigentliche Jahrestag in den Osterferien lag, haben Schüler und Lehrer erst am Montag (9. April) an den absichtlich herbeigeführten Flugzeugabsturz in den französischen Alpen erinnert.

Die Gedenktafel vor dem Gymnasium war mit Blumen und 18 Kerzen geschmückt, je eine für jede Person, die aus dem Leben gerissen wurde. Davor war eine kleine Bühne mit Rednerpult aufgebaut, die Schüler standen in Gruppen zusammen, ganz still, geredet hat schon lange vor der Veranstaltung kaum jemand. Ernst und bewegt hörten die Jugendlichen den Ansprachen zu.

Schüler gedenken Flugzeug-Katastrophe

Zu der Gedenkfeier am 9. April  um 12.30 Uhr versammelten sich alle Schüler, Lehrer und Angehörige auf dem Schulhof vor der Gedenkstätte.
Pfarrer Karl Henschel
Zu der Gedenkfeier versammelten sich alle Schüler, Lehrer und Angehörige auf dem Schulhof vor der Gedenkstätte.
18 Kerzen brannten für die 16 Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrerinnen des Joseph-König-Gymnasiums, die bei dem absichtlich herbeigeführten Absturz der Germanwings-Maschine ums Leben gekommen waren.
Pastoralreferent Gregor Coerdt
Die Schüler ließen weiße Luftballons vor dem Schuleingang in die Luft.
NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) kam aus Düsseldorf zur Gedenkfeier.
In Vertretung von Bürgermeister Bodo Klimpel hielt seine Stellvertreterin Hiltrud Schlierkamp eine Ansprache.
Musikalisch wurde das Gedenken von einem Bläserensemble begleitet.
Gedenkfeier am ersten Tag den Osterferien (v.l.): Pfarrer Karl Henschel, Pastoralreferent Gregor Coerdt, NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) und Schulleiter Ulrich Wessel.

„Die Katastrophe hat damals tiefe Wunden gerissen“, sagte Schulleiter Ulrich Wessel. Und diese Wunden seien auch am dritten Jahrestag kurz vor Ostern wieder aufgerissen worden. „Menschen mussten damals sterben, weil einer nicht mehr leben wollte“, so Wessel: „So wie das am Samstag in Münster der Fall sein sollte.“

Auf der Internetseite der Schule fand Wessel in der vergangenen Woche die Ankündigung der Gedenkveranstaltung direkt neben einer Meldung des Literaturkurses zu einem Stück mit schwarzem englischen Humor. „Dieses Nebeneinander kennzeichnet unser Schulleben gut“, so der Schulleiter: „Wir haben zurückgefunden, die Katastrophe prägt aber unsere Schulidentität.“ Ganz langsam las er die Namen der 16 Schülerinnen und Schüler sowie der zwei Lehrerinnen vor, die nicht vom Schüleraustausch zurückkamen.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) ist eigens für die Veranstaltung angereist und sagte: „Es ist mir ein großes Bedürfnis, gemeinsam an diesem Tag zu gedenken.“ Das Joseph-König-Gymnasium sei zu einem Ort der Erinnerung geworden: „Hier wird die Gemeinschaft gelebt“, so Gebauer. Sie wünschte den Schülern, immer die positiven Erinnerungen in sich zu tragen und die Kraft zu finden, das Leid zu ertragen.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Hiltrud Schlierkamp, Pastoralreferent Gregor Coerdt und Pfarrer Karl Henschel wandten sich ebenfalls an die Schüler und unterstrichen die Solidarität in der Stadt und die Wichtigkeit der Erinnerung. Einige Schüler hatten solche Erinnerungen und Zukunftswünsche auf Karten geschrieben und ließen sie an weißen Luftballons steigen. Noch lange waren sie vor dem bewölkten Himmel zu sehen und zogen über den Bahnhof Richtung Süden.

hzGedenken am dritten Jahrestag der Flugzeugkatastrophe

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