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Debatte

Blutspendeverbot für Homosexuelle ist "diskriminierend"

HALTERN Blutspenden können Leben retten. Der Halterner Dirk Klaus weiß das nur zu gut. Immerhin arbeitet er als Lehrrettungsassistent beim DRK in Witten. Doch Blut spenden darf er selbst nicht - weil er homosexuell ist.

Blutspendeverbot für Homosexuelle ist "diskriminierend"

Bislang dürfen homosexuelle Männer in Deutschland grundsätzlich kein Blut spenden - möglicherweise wird sich das bald ändern.

Offen und selbstbewusst steht der Ratsvertreter der Halterner FDP zu seiner Homosexualität, lebt seit vielen Jahren glücklich in einer gleichgeschlechtlichen Ehe. Als potentieller Blutspender wird er jedoch genau deshalb kategorisch ausgeschlossen. Für den Gesetzgeber gehört der Halterner zu einer Personengruppe, deren Sexualverhalten ein erhöhtes Übertragungsrisiko für schwere Infektionskrankheiten birgt. „Ein Verbot, das nicht nur diskriminierend, sondern auch absolut sinnlos ist“, meint Klaus im Gespräch.

Heutzutage werde jede Blutkonserve aufwendig untersucht, bevor sie zum Einsatz komme. „HIV-Tests sind durch neue Technologien viel schneller, günstiger und genauer“, sagt Klaus. „Übertragungsfälle durch infizierte Blutspenden sind mittlerweile nahezu ausgeschlossen.“ Das Blutspendeverbot, unter anderem für Homosexuelle, hat seinen Ursprung im Jahr 1993. Damals starben mehr als 1000 Patienten an den Folgen HIV-verseuchter Blutkonserven. 1998 verabschiedete der Bundestag daraufhin das Transfusionsgesetz.

Um Patienten vor Infektionen zu schützen, unterliegt die Spendentauglichkeit strengen Kriterien, die per Fragebogen vor einer Spende abgeklärt werden. Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, Prostituierte, Drogenabhängige und eben Männer, die Sex mit Männern haben oder hatten sind seitdem ausgeschlossen. Die Bundesärztekammer begründet das damit, dass HIV-Neuinfektionen bei ihnen im Vergleich zu Heterosexuellen 100-fach häufiger seien. Für Dirk Klaus sind solche Statistiken Augenwischerei. „Nicht die Homosexualität erhöht das Risiko, sondern risikohafte Sexualpraktiken wie ungeschützter Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern“, sagt er.

Das treffe im gleichen Maß auf Heterosexuelle wie auf Homosexuelle und Bisexuelle zu. „Sicheres Blut hat nichts mit der sexuellen Orientierung der Spender zu tun“, so Klaus. Demnach gibt es keine Risikogruppen aufgrund der sexuellen Identität sondern nur Risikoverhalten. Das sieht auch Steffi Kullick, Blutspendebeauftragte des DRK-Stadtverbandes in Haltern, so. „Blutkonserven werden dringend benötigt und es gibt keine Argumente bestimmte Personengruppen auszuschließen. Vielmehr sollten wir dankbar für jede Spende sein.“  

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