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Edeka-Markt Bleise will auf grüner Wiese ausbauen

Eine Extra-Wurst für Getränke

HALTERN Der Edeka-Markt Bleise möchte einen neuen Getränkemarkt bauen. Dafür aber muss die „Halterner Liste“ geändert werden. Die Politik stimmt zwar zu, spart aber auch nicht mit Kritik.

Eine Extra-Wurst für Getränke

Auf der Grünfläche zwischen Waschstraße (l.) und Edeka-Markt soll ein Getränkemarkt gebaut werden.Wolter Foto: Foto: Jürgen Wolter

Der 2012 eröffnete Edeka-Markt an der Recklinghäuser soll optisch neu gestaltet werden und dann passt der bisherige Getränkemarkt nicht mehr ins Konzept. Deshalb hat die Stadt eine Bauvoranfrage für einen neuen, 650 Quadratmeter großen Getränkemarkt auf dem Schreibtisch liegen. Der Neubau soll auf der Grünfläche zwischen Waschstraße und Lebensmittelmarkt entstehen.

Mehr Einkaufskomfort

„Die Obsttheke ist zu klein, die Leergutannahme im Getränkebereich nicht mehr zeitgemäß“, nannte Marktleiter Hans-Jürgen Bleise auf Nachfrage Gründe für eine „Aussiedelung“ des Getränkebereiches. „Wir werden anschließend den Markt mit mehr Einkaufskomfort gestalten. Auch der Non-Food-Bereich wird dann großzügiger wirken.“ Er werde aber vom Artikelumfang nicht wachsen, versicherte Bleise. Der Markt bietet auf der 2500 Quadratmeter großen Verkaufsfläche ein Komplettsortiment mit Blumen- und Backshop, Obst-Theke, Textilien, Fisch, Fleisch- und Wurstwaren sowie Käse und Bioprodukten an.

Unterschied zwischen losen Getränken und Gebinden

Voraussetzung für die Ansiedlung des Getränkemarktes ist eine Änderung der „Halterner Liste“. Sie wurde 2008 im Rahmen eines Einzelhandelskonzeptes für Haltern geschrieben. Darin ist definiert, welche Sortimente nur in der Innenstadt und welche außerhalb verkauft werden dürfen. Getränke galten bislang als „nahversorgungsrelevant“. „Es macht allerdings Sinn, sie differenzierter zu betrachten“, schlug Baudezernentin Anette Brachthäuser im Ausschuss Stadtentwicklung und Umwelt eine Änderung vor. In der Liste solle zwischen losen Getränken und Gebinden unterschieden werden. Lose Getränke gehörten weiter in die Innenstadt, Gebinde aber, damit sind die Getränke-Kisten gemeint, eher in einen Getränkemarkt außerhalb.

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Der Ausschuss folgte dem Vorschlag der Verwaltung: Fortan ist das Sortiment „Getränke“ nicht mehr als zentrenrelevant eingestuft. In der Innenstadt gibt es ohnehin keinen Getränkemarkt mehr.

Non-Food-Bereich darf nicht erweitert werden

Einem einstimmigen Beschluss folgte aber dennoch Kritik. Heinrich Wiengarten (SPD) äußerte die Sorge, mit einer Auslagerung des Getränkemarktes könnte der Non-Food-Bereich im Edeka-Markt ausgeweitet werden. „Die Verwaltung muss bei den Sortimenten genau hinschauen“, forderte er. Anette Brachthäuser konnte ihm diese Sorge gleich nehmen. Bei einer Begehung sei bereits von Vertretern der Industrie- und Handelskammer angemerkt worden, der Non-Food-Bereich dürfe nicht erweitert werden.

In diesem Zusammenhang wiederholte Maaike Thomas (Die Grünen) eine generelle Kritik: „Wir beobachten immer wieder Verstöße gegen die Halterner Liste“, sagte sie. Sie bat die Verwaltung um Kontrollen, um die Innenstadt-Geschäfte zu schützen.

Zehn Prozent zentrenrelevante Artikel dürfen Märkte auf der „grünen Wiese“ verkaufen, eingehalten wird das Limit nicht überall.

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