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Interview

Expertin: „Wir sind nicht zum Sitzen gemacht“

Haltern Die freiberufliche Trainerin und Kinesiologin Claudia Heinze rät, wie Kinder zu einem guten Körpergefühl finden. Vielen Kindern und Jugendlichen hat sie schon geholfen.

Expertin: „Wir sind nicht zum Sitzen gemacht“

Hund Balu fordert von seinem Frauchen Claudia Heinze jede Menge Bewegung ein. Foto: Foto: Stephanie Bauer

Vor rund 20 Jahren hat sich Verwaltungsmitarbeiterin Claudia Heinze auf den Weg gemacht, ihre Liebe zu Sport und Bewegung für eine berufliche Tätigkeit zu nutzen. Seitdem hat die 53-Jährige viele Halterner Kinder und Jugendliche dabei begleitet, ein gutes Körpergefühl zu entwickeln. Wir sprachen mit der freiberuflichen Trainerin und Kinesiologin über ihre Erfahrungen.

Welche Rolle sollte Bewegung im Leben spielen?

Bewegung ist Leben. Wenn man sich die ersten Lebensmonate eines Menschen ansieht, umfasst diese den Zeitraum vom Liegen hin zum Gehen. Dabei hat jeder sein eigenes Tempo. Im Alltag sollte Bewegung für uns alle selbstverständlich sein. Unsere Wurzeln sind die des Jägers und Sammlers. Wir sind nicht zum Sitzen gemacht.

Was bedeutet das konkret?

Kinder haben ein natürliches Bedürfnis, sich zu bewegen. Dieses sollte man nicht einschränken, sondern fördern. Ähnlich wie die jungen Setzlinge im Garten brauchen Kinder die richtigen Rahmenbedingungen, um sich zu entfalten. Bewegung gehört unter anderem dazu.

Welche Bedeutung haben Vorbilder?

Erwachsene, besonders Eltern, sollten sich bewusst sein, dass die Dinge, die sie vorleben, zu 90 Prozent bei ihren Kindern ankommen und von diesen übernommen werden. Sprechen ist weniger bedeutsam, das Handeln ist wichtig. Es macht beispielsweise Sinn, dass die ganze Familie Rad fährt, wenn die Kinder es langfristig in ihr Leben integrieren sollen. Hier sind Kindergarten und Schule allein Grenzen gesetzt.

Welche Beobachtungen machen Sie in Ihrem Alltag?

Ich sehe zum Beispiel bei einer Fahrradprüfung an einer Grundschule genau, welche Kinder häufig radfahren und mit ihren Familien oder Freunden unterwegs sind, und welche nicht. Die erfahrenen Radfahrer verfügen über eine bessere Koordination.

Was lernen Kinder über die Bewegung noch?

Neben koordinativen Fähigkeiten entwickeln sie Rhythmusgefühl, können logische Abfolgen besser erkennen, sich gut selbst einschätzen und sie erlernen natürlich auch soziale Kompetenzen.

Häufig geht es bei sportlichen Angeboten schon sehr früh um Leistung. Was sagen Sie dazu?

Für mich ist Leistung nebensächlich. Wichtig ist, dass Kinder Spaß an der Bewegung haben und dass sie möglichst mit allen Sinnen wahrnehmen. Neben Riechen und Schmecken geht es beispielsweise auch darum, das Gleichgewicht zu spüren oder in sich hinein zu fühlen.

Was ist Ihnen bei Ihrer Arbeit mit Kindern wichtig?

Dass sie sich nach ihren Möglichkeiten einbringen können. Wichtig dabei ist, die Stärken zu stärken und dabei die Schwächen mitzunehmen. In unserer Gesellschaft wird häufig viel zu sehr auf die Defizite geschaut. In meinen Kursen dürfen die Kinder erst einmal ankommen. Jede Stunde beginnt mit einem Ritual, das sich aber verändern kann. Die Kinder dürfen mitbestimmen, was gespielt wird. Ich lege darauf Wert, dass die Stillen ebenso zum Zuge kommen wie die Vorwitzigen. Zum Ende eines jeden Treffens gibt es Entspannungsphasen, weil Kinder nach meiner Einschätzung immer weniger Rückzugsräume haben und nicht ausreichend erfahren können, wie sehr Stille guttun kann.

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