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Holocaust-Gedenktag

Haltern ist jetzt offiziell Mitglied des Riga-Komitees

Von Thomas Liedtke HALTERN Die Stadt Haltern ist am Mittwoch als 36. Stadt dem Riga-Komitee beigetreten. Aufgabe dieses Zusammenschlusses ist es, an das Schicksal von über 25.000 deutschen Juden zu erinnern, die in den Jahren 1941/42 nach Riga deportiert und in ihrer überwiegenden Zahl im Wald von Bikernieki ermordet wurden.

Haltern ist jetzt offiziell Mitglied des Riga-Komitees

An dieses dunkle Kapitel erinnerte gestern Winfried Nachtwei in der Halterner Aula. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete der Grünen gab den Anstoß zur Gründung dieses Komitees. Eindrücklich schilderte er gestern die Eindrücke seines ersten Besuches in Riga. Die Massengräber befanden sich damals in einem verwahrlosten Zustand. Ein sowjetischer Gedenkstein erinnerte pauschal an die Opfer der faschistischen Invasion. Nachtwei gelang es in Zusammenarbeit mit dem Volksbund ein Städtebündnis zu schmieden. Am 30. November 2001 wurde im Wald von Bikernieke eine Gedenkstätte eröffnet. Es war der 60 Jahrestag des so genannten Blutsonntags, an dem die deutschen Besatzungstruppen rund 15 000 baltische Juden an diesem Ort ermordeten.

Neben dem Gedenken sei es wichtig, den Opfern einen Namen zu geben, betonte der Landesgeschäftsführer des Volksbundes, Peter Bülter. Das Riga-Komitee habe deshalb einen Berliner Historiker unterstützt, dem es gelungen sei, einen Großteil der deportierten und ermordeten Juden zu ermitteln. Wolfgang Schefflers „Buch der Erinnerung“ enthält mehr als 31 000 Namen und Lebensdaten. Unter den 1000 Juden, die am 27. Januar 1942 von Dortmund nach Riga deportiert wurden, war auch Alexander Lebenstein. Wegen einer schweren Erkrankung konnte der Halterner Ehrenbürger nicht an dem Festakt teilnehmen. Bürgermeister Bodo Klimpel übermittelte Genesungswünsche der ganzen Stadt nach Richmond (USA): „Wir freuen uns auf Deinen nächsten Besuch in Haltern. Lass uns bitte nicht zu lange warten, Alex.“ 

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