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Gehört der Islam zu unserer Stadt?

Halterner diskutieren Seehofers Islam-Äußerungen

HALTERN Mit seiner Aussage „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ hat Horst Seehofer polarisiert, auch in Haltern. Politik, Gemeinden und ein Konvertit diskutieren die Meinung des neuen Innenministers.

Halterner diskutieren Seehofers Islam-Äußerungen

Auch so sieht der Islam in Haltern aus: Bernd Redemann ist vor zwei Jahren konvertiert. Foto: Foto: Silvia Wiethoff

Michael Ostholthoff, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Sixtus, sieht in Seehofers Äußerung nur den Versuch, „Religion zu instrumentalisieren, um am rechten Rand des politischen Spektrums auf Stimmenfang zu gehen.“ Für ihn ist die Religion aller Bürger des Landes auch Teil des Gemeinwesens. In die gleiche Kerbe schlägt auch Maaike Thomas, Fraktionsgeschäftsführerin der Grünen in Haltern. Sie findet die Aussage von Horst Seehofer sehr unglücklich und sieht darin „einen Versuch, AfD-Wähler zurückzugewinnen.“ Da er für ganz Deutschland spreche, ist seine Aussage für sie nicht hinnehmbar.

Anderer Meinung ist da Kai Surholt, Fraktionsvorsitzender der FDP in Haltern. Er empfindet die Äußerung Seehofers als „schon richtig.“ Ihm zufolge ist die Integration des Islams nur teils gelungen, wenn auch schon in vielen Bereichen. Allerdings „stößt Integration in vielen Bereichen an seine Grenzen.“ Auch Christian Rehr von der UBP hat eine ähnliche Sicht wie Seehofer. Er unterscheidet zwischen Muslimen und dem Islam, den politischen Islam sieht er nicht als Teil von Deutschland. Auch der Bundesinnenminister fügte in seinem Interview noch an, dass „die bei uns lebenden Muslimen selbstverständlich zu Deutschland gehören.“

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Der Sprecher des Asylkreises Haltern am See, Hermann Döbber, ist der Meinung, dass jeder, der hier lebt, auch zu Deutschland gehört. „Muslimische Menschen, die hier leben, haben eine Daseinsberechtigung wie jeder andere.“ Für Franz Schrief (CDU) „ist nicht die Frage, ob eine Religion zu Deutschland gehört entscheidend.“ Für ihn ist es vielmehr wichtig, „wie Deutschland eine Heimat für Menschen, gleich welcher Glaubenszugehörigkeit, sein kann, die dieses Land mit seinen Werten und Gesetzesverordnungen als ihre Heimat empfinden.“ Das meint auch Ludwig Deitermann von der Wählergemeinschaft Haltern (WGH). „Der Islam ist wie das Christentum und Judentum eine Weltreligion. Wenn Gesetze und Bräuche repsektiert werden, haben Muslime wie jeder andere auch das Recht, dazuzugehören.“ Für ihn sind Extremisten nicht erwünscht. Diese gebe es allerdings ohnehin in jeder Religion.

Bernd Redemann konvertierte 2016 zum Islam. Er sagt, wer sich wirklich mit dem Islam beschäftigt, wird feststellen, dass der Islam zur ganzen Welt gehört. Und somit auch zu Deutschland. Für die aktuellen Diskussionen gibt er vor allem den Medien die Schuld. „Der Islam wird in den Medien falsch dargestellt“, erklärt er. „Er hat nichts mit Terrorismus zu tun.“

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Beate Pliete, Fraktionsvorsitzende der SPD Haltern vertritt ebenfalls die Meinung, der Islam gehöre zu Deutschland. Es sei wichtig, alle Religionen zu akzeptieren. Pfarrer Karl Henschel von der evangelischen Kirchengemeinde „möchte nicht medial die Themen verstärken, mit denen Herr Seehofer Wahlkampf betreibt“ und hat sich daher nicht weiter geäußert.

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