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Kinder waren frei erfunden

Halternerin kassierte 65.000 Euro Kindergeld

HALTERN/BOCHUM Das war selbst nach Ansicht des vorsitzenden Richters ein starkes Stück. "So einen unverschämten Betrug hatten wir schon lange nicht mehr", sagte er am Montag vor dem Bochumer Landgericht. Eine Halternerin hatte gestanden, jahrelang Kindergeld für 13 nicht vorhandene Kinder kassiert zu haben.

Dafür erhielt sich jetzt eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Mit einem gestohlenen Stempel aus dem Standesamt hatte die 47-Jährige Geburtsurkunden am laufenden Band gefälscht. Zwei Mal sogar für Zwillinge. Damit beantragte sie Kindergeld und bekam es auch, ohne jedwede weitere Prüfung. Ein Umstand, der bei Gericht für Kopfschütteln sorgte. Ein Blick in den Computer hätte genügt, um den Schwindel auffliegen zu lassen, so der Vorsitzende Richter.

Seit 2004 erhielt die Frau, die in Wahrheit nur zwei Söhne hat, insgesamt rund 65.000 Euro Kindergeld und noch einen vierstelligen Betrag an Elterngeld. Aber sie hat nicht nur den Staat betrogen, sie verheimlichte die Sache auch vor ihrem Mann. Alle verräterischen Kontoauszüge ließ sie verschwinden. Und als erste Schwierigkeiten auftauchten, ließ sie einige der imaginären Kinder – im Übrigen alles Mädchen – nacheinander sterben. Erst nach dem Auffliegen der Betrugsserie wurde dem Ehemann klar, was seine Frau angestellt hatte. „Da ist in Zukunft einiges aufzuarbeiten“, stellte ihr Verteidiger fest. Dabei muss sie aber auch an ihrer Persönlichkeitsstörung arbeiten. Die hatte jetzt ein Psychiater festgestellt. Hintergrund ist eine schwere Kindheit durch eine mehr als dominante Mutter, was jetzt auch zu einer verminderten Schuldfähigkeit und mit zu dem milden Urteil führte.

Der Richterspruch ist bereits das zweite Urteil in der Sache. Vor dem Amtsgericht war sie für die Taten zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Dagegen hatte sie Berufung eingelegt.

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