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Petition zum Seestern ist gescheitert

Handeln der Stadt bestätigt

Haltern Zum zweiten Mal haben Anwohner der Hullerner Straße eine Petition an den Landtag geschrieben, damit die Seestern-Ruine endlich abgerissen wird. Doch die Antwort ist für sie enttäuschend.

Handeln der Stadt bestätigt

Die Ruine des ehemaligen Hotels Seestern zwischen Hullerner Straße und Halterner Stausee: Die Eigentümergesellschaft schweigt, die Anwohner ärgern sich. Foto: Kevin Kindel

Das ehemalige Hotel Seestern am Ufer des Stausees rottet seit Jahren vor sich hin, dreimal hat es gebrannt. Alle Gespräche zwischen Stadt und Eigentümer-Gesellschaft führten bislang zu keinem Ergebnis. Der Petitionsausschuss kann dennoch kein Versäumnis der Stadt erkennen. „Die Bauordnung Nordrhein-Westfalens enthält keine Vorschrift, wonach die untere Bauaufsicht einen Abbruch nicht genutzter Gebäude anordnen kann“, heißt es in der Antwort an Peter Hatebur und seine 35 Mitstreiter.

Auf der Suche nach Lösungen

Dennoch seien die Gebäude so instand zu halten, dass die öffentliche Ordnung oder Sicherheit nicht gefährdet werde. Die Stadt habe die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen angeordnet und überprüfe laufend, ob diese eingehalten werden.  „Darüber hinaus besteht für die Stadt keine Möglichkeit, weitere Maßnahmen einzuleiten“, schreibt das Büro des Landtagspräsidenten. Dabei verweist es auch auf die wieder aufgenommenen Gespräche zwischen Stadt und Eigentümergesellschaft und die Bemühungen, Lösungen für den Standort zu finden.

Peter Hatebur und weitere Bewohner des Appartementhauses direkt neben dem Seestern versuchen seit 2006 vergeblich, den Abriss durch zahlreiche Aktivitäten zu erreichen. Mehr als zehnmal sei der Abriss angekündigt worden, teilweise mit konkreten Terminen. „Auch die Genehmigungen lagen vor. Die anonymen Entscheider in der Seestern-Verwaltungs-GmbH behalten die Ruine als Faustpfand gegenüber der Stadt und nehmen somit die Anwohner als Geiseln“, empört sich Hatebur. 36 direkte Nachbarn litten unter dem Schandfleck, der Schadstoff-, Geruchs- und Schädlingsbelastung. Die Angst vor der nächsten Brandstiftung (bisher jeweils im Juni 2010, 2011 und 2012) bleibe, weil immer wieder unbefugte Personen in der Ruine gesehen würden.

Ministerium kontaktiert

Peter Hatebur hat im Namen der Bewohner nun auch das neue Heimatministerium kontaktiert: „Seit der Schließung des Hotels (2004) und seit dem letzten Brand (2012) ist für Bürger, Touristen und vor allem Anlieger sehr, sehr viel Zeit vergangen. Wir wünschen uns einen baldigen Ortstermin und anschließende schnelle Hilfe für die Stadt zur Entfernung eines belastenden Ärgernisses und eines Symbols für staatliche Ohnmacht gegenüber privaten Eigentümern.

Erleichterung

Baudezernentin Anette Brachthäuser ist erleichtert, dass das bauordnungsrechtliche Handeln der Verwaltung immer noch als richtig erkannt wird. Für den Bereich Seestern hat der Rat den Beschluss gefasst, einen Bebauungsplan aufzustellen. Bisher gibt es aber lediglich diesen Einleitungsbeschluss. „Derzeit bin ich sowohl mit den Hotel-Interessenten als auch mit dem Architekten der Eigentümergemeinschaft Seestern in Kontakt. Wir als Verwaltung wollen endlich einen Abschluss der Verhandlungen herbeiführen.“

Peter Hatebur, Bewohner des Appartementhauses und Mitunterzeichner der Petition stellte sich unseren Fragen.

Wie lange hat der Petitionsausschuss für eine Antwort gebraucht?

Knapp sechs Monate hat der Petitionsausschuss gebraucht, um in einem Ablehnungsschreiben Aussagen der Stadt wiederzugeben, die wir schon seit Jahren hören.

Können Sie Beispiele nennen?

Da heißt es: Die Stadt kann wegen fehlender Vorschrift keinen Abbruch anordnen, sie ist mit dem Eigentümer im Gespräch, sie hat einen Projektentwickler mit der Vorlage einer Absichtserklärung zum Bau eines neuen Hotels, zum Bau von Ferienwohnungen und zum Abriss der Hotelruine beauftragt und so weiter.

Was wird in dem Ablehnungsschreiben mit keinem Wort erwähnt?

Es wird beispielsweise nichts davon gesagt, dass in Hamm, Gladbeck und Duisburg Schrottimmobilien gegen den Willen der Eigentümer abgerissen wurden. Obwohl das im Petitionsantrag angesprochen wird.

Wie lebt es sich aktuell neben der Ruine?

Der Zaun steht häufig tagelang offen. Deshalb steigen immer wieder Jugendliche in die Ruine. Erst nach meinem Antrag auf Akteneinsicht und Hinweis auf unzureichende Sicherung der Ruine kurz vor der Sitzung des Petitionsausschusses entfernten Arbeiter überhängende Teile und Bäume vom Dach.

Sie sind enttäuscht von der Stadt. Und jetzt auch vom Petitionsausschuss?

Wir 36 Anwohner fühlen uns nicht ernst genommen. Eigentlich noch nicht einmal richtig beachtet. Von der Stadt haben wir keine relevanten Antworten enthalten und der Petitionsausschuss hat auf die Einladung, sich vor Ort über die Sachlage zu informieren, nicht geantwortet. Landtagsabgeordneter Josef Hovenjürgen teilte lediglich mit, dass ein Ortstermin wegen eindeutiger Sachlage als nicht notwendig erachtet werde.

Was wird nun als Konsequenz folgen?

Auf die Anrufung des Petitionsausschusses hätten wir verzichten sollen. Dann hätten wir zumindest noch an diese Institution glauben können.

Was bleibt, ist die Ruine als Symbol für staatliche Ohnmacht gegenüber privaten Eigentümern.

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