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Hebammen betreuen ambulant

Das Sixtus-Krankenhaus hat keine Geburtshilfe mehr

Thore hat es gerade noch geschafft, er ist am 29. Juni im Sixtus-Hospital geboren. Kurz vor Toresschluss: Denn Haltern hat zum 1. Juli keine Geburtenstation mehr, dafür ambulante Angebote.

Haltern

30.06.2018
Hebammen betreuen ambulant

Als eines der letzten Babys erblickte Thore Engbert im Sixtus-Hospital das Licht der Welt. Mit den stolzen Eltern Sebastian und Isabell freuen sich Chefarzt Dr. Stefan Wilhelms, Hebamme Claudia Müffler und Kinderarzt Dr. Martin Günther. © Foto:Elisabeth Schrief

Am 30. Juni schließt das St. Sixtus-Hospital seine Geburtshilfe und zentralisiert diese im St. Elisabeth-Krankenhaus Dorsten.

Für Haltern endet, was 1961 hoffnungsvoll begann. Damals hatte Chefarzt Dr. Josef Wennemann die erste Geburtenstation eingerichtet. 57 Jahre später ist sie trotz hoher Qualität nicht mehr zu halten: Wegen fehlender Ärzte und weil sich durchschnittlich 360 Geburten im Jahr wirtschaftlich nicht mehr darstellen lassen. Isabell Engbert ist eine der letzten Mütter, die ihr Kind in Haltern zur Welt brachten. Die intensive und herzliche Betreuung haben ihr und ihrem Mann Sebastian sehr gut gefallen. Auf der Station wartet die leitende Hebamme Claudia Müffler auf eine weitere Geburt. Dann ist definitiv Schluss.

Vertrautes bleibt

Aber eben auch nicht so ganz. Es wird weiterhin eine Frauenklinik geben. „Die Gynäkologie zieht auf eine Station mit der Chirurgie, weil wir ohnehin schon jetzt interdisziplinär arbeiten“, erklärt Chefarzt Dr. Stefan Wilhelms in einem Pressegespräch. Auf dieser Station ist eine stationäre Versorgung von werdenden Müttern bis zur 20. Schwangerschaftswoche gewährleistet. Auch wenn es keine Geburt in Haltern mehr geben wird, so bieten Dr. Wilhelms und sein Team sowie die Hebammen vor und nach der Geburt eine umfangreiche Schwangerenbetreuung an. In Haltern finden unter anderem ärztliche Gespräche zur Entbindungsplanung, Hebammensprechstunden, Vorsorgeuntersuchungen, Kreißsaalführungen (mit Shuttledienst nach Dorsten) sowie Beratungen über die Form der Geburt statt.

„Wir sind froh, dass alle Arbeitsplätze erhalten bleiben. Wir sieben Hebammen gehen mit nach Dorsten und sind ebenso in die Schwangerenbetreuung in Haltern eingebunden“, sagt die leitende Hebamme Claudia Müffler und betonte, dass Vertrautes mit der Schließung der Geburtshilfe eben nicht verloren gehe.

Betreuung rund um die Uhr

Dr. Martin Günther, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Bottrop, nimmt Eltern außerdem die Angst, ihr Baby könnte wegen fehlender Pränataldiagnostik nicht gut in Dorsten versorgt sein. Täglich kümmere sich ein Kinderarzt auf der Geburtenstation in Dorsten um die Neugeborenen. Rund um die Uhr sei eine Versorgung gewährleistet und die Klinik in Bottrop sei im Notfall schnell erreichbar. Dr. Günther: „Acht Kilometer liegen zwischen den Kliniken. Das ist doch nicht mehr als ein langer Flur.“

Angesichts einer lückenlosen Betreuung wirbt Dr. Wilhelms für eine Entbindung im gut 22 Kilometer von Haltern entfernten Dorsten: „Wir freuen uns auf viele Halterner Familien, die ihr Kind im Elisabeth-Krankenhaus in familiärer Atmosphäre zur Welt bringen möchten.“

Die Schwangerenbetreuung im Sixtus-Hospital beinhaltet vor der Geburt: Ärztliches Gespräch zur Entbindungsplanung, Hebammensprechstunde, Vorsorgeuntersuchungen, Kursberatungen. Gespräch zur Wahl des Geburtsortes, Beratung zur Entbindung unter Hypnose und Wassergeburt sowie stationäre Versorgung bis zur 20. Schwangerschaftswoche. Nach der Geburt im Elisabeth-Krankenhaus Dorsten: Wochenbettambulanz mit Still- und Ernährungsberatung, Kursberatung und Lasertherapie bei Wundheilungsstörung. Kontakt: Tel. 104-24200.