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Jugendliche lernen im Trainings-Café

LAVESUM Zwei Jahre lang stand das ehemalige „Haus Granat“ leer. Jetzt lädt ein freundliches Schild „Bikers Welcome“ zum Stopp auf der Granatstraße ein.

Jugendliche lernen im Trainings-Café

Jenny (l.) ist eine der Jugendlichen, die im Café Haus Granat fit gemacht werden für den ersten Arbeitsmarkt. Claudia Gallus (r.) leitet die 20-Jährige im Service Bereich an.

Jugendliche in blauen T-Shirts bedienen die Gäste, die sich im Innern der Gastronomie und auf der Terrasse aufhalten.  affeespezialitäten und Getränke werden nachgefragt. Erdbeerkuchen mit Sahne, aber auch der Salatteller nach Art des Hauses sieht appetitlich aus. Auf der Fensterbank in der Küche stehen Kräutertöpfe nebeneinander. Soßenkreationen der Köchin machen die Speisen besonders delikat. Ein ganz normaler Gastronomiebetrieb also. „So soll es sein, dennoch aber kein kommerzieller Betrieb“, erläutert Michael Baune.

Keine Laborbedingung

Er ist Betriebsleiter des Jugendhilfezentrums des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und maßgeblich an der Realisierung des in der Region einmaligen Projektes „Café Haus Granat“ beteiligt. „Wir binden hier Jugendliche im Service, in der Küche und im Spülbereich mit ein, die sich im Übergang von Schule zum Beruf befinden. Sie haben Probleme mit Regelmäßigkeit, Pünktlichkeit zum Beispiel.“ Keine Trainingsplattform unter Laborbedingungen – die Resonanz durch die Gäste und das Erleben des Arbeitsalltags sind real.

Profis unterstützen

Zurzeit werden sieben Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren eingebunden. Profis im Küchen- und Servicebereich haben die Fäden in der Hand. Wie die 26-jährige Claudia Gallus, die gerne mit den Jugendlichen zusammenarbeitet: „Ein Feedback und die Arbeit im Team sind unheimlich wichtig.“ Während das Café freitags bis sonntags von 9 bis 21 Uhr geöffnet ist, wird die Küche an den anderen Wochentagen für einen Cateringdienst genutzt. Ab Montag beginnen andere Jugendliche gemeinsam mit Fachpersonal mit 20 Essen pro Tag. Ausgeweitet wird die Menge zur Versorgung von Offenen Ganztagsschulen in Dorsten.

Betreutes Wohnen

Und im oberen Geschoss wird derzeit noch renoviert. Dort finden demnächst fünf Mädchen im Alter von sieben bis 13 Jahren ein neues Zuhause. Sie haben eigene Zimmer, eine Küche und eine Betreuerin rund um die Uhr. „Diese Mädchen haben in ihrem Elternhaus Schlimmes erlebt. Wir wollen ihnen hier mit tiergestützter Pädagogik wieder zurück in die Normalität verhelfen“, erläutert Michael Braune. Im Außenbereich wird es Pferde und Ziegen geben. Investiert hat der LWL in dieses auf zehn Jahre ausgerichtetes Projekt eine sechsstellige Summe. „Das Café ist ein Saisonbetrieb von März bis Oktober. Alle anderen Projekte laufen rund ums Jahr.“

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