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Archäologen finden Überraschung an Lohausstraße

Kita steht auf historischem Grund

HALTERN An der Lohausstraße soll ein neuer Kindergarten gebaut werden, doch vor den Handwerkern kamen die Archäologen nach Haltern. Was sie 80 Zentimeter unter der Erde bei ihren Ausgrabungen fanden, überraschte die Wissenschaftler.

Kita steht auf historischem Grund

Auf dem ehemaligen Spielplatz an der Lohausstraße und am Rande des Gewerbegebietes Münsterknapp entsteht eine neue Kita, vorab machten Archäologen interessante Entdeckungen. Foto: Blossey

Vor über 2000 Jahren schlugen römische Legionäre in gut zwei Kilometern Entfernung zum Hauptlager (heute Römermuseum) ein Lager im Norden der Stadt auf. 1997, mit der Ausweisung des neuen Baugebietes In der Borg, suchten die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe vorab Spuren und fanden zum Beispiel markante Feld-Backöfen aus der Römerzeit.

„Wir können heute eine Lager-Größe von 30 Hektar rekonstruieren“, erklärte Dr. Bettina Tremmel (Provinzialrömische Archäologie beim LWL) auf Nachfrage. Nicht alles wurde 1997 untersucht, deshalb gab die Stadt vor dem geplanten Bau des neuen Fünf-Gruppen-Kindergartens an der Lohausstraße Grabungen in Auftrag, die eine Firma aus Köln unter Fachaufsicht der LWL-Archäologie Westfalen in den vergangenen Wochen durchführte.

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„Was wir entdeckt haben, überrascht uns“, so Dr. Tremmel. 80 Zentimeter unter der Erde schlummerten Zeugnisse einer viel älteren Siedlung. Sie wisse aus früheren Grabungen, dass beidseits der Münsterstraße in vorrömischer Zeit Ortsansässige siedelten, also Jahrzehnte vor Ankunft der Legionäre. Bei den Grabungen stießen die Wissenschaftler auf „handaufgebaute Keramik“, die sich deutlich von der römischen Keramik unterscheidet, und auf einen Pfosten, der zu einem Getreide- oder Vorratsspeicher gehörte. Weil es zur damaligen Zeit noch keine Aufzeichnungen gab, weiß man nicht, wie sich der Stamm nannte. Es waren keine Germanen, denn diese Bezeichnung taucht, so Dr. Tremmel, erst 50 Jahre vor der Ankunft der Römer auf.

Auf der künftigen Baustelle fanden die Archäologen nur eine Handvoll unbedeutender römischer Scherben. Sie gehen deshalb davon aus, dass an dieser Stelle während der römischen Belagerung Pferde oder Lasttiere weideten. Das Feldlager an sich bestand nicht aus Holzbauten, vielmehr kampierten die Legionäre in Lederzelten. Dr. Tremmel: „Wir hatten mit römischen Funden gerechnet. Aber so ist Archäologie – immer für Überraschungen gut.“ Die Baustelle ist nun frei gegeben, in Kürze erfolgt nach Auskunft der Stadt der Spatenstich für den neuen 2,8 Millionen Euro teuren Kindergarten mit 85 Plätzen.

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