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Steinmetz holt Grabstein von totem Mädchen in Haltern

Mutmaßlicher Grabstein-Dieb meldet sich bei der Redaktion

Haltern Der gestohlene Grabstein eines kleinen Mädchens vom katholischen St.-Sixtus-Friedhof hat für große Empörung bei der betroffenen Familie gesorgt. Nun kommt Licht in den Fall: Der vermeintliche Täter hat sich bei unserer Zeitung gemeldet.

Mutmaßlicher Grabstein-Dieb meldet sich bei der Redaktion

Nachdem der Grabstein eines kleinen Mädchens vom St.-Sixtus-Friedhof vermeintlich gestohlen wurde, ist nun klar: Der Steinmetz hat sich seinen Stein wiedergeholt. Foto: Eva-Maria Spiller

Der vermeintliche Dieb ist der Steinmetz, der den Stein im Februar 2017 angefertigt hat. Seine Begründung: „Die Familie hat die Rechnung nicht bezahlt. Bis heute wurde mir kein Cent überwiesen“, sagt Alexander Lust, Inhaber von Alexander Lust Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk mit Filialen in Haltern und Dorsten. Deshalb habe er den Stein und eine Laterne aus Naturstein in der vergangenen Woche vom Grab mitgenommen.

Eine offene Rechnung von 1860 Euro

1860 Euro schulde die Familie Alexander Lust. „Ein Mann und eine Frau kamen Ende Februar 2017 zu mir in den Laden, um sich einen Stein und die Schrift auszusuchen“, sagt Lust. Lust bestellt zwei Steine, damit die Familie eine Auswahl hat. Am Ende werden es ein braun-grauer Stein in Herzform mit Namenszug und dem Bild eines kleinen Bären. Dazu kommt die gewünschte Steinlaterne, die Alexander Lust selbst auf dem Grab platziert.

Grabstein von totem Mädchen in Haltern gestohlen

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Ein Brief, drei Mahnungen und vier Anrufe folgen, erinnert sich Alexander Lust. Doch die Familie habe er nicht mehr erreichen können. Auch eine beauftragte Inkassofirma habe zu keinem Ergebnis geführt. Deshalb habe er den Stein letzte Woche vom Grab wieder abgeholt: „Wenn sie nicht bezahlen können, wäre auch eine Ratenzahlung okay gewesen, aber wenn kein Kontakt zustande kommt: Was soll ich machen?“, fragt Lust. Lust hat sich auch bei der Polizei gemeldet.

„Kein Diebstahl im klassischen Sinne“

Nachdem der Fall in den vergangenen Tagen für Aufregung gesorgt hat, kam am Dienstagnachmittag dann die Wende: Der Bruder der Mutter, der unsere Zeitung wegen des vermeintlichen Diebstahls kontaktiert hatte, erklärte unserer Zeitung gegenüber, von seiner Schwester nichts von der unbezahlten Rechnung gewusst zu haben.

„Ich habe mich bei dem Steinmetz entschuldigt“, erklärt Michael M.*. Und die Entschuldigung hat Steinmetz Alexander Lust angenommen. Im Laufe der Woche soll der Grabstein wieder an seinem Platz stehen. Den will Michael M.* nun anstelle seiner Schwester in Raten von 50 Euro monatlich abzahlen. „Wenn am Ende alles bezahlt ist, dann ist es okay“, sagt Lust. Michael M.* will die Anzeige bei der Polizei nun zurücknehmen.

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