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Weniger Blutkonserven in den Ferienmonaten

R_tes Kreuz kl_gt über M_ngel _n N_chwuchsspendern*

HALTERN. Mit einer besonderen Aktion (siehe Überschrift) macht das Deutsche Rote Kreuz am heutigen Weltblutspendetag auf den Mangel an Blutkonserven aufmerksam. Auch in Haltern sinkt die Zahl der Blutspender kontinuierlich. Und es geht vor allen um A, B und 0.

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Eine Blutspende kann bis zu drei Leben retten, sagt das Rote Kreuz. Weil sie in drei Präparate „zerlegt“ wird. Foto: Foto: dpa

Das AB0-Blutgruppensystem teilt alle Menschen in Blutgruppen ein. Bei der bundesweiten Kampagne* des DRK unter dem Motto „Missing Type“ (fehlender Buchstabe/siehe Überschrift) lassen Unternehmen oder auch Sportvereine heute die Buchstaben A, B und 0 in Logos oder Schriftzügen aus. Das steht für die häufig benötigten Blutgruppen A, B und Null und soll das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Blutspende stärken. Und die Bürger zur Blutspende animieren. Auch in Haltern. Gerade junge Menschen sind schwer für Blutspenden zu gewinnen.

„Bei schönem Wetter herrscht größerer Bedarf an Blut“

In den Sommer- und Herbstferien gibt es jedes Jahr aufs Neue Engpässe. Das bestätigt auch das Sixtus-Hospital in Haltern. „Vor allem die Blutgruppe 0 negativ ist dann schwer zu beziehen“, berichtet Sprecherin Sarah Höchst auf Anfrage. Für die Engpässe gibt es viele Ursachen: Zum einen sind in der Ferienzeit viele Spender im Urlaub. Andere leiden bei Hitze unter Kreislaufproblemen. Dann sollten Blutspenden vermieden werden. Auch die Zahl der Unfälle, insbesondere Motorradunfälle, steigt im Sommer, weiß Dennis Kullick, Rotkreuzleiter in Haltern, zu berichten. „Bei schönem Wetter herrscht größerer Bedarf an Blut.“ Und es gibt noch ein anderes, wesentlich größeres Problem: „Wir verlieren deutschlandweit jedes Jahr 100.000 Spender“, sagt Stephan David Küpper, Sprecher des DRK-Blutspendedienstes West in Münster. Dieser schickt seine Fachteams auch zu Blutspendeterminen, die der DRK-Ortsverband Haltern organisiert.

Alterspyramide setzt auch dem DRK zu

Alter und Gesundheit der Stammspender – im Schnitt sind diese 45 Jahre und älter – sowie ein zunehmendes Desinteresse bei potenziellen Spendern seien für den Spenderschwund verantwortlich. „Grundsätzlich setzt uns auch die Alterspyramide zu“, klagt Küpper. „Wir bekommen nicht genügend Nachwuchs.“ Für jeden ausgefallenen Stammspender, der sonst jedes Jahr drei- bis viermal zur Blutspende gekommen sei, müsse das DRK ein bis zwei junge Leute motivieren.

Frühstücksbuffet nach der Blutspende

Dabei fällt der Rückgang der Spender-Zahlen in Haltern noch vergleichsweise moderat aus – nicht nur wegen der ländlichen Lage, wo die Hilfsbereitschaft traditionell größer ist. „Das liegt auch an uns“, sagt Dennis Kullick selbstbewusst. Selbst aus Dülmen kämen Spender zu den Halterner Blutspendeterminen. Man wisse das Frühstücksbuffet zu schätzen, erklärt Kullick. Und die bekannten Gesichter der ehrenamtlichen DRK-Helfer, „ohne die es“, wie auch Küpper sagt, „gar nicht geht.“

Bei den Terminen in der Halterner Hauptschule beispielsweise werden stets bis zu 300 Spender, in Sythen knapp 100, in Flaesheim rund 70 erwartet. Doch die Planungen müssen nicht immer aufgehen: In Flaesheim kamen am vergangenen Wochenende nur 38 Spender.

Blutspende als Einnahmequelle

Das DRK deckt bundesweit mehr als 70 Prozent des Bedarfs an Blutkonserven ab. Und verkauft diese an regionale Krankenhäuser. Auch das Sixtus-Hospital kauft seine Blutkonserven nach eigenen Angaben „ausschließlich vom DRK-Blutspendedienst in Münster“. Circa 200 Euro koste eine 200-Milliliter--Blutkonserve, informiert Sprecherin Höchst. Aus diesem Grund auch sieht sich das DRK oft mit dem Vorwurf konfrontiert, längst ein Wirtschaftskonzern zu sein, der allein mit Spenderblut Hunderte Millionen umsetzt.

„Man kann mit Blut gut Geld verdienen“, sagt Küpper. Und meint damit die privaten Blutspendeeinrichtungen. Damit aber wolle und könne sich das DRK nicht vergleichen. Das Bestreben, zu jeder Zeit eine sichere Vollversorgung der Bevölkerung mit Blutpräparaten zu garantieren, mache jegliches Gewinnstreben zunichte. Denn bereithalten müsse das DRK auch seltene Blutgruppen. Zudem führten die privaten Konkurrenten Entnahmezentren, zu denen die Spender kämen. „Das DRK ist jeden Tag mit 50 Lkw im Land zu Blutspendeterminen unterwegs“, sagt Küpper. Aufwendige Laboruntersuchungen und Materialkosten müssten ebenfalls finanziert werden. „Natürlich versuchen wir, bei jeder Spende ein bis zwei Euro übrig zu halten. „Damit finanzieren wir aber Neuanschaffungen wie zum Beispiel Blutspendemobile.“

Auch in Haltern ruft das DRK daher wieder zum Blutspenden auf: Am 17. Juni von 10 bis 14 Uhr im Pfarrheim St. Andreas in Hullern und am 6. Juli (15 bis 20 Uhr) in der Hauptschule.

Blutgruppe „AB-“ kommt am seltensten vor

37 Prozent der Deutschen haben die Blutgruppe „A+“.

Etwa 35 Prozent tragen die Blutgruppe „0+“, 9 Prozent die Blutgruppe „B+“ und je 6 Prozent die Blutgruppe „A-“ und „0-“. Am seltensten sind die Blutgruppen „AB+“ (4 %) „B-“ (2) und „AB-“ (1).

Die Blutspenden aus Haltern werden in Münster verarbeitet. Künftig soll dies im DRK-Zentrallabor in Hagen erfolgen.

Bis zu drei Menschen kann bestenfalls mit einer normalerweise 0,5 Liter umfassenden Blutspende geholfen helfen. Sie wird aufbereitet in ein Erythrozyten-Konzentrat, ein Plasma-Präparat und ein Thrombozythen-Präparat.

Ein Erythrozythen-Präparat (0,5 l) kostet 90 Euro.

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