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Gut unterhalten unterwegs

Stadtführungen locken viele Touristen und auch Einheimische

HALTERN Vielfältige Stadtrundgänge laden in Haltern dazu ein, die Heimat zu entdecken. Immer mehr Menschen nutzen diese Angebote. Und es sind durchaus nicht nur Touristen.

Stadtführungen locken viele Touristen und auch Einheimische

Unter dem Motto „Stadtgeflüster“ bietet die Stadt Haltern viele Themenführungen an. Foto: Sonja Kostersitz

Ein Gang durch die alte und die neue Zeit, bei dem es kleine Wunder zu entdecken gibt, von Menschen und Marotten erzählt oder „geguckt und geschluckt“ wird: Die Stadt Haltern bietet etliche Themenführungen an. Katharina die Hebamme, die den Müttern bei der Geburt ihrer Kinder zur Seite steht und dabei Einblicke in das Leben hinter verschlossenen Türen bekommt, der Kiepenkerl, der auf Platt oder Hoochdüütsk (Hochdeutsch) mit Kiepe und Holzschuhen ausgerüstet, „de Lüe von Dütt un Datt vertellt“ (den Leuten dies und das erzählt), Gesa vom Gänsemarkt, Charlotte von der Post, der Nachtwächter, der für Ordnung und Ruhe sorgt – die Liste der Charaktere, die Touristen und auch Einheimische durch die Straßen der Stadt führen, ist lang. Und das Interesse groß. Es gibt ja auch tatsächlich einiges zu entdecken.

Tourismusverband schätzt Haltern als „sehr gutes Reiseziel“

Haltern ist immer eine Reise wert, sagt Heidi Feige von Münsterland e.V.. Beim regionalen Tourismusverband mit Sitz in Greven wird die Stadt als „sehr gutes Reiseziel“ empfohlen. Sie habe mit dem Halterner Stausee, der Altstadt, dem Römermuseum, dem Ketteler Hof und scheinbar endlosen Radwegen durch die Natur einiges zu bieten. Und in der Umgebung gebe es außerdem Schlösser, Wildpferde und jede Menge Industriekultur zu besichtigen.

Ferienunterkünfte mit gutem Preis-Leistungsverhältnis

Weiterer Pluspunkt sind die Unterkünfte: „Haltern hat die meisten Ferienwohnungen in der Region, die sich außerdem durch eine sehr gute Qualität auszeichnen“, erklärt Heidi Feige. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimme dabei ebenfalls, so die Tourismus-Expertin. Auch für die Tourist-Information im Alten Rathaus findet sie nur lobende Worte.

124 Führungen und 2127 Teilnehmer in 2017

Dort begrüßt unter anderem Christiane Quinkenstein die Gäste der Stadt. „Viele nutzen die Stadtführungen, um Haltern kennenzulernen“, sagt die Mitarbeiterin der Tourist-Information. Im vergangenen Jahr seien 124 Führungen mit insgesamt 2127 Teilnehmern durchgeführt worden. Die Stadtführungen sind beliebt.

Öffentliche Führungen finden von Mai bis September an jedem ersten Samstag im Monat (11.15 Uhr ab Foyer Altes Rathaus) statt. Maximal 25 Personen sind zugelassen. Buchbar ist eine Führung aber grundsätzlich auch an jedem Wochentag. „Wir versuchen, alle Hebel in Bewegung zu setzen“, sagt Christiane Quinkenstein. In den allermeisten Fällen mit Erfolg.

„Hört, hört, ihr Leute,...!

Hermann Bösing ist einer der Halterner Nachtwächter. Der 68-Jährige mag seinen Job. Gruppen führt er zwischen Oktober und März zu abendlicher Stunde vom Marktplatz aus zum ältesten Gasthaus, dem Schwarzen Adler. Hier nächtigten schon päpstliche Gesandte, Goethe und sogar Napoleon. Der Weg führt weiter vorbei an den alten Fachwerkhäusern im Disselhof (dort wohnte der jüdische Mitbürger und Holocaust-Überlebende Alexander Lebenstein), hin zum Gänsemarkt (hier steht das älteste Wohnaus – es stammt von 1611) und zum Siebenteufelsturm, zum Richthof (hier geht es um den Lippeverlauf) und zum Judenfriedhof. „Hört, hört ihr Leute, ...“ ruft Bösing, bekleidet mit traditionellem Nachtwächterumhang und ausgerüstet mit Öllampe und Hellebarde. Auch viele Einheimische sind ihm schon durch die Stadt gefolgt. „Es sind nicht immer nur Touristen“, sagt Hermann Bösing. Auch bei Betriebsausflügen wurde er schon gebucht. Und was muss der Gast nach Meinung des alt eingesessenen Halterners unbedingt sehen? Bösing denkt nicht lange nach: „Marktplatz, Altes Rathaus, Kirche, Stausee, Kardinal-von-Galen-Park.“

Bürgerliche Dame, Gesa vom Gänsemarkt und Hebeamm Katharina

Im schwarzen Kleid, mit Schürze und Stiefeletten ist Gertrud Oelmann unterwegs, wenn sie als Dame des Bürgertums das Leben vor rund 200 Jahren wieder aufleben lässt. Die Route ist ähnlich, der Themenschwerpunkt diesmal anders. Hier geht es um die inhabergeführten Geschäfte der Stadt. Gertrud Oelmann verwandelt sich an anderen Tagen auch in Gesa vom Gänsemarkt oder in Hebamme Katharina. Von der Enge der Stadt im ausgehenden Mittelalter, als die Menschen dicht an dicht und zusammen mit Haustieren in dunklen Häusern lebten, ohne Strom und fließendes Wasser, weiß sie eindrucksvoll zu erzählen.

Bestimmte Fragen werden dabei immer wieder von den Teilnehmern gestellt: Wie kam der Siebenteufelsturm zu seinem Namen? Und wann nennt man die Bewohner dieser Stadt Halterner oder Halteraner? Gertrud Oelmann weiß die Antworten. Und schweigt. Und schmunzelt. „Die gebe ich dann bei der Stadtführung.“

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