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Halterner Studentin leistet Zahn-Nothilfe in Afrika

„Viele putzen mit dem Finger und Wasser oder mit Kohle“

sythen/NAMITETE Ein Afrika-Einsatz bedeutet für Zahnmedizin-Studentin Anna Leimbach harte Arbeit – zum Teil unter schwierigen Bedingungen. Zahnbürsten etwa sind in Malawi Luxus. Trotz aller Hindernisse aber ist Anna Leimbach dankbar.

„Viele putzen mit dem Finger und Wasser oder mit Kohle“

nna Leimbach im Einsatz: In Malawi behandelte sie Patienten unter erschwerten Bedingungen und brachte Kindern und Jugendlichen das richtige Zähneputzen bei. Foto: Foto: privat

Anna Leimbach ist noch ganz erfüllt von ihrem ersten Einsatz in Afrika. Im März reiste die Studentin der Zahnmedizin für die Organisation Planet Action nach Malawi und leistete medizinische Nothilfe.

Dort wird sie tief berührt von den Lebensbedingungen der Menschen, für die sogar die Zahnbürste ein Luxusartikel ist. Sie staunt aber auch über die Fröhlichkeit, mit der die Bevölkerung von Malawi ihr Schicksal meistert. „Die Leute sind sehr offen und gastfreundlich“, sagt die gebürtige Sythenerin Anna Leimbach. Nicht umsonst werde Malawi „Das warme Herz Afrikas“ genannt.

Achtjähriger konnte Leimbach gerade noch rechtzeitig helfen

Dabei gebe es genügend Gründe zum Jammern, denn in dem Dritte-Welt-Land ist die Armut so groß, dass viele Menschen nicht ausreichend und einseitig ernährt sind. Die Zeichen der Entbehrung werden dem deutschen Zahnärzteteam, das größtenteils stationär am St. Gabriel’s Hospital nahe der kleinen Ortschaft Namitete im Südwesten Malawis arbeitet, bei einem Besuch in einer Schule nur allzu deutlich. Als die 480 Schüler danach gefragt werden, wer eine Zahnbürste besitzt, melden sich sechs. „Viele putzen mit dem Finger und Wasser oder mit Kohle“, heißt es in dem Einsatzbericht der deutschen Helfer.

Die Folgen von schlechter Hygiene und Mangelernährung sehen sie beim Blick in die Mundhöhlen ihrer Patienten. „Wir haben fast nur Zähne gezogen“, beschreibt Anna Leimbach die Arbeit vor Ort. Die Behandlungen finden unter erschwerten Bedingungen statt. Ohne Röntgenaufnahmen, Behandlungsstühle und -licht sowie Absauggeräte werden sie zur medizinischen Herausforderung.

Beeindruckend, so berichtet es das Team, sei die Geduld und Tapferkeit, mit der nicht nur Erwachsene, sondern auch die Kinder die anstrengenden und umfangreichen Eingriffe über sich ergehen lassen. Zu ihnen gehört eine achtjährige Patientin, deren halber Gesichts- und Halsbereich durch eine Entzündung so angeschwollen ist, dass sie nicht mehr essen und schlucken kann. Die akute Abszedierung wird eröffnet und medikamentös behandelt. Dem Kind kann „gerade noch rechtzeitig“ geholfen werden.

„Viele putzen mit dem Finger und Wasser oder mit Kohle“

Die Sythener Zahnmedizin-Studentin Anna Leimbach engagiert sich für den Verein „Planet Action“. Foto: Foto: Benjamin Glöckner

Zahnarzt-Behandlung: 8 Euro, Monatseinkommen: 30 Euro

Eine zahnmedizinische Versorgung, die für uns eine Selbstverständlichkeit ist, können sich die meisten Menschen in Malawi nicht leisten. Die Dienstleistungen werden nämlich hauptsächlich in der Hauptstadt Lilongwe angeboten. Für einen Dorfbewohner aus Namitete würden Kosten für die Anreise und Behandlung von mindestens 7000 malawischen Kwacha (8 Euro) entstehen. Das können die meisten bei einem Monatsgehalt von 25.000 MKW (etwa 30 Euro) nicht bezahlen.

Die Versorgung durch das deutsche Helferteam wird so zum Segen für die malawische Bevölkerung auf dem Land. Vom besonderen Einsatz der Mediziner erfahren die Menschen übrigens in ihren Kirchen. Die Verkündung der Nachricht im Gottesdienst sei bei „größtenteils fehlender Telekommunikation unabdingbar für die Patientenrekrutierung“, wissen die Mediziner. Das System ist so erfolgreich, dass gleich am ersten Tag 80 Patienten auf die zwei Zahnärzte und fünf Studenten warten. Es ist in jeder Hinsicht eine Reise, die bei den Teilnehmern noch lange nachwirken wird.

Anna Leimbach ist wieder an ihren Studienort in Münster zurückgekehrt, wo sie Menschen unter modernsten Praxisbedingungen behandeln kann. Ihre Unterstützung für die Organisation Planet Action aber soll weitergehen. Die 24-Jährige kann sich außerdem einen weiteren Auslandseinsatz vorstellen. Ihr Wunsch ist es, in Malawi zu einer nachhaltigen Hilfe beizutragen.

HALTERN/INDONESIEN Der Halterner Bastian Horbel ist einen Monat durch den Inselstaat Indonesien gereist. Er berichtet von unglaublichen Korallenriffen, Umweltproblemen und erklärt, warum ihm Bali nicht so gut gefallen hat.mehr...

Weitere Informationen zu der Hilfsorganisation Planet Action e.V. finden Sie hier.

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