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„Bei 6000 bis 8000 Besuchern ist das unkontrollierbar“

Smartphone wird im Freibad zum Stresstest

Das Handy ist heute immer dabei. Auch in Freibädern. Das gefällt nicht allen Badegästen und auch einige Betreiber in NRW stört das. Wir haben nachgefragt, wie die Halterner Bäder mit dem Thema umgehen.

Haltern

von Eva-Maria Spiller

, 05.06.2018
„Bei 6000 bis 8000 Besuchern ist das unkontrollierbar“

Auch im Freibad Sythen ist das Fotografieren verboten. © Silvia Wiethoff

Das Smartphone ist überall dabei: beim Sport, beim Einkaufen – auch im Freibad. Ein Bild von den Freunden auf der Liegewiese, ein Video vom Beckenrand, wie der Nachwuchs seine ersten Bahnen zieht. Der Weg vom Daumen zum Auslöser ist kurz. Und das stört viele Badegäste, die nur leicht bekleidet im Wasser planschen. Ein Smartphone-Verbot im Freibad? Das ist bei vielen Bädern in NRW Thema. Wir haben nachgehört, wie die See- und Freibäder in Haltern am See damit umgehen.

Sind Smartphones in den Halterner Bädern verboten?

Nein. Ein Smartphoneverbot per se gibt es etwa im Aquarell, zu dem auch ein beheiztes Freibad gehört, nicht: „Da müssten Sie Taschenkontrollen machen. Bei 2000 bis 3000 Leuten vor dem Drehkreuz ist das völlig unrealistisch“, sagt Heinz van Buer von den Stadtwerken Haltern. Die betreiben das Freizeitbad Aquarell. Ähnlich sieht es auch Dr. Eberhard Geisler, Geschäftsführer vom Silbersee II: „Bei 6000 bis 8000 Besuchern ist das unkontrollierbar.“ Das Seebad äußert sich so: „Wir glauben nicht, dass man grundsätzlich den Gebrauch von Smartphones unterbinden kann.“ Und weiter: „Ein Fotoverbot wäre bei uns personell und wirtschaftlich nicht durchzusetzen.“

Darf ich Fotos in den Frei- und Seebädern machen?

Es ist generell verboten, Fotos von Dritten ohne deren Einwilligung zu machen und zu verbreiten. So sieht es der Paragraf 22 des Kunsturhebergesetzes (KunstUrhG) vor. Auch in den Badeordnungen des Aquarells, des Seebads und des Freibads in Sythen ist das festgehalten. Im Freizeitbad Aquarell etwa ist das Fotografieren und Filmen fremder Personen ohne deren Einwilligung nicht gestattet. Vom Freibadverein Sythen heißt es: „Zum Schutz unserer Badegäste ist das Fotografieren im Freibad verboten. Außerdem werden die Gäste mit einem Aushang am Eingang darauf hingewiesen.“

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Welche Strafen drohen, wenn Badegäste gegen das Fotoverbot verstoßen?

„Sehen wir Leute am Beckenrand, die dagegen verstoßen, weisen wir sie darauf hin“, sagt Heinz van Buer für das Aquarell. „Wenn sich Leute beschweren, gehen wir dem Fall nach und versuchen, den Gast zu stellen. Damit der Belästigte die Möglichkeit hat, das zur Anzeige zu bringen. Und wir sprechen ein Hausverbot aus.“

Wer im Seebad gegen die Haus- und Badeordnung verstößt, kann des Bades verwiesen werden. „In schweren Fällen geht es bis zur Anzeige wegen Hausfriedensbruchs“, sagt André Wortmann von der Seegesellschaft Haltern mbH.

Am Silbersee II sind auch private Sicherheitskräfte im Auftrag der Betreiber unterwegs. „Bei Missbrauch schreiten die auch ein“, sagt Geschäftsführer Dr. Eberhard Geisler. Etwa, wenn jemand Feuer lege, zu laut werde oder mit Glasflaschen hantiere. „Wenn es dann nicht aufhört, können wir ein Hausverbot für das Gelände aussprechen. Aber wir versuchen, dass es bei den mahnenden Worten bleibt.“

Gab es in der Vergangenheit bereits Probleme mit fotografierenden Badegästen?

„Probleme gab es in der Vergangenheit nicht“, sagt der Freibadverein Sythen. Auch im Seebad und am Silbersee habe es in den vergangenen Jahren laut Betreibern keine Auffälligkeiten gegeben. „Unangenehmes Fotografieren ist bei uns so noch nicht aufgetreten“, sagt Geisler für den Silbersee II.