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Heeker feiern 75 Jahre Heilige Kommunion

Ein Tuch für die Hostie und blaue Kommunionskleider

Heek Einige gläubige Heeker feiern am Weißen Sonntag den Jahrestag ihrer Heiligen Erstkommunion von 1942. Die Zeremonie hatte damals etliche Besonderheiten.

Ein Tuch für die Hostie und blaue Kommunionskleider

Zahlreiche aufbewahrte Stücke erinnern an die Erstkommunion vor 75 Jahren. Foto: Christiane Nitsche

Genau 75 Jahre. Und 361 Tage. Margret Fabry weiß noch genau, wann das war, als sie zur Heiligen Erstkommunion ging – am 12. April 1942. Am Weißen Sonntag, dem Sonntag nach Ostern, an dem traditionell die Kinder in der katholischen Kirche in das Sakrament der Heiligen Kommunion eingeführt werden.

1942, unter dem Diktat der Naziherrschaft, hatte die katholische Kirche keinen leichten Stand. Doch der tief verwurzelte Glaube und die Traditionstreue im Westmünsterland waren stärker. „Religion wurde sehr ernst genommen“, erklärt Pastor Josef Leyer . Am Weißen Sonntag 2018 wird er mit Margret Fabry und vielen ihrer Klassenkameraden von damals den 76. Jahrestag der Heiligen Erstkommunion zelebrieren.

Nur die kleine Glocke läutete

Margret Schwieters, wie Margret Fabry damals noch hieß, erinnert sich daran, wie das war in den Kriegsjahren: „Von den Kirchenglocken waren die beiden größten schon im Februar abtransportiert worden, für kriegsgewichtige Zwecke.“ Nur die kleine Ludgerus-Glocke habe geläutet, „als wir durch das Turm-Portal einzogen“. Links die Mädchen, rechts die Jungen im Hauptschiff der St.-Ludgerus-Kirche. Die Mädchen im dunkelblauen Kleid mit weißem Kragen, die Jungen im Matrosenanzug mit kurzer Hose und Kniestrümpfen

Das Zeremoniell war streng geregelt. Die Kommunionkinder hatten nüchtern zu sein. „Ich hatte Gewissensbisse, weil ich Zahnpasta geschluckt hatte“, erinnert sich Margret Fabry. „Auch berühren durfte man die Hostie nicht.“ Darum lag über der Bank ein langes, reich verziertes, weißes Tuch, das die Kinder bis unters Kinn an sich drücken mussten. „Damit die heilige Hostie, wenn sie mal fallen sollte, sicher auf dem Tuch landete.“ Dass sie dann unangenehm am Gaumen klebte – auch daran erinnert sie sich gut.

Ein Tuch für die Hostie und blaue Kommunionskleider

Pastor Josef Leyer, Margret Fabry und Änne und Heinrich Gellenbeck (v.l.) Foto: Christiane Nitsche

„Wir werden es wieder so machen wie damals“, sagt Pastor Leyer, der sich sichtlich freut. „Ich habe schon 60 Jahre Kommunion gefeiert, aber noch nie 75 Jahre.“

Zwar ist die neogotische Kirchenbank aus Sandstein Geschichte, an die damals die Kommunionkinder von ihren weiß gekleideten „Führengeln“ geleitet wurden: Sie soll irgendwo in der Dinkelböschung liegen. Er wisse leider nicht, wo, sagt der Pfarrer. Aber: „Ich habe eine detaillierte Beschreibung der Heiligen Kommunion von Pfarrer Grimmelt.“ Von Vikar Driehaus, der die Kinder in den Kriegsjahren in Religion unterwies, und von Pfarrer Burgholz, damals für die Sakramente zuständig, gibt es nur wenige verstreute Erinnerungsstücke.

Seltene Erinnerungsfotos

Gemeinsam mit Änne und Heinrich Gellenbeck, zwei Klassenkameraden, die später ein Ehepaar wurden, hat Margret Fabry den großen Tag vorbereitet. Keine leichte Aufgabe: Nach 75 Jahren spielt mitunter nicht nur die Erinnerung Streiche, auch die Datenlage ist schwierig. Von einstmals 45 I-Männchen leben heute noch 25. Die hat Margret Fabry angeschrieben und eingeladen. Am Weißen Sonntag, 8. April, beginnt um 11 Uhr die Messe in der Ludgerus-Kirche, wie immer musikalisch begleitet vom Musikverein. Danach wird gemeinsam gefeiert – anders als 1942, als nach der Messe alle nach Hause gingen, um Paten und andere Verwandte zu empfangen.

Und vielleicht gibt es dann auch endlich ein Gruppenfoto. „Fotoapparate hatten im Krieg Seltenheitswert“, so Margret Fabry. Die blaue Kommunionskleidung ist darum nur auf wenigen Einzelfotos dokumentiert. „Die gab es in Heek noch bis etwa 1957. Erst dann gab es hier weiße Kommunionkleider.“

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