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Heeker Schüler testen Berufe

Werkstatt statt Schule

Heek Beim Berufserkundungstag schnupperten 114 Achtklässler der Kreuzschule ins Arbeitsleben hinein. Wir haben drei von ihnen in eine Kfz-Werkstatt begleitet.

Werkstatt statt Schule

Franz-Josef Sundermann stellte Fabian, Lukas und Thomas (v.l.) den Beruf des Kfz-Mechatronikers vor. Foto: Falko Bastos

Als Lukas auf das Höhenbediengerät darf, beginnt der Besuch in der Kfz-Werkstatt Spaß zu machen. Mit seinen Mitschülern Thomas und Fabian ist der Achtklässler beim Autohaus Sundermann zu Besuch, um das bevorstehende Berufsleben mal ganz aus der Nähe zu erkunden. Dahinter steckt der Berufserkundungstag der KAB Heek in Zusammenarbeit mit der Kreuzschule. Einen ganzen Vormittag bekamen die 114 Schüler in die Arbeitsabläufe Heeker Unternehmen.

Für Fabian, Lukas und Thomas ist der Rundgang durch die Werkstatt schon die dritte Betriebsbesichtigung an diesem Tag. Vorher hatten sie bereits dem Fliesenleger Probst und dem Landwirtschaftsbetrieb Ostendorf einen Besuch abgestattet. Letzteres ist genau ihr Ding. Alle drei können sich eine berufliche Zukunft in der Landwirtschaft vorstellen. „Wegen der Maschinen und Tiere“, sagt Lukas. „Wegen der Abwechslung“, meint Thomas.

Reifenwechseln hat derzeit Hochsaison

Abwechslung gibt es aber auch in der Werkstatt. Geschäftsführer Franz-Josef Sundermann zeigt den Schülern, wie man Reifen wechselt. Eine Tätigkeit, die derzeit Hochsaison hat – für die Mechaniker in Sundermanns Werkstatt eine Menge Arbeit. „Wir wechseln bis zu 3500 Reifen und das innerhalb von zwei Monaten“, verrät Sundermann. Viele von denen sind eingelagert und stapeln sich meterhoch im Lager. So hoch, dass man das Höhenbediengerät braucht, das Lukas gleich ausprobiert. Auf Knopfdruck fährt sie zum obersten Regal.

Werkstatt statt Schule

Lukas testete das Höhenbediengerät im Reifenlager. Foto: Falko Bastos

Herausnehmen muss man die Reifen danach aber selbst. „Das ist auch körperlich anspruchsvoll“, macht Sundermann den Schülern keine Illusionen. „Vor allem Frauen kommen da schnell an ihre körperlichen Grenzen.“ Zwar bleibe die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker eine Männerdomäne. Aber Sundermann hat auch schon eine Auszubildende beschäftigt. „Wir bilden seit 28 Jahren aus und haben immer ein bis zwei Azubis“. Sein ganzes Werkstatt-Team hat die Ausbildung im Betrieb durchlaufen.

„Autos sind heute fahrende Computer“

Die ist im Laufe der Zeit immer anspruchsvoller geworden. Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker. Zur Mechanik ist in den letzten Jahren immer mehr Elektronik gekommen. Sundermann zeigt den Schülern, wie die Fahrzeugdaten am Computer ausgelesen werden. „Die Branche verändert sich extrem. Denn die Autos sind heute fahrende Computer“, so Sundermann. Weniger Arbeit für seine Werkstatt gibt es deshalb nicht. „Denn die Elektronik produziert immer auch Fehler.“

Zum Ende der Tour durch die Werkstatt können Fabian, Lukas und Thomas Fragen stellen. Nach den naheliegenden Fragen zu Arbeitszeit und Betriebsgröße bringt Fabian den Geschäftsführer für eine Sekunde aus dem Konzept. „Was tun Sie für die Umwelt?“, will er wissen. „Wir müssen Schadstoffe wie Altöl sammeln und für eine ordnungsgemäße Entsorgung sorgen“, antwortet Sundermann schließlich.

Trotz der Begeisterung der Schüler für die Landwirtschaft, gibt er nicht auf. „Vielleicht sieht man sich ja mal wieder“, sagt er zum Abschied. Denn im nächsten Jahr machen die Schüler ein dreiwöchiges Praktikum. „Es ist wichtig, überall mal reinzuschnuppern“, gibt er ihnen mit auf den Weg.

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