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Aldi-Räuber in Herbern

Aktenzeichen XY stellt Überfälle auf Aldi-Filialen nach

Herbern Nach einer Raubserie im Jahr 2017 auf verschiedene Discounter in der Region werden die beiden Täten, die auch in Herbern und Ascheberg aktiv waren, weiter gesucht. Die TV-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ hat sich am Mittwochabend mit dem Fall befasst.

Aktenzeichen XY stellt Überfälle auf Aldi-Filialen nach

In der TV-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ wurde der Fall einer Raubserie aus dem vergangenen Jahr behandelt. Die Täter waren auch in Herbern und Ascheberg aktiv. Foto: dpa

Ein Supermarkt in Hamm-Heessen am 30. Mai 2017: Zwei junge Männer stehen kurz vor Ladenschluss an der Kasse. Einer von ihnen fragt die Kassiererin nach dem Preis für eine schwarze Tragetasche mit Blumenmuster. Als die Frau ihm antwortet, zieht er plötzlich eine Waffe und brüllt die Kassiererin an: „Überfall! Ganz ruhig! Ein Ton und du bist tot!“ Während sein Komplize die Frau von der Kasse wegzerrt, positioniert sich der Waffenträger vor einer Bürotür im Hintergrund.

Er hatte beobachtet, wie der Filialleiter kurz zuvor dorthin mit einer Geldkassette verschwunden war. Als der Filialleiter das Büro wieder verlassen will, schlägt ihn der Täter nieder, schubst ihn in Richtung Tresor und fordert ihn auf, diesen zu öffnen. Der Filialleiter folgt der Anweisung. Die Beute des Räuber-Duos ist gering, die Verdächtigen flüchten unerkannt.

6 Überfälle binnen weniger Wochen

So wird einer von sechs Raubüberfällen auf Supermärkte in Herbern, Drensteinfurt, Ascheberg und Hamm binnen weniger Wochen im Jahr 2017 in der TV-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ rekonstruiert. Das Schema der Täter ist nahezu identisch: Sie schlagen kurz vor Ladenschluss zu, wenn keine anderen Kunden mehr im Geschäft sind, bedrohen die Mitarbeiter mit einer Waffe und lassen sich den Tresor öffnen. Für die Kriminalpolizei Hamm gestalten sich die Ermittlungen dennoch schwierig.

Aktenzeichen XY stellt Überfälle auf Aldi-Filialen nach

Die Aldi-Filiale an der Münsterstraße in Herbern überfielen die beiden Tatverdächtigen am 8. Mai 2017. Foto: Claudia Hurek

Trotz des ähnlichen Schemas könne man bislang nicht sagen, ob es sich um dieselben Täter oder gar eine Bande handelt, erklärte Kriminalhauptkommissar Martin Streubel in der Sendung am Mittwochabend: „Ganz so einfach ist es nicht. An allen Tatorten haben wir eine ganze Menge Spuren gefunden. Wie sich später herausstelle, konnte eine Vielzahl nicht ausgewertet werden. Die, die wir auswerten konnten, konnten wir noch nicht einer bestimmten Person zuordnen. Außerdem haben wir eine Vielzahl an unterschiedlichen Personenbeschreibungen.“

Unterschiedliche Täterbeschreibungen

Eine davon stammt von dem ersten Überfall, der sich am 8. Mai 2017 in der Aldi-Filiale in Herbern ereignete. Beide Männer sollen zwischen 20 und 30 Jahre alt gewesen sein und Russisch oder Polnisch gesprochen haben. Einer der beiden habe eine dunkle Mütze getragen, sei etwa 175 cm groß und schlank. Sein Komplize habe eine ähnliche Statur und schwarze, nach hinten gegelte Haare.

Aktenzeichen XY stellt Überfälle auf Aldi-Filialen nach

Dieser Verdächtige, ca. 20-30 Jahre alt, ca. 170 -175 cm groß, bedrohte die Aldi-Angestellten in Herbern mit einer schwarzen Pistole Foto: Polizei Coesfeld

Schon kurz nach der ersten Tat hatte die Polizei Phantombilder der beiden Tatverdächtigen anfertigen lassen - ebenso wie nach einem weiteren Überfall in Hamm. Die Polizei erhielt daraufhin mehrere Anrufe von Menschen, die meinten, den Täter zu kennen. Nach der Befragung einer Kassiererin erwies sich diese Spur jedoch als falsch.

Bei zwei Überfällen flüchteten die Täter in einem silbernen Van, den ein dritter Komplize gesteuert haben soll - vermutlich ein Opel Zafira oder VW Touran.

Aktenzeichen XY stellt Überfälle auf Aldi-Filialen nach

Der 2. Tatverdächtige des Überfalls auf den Aldi im Herbern am 8. Mai 2017. Foto: Polizei Coesfeld

Die TV-Sendung ist in der ZDF-Mediathek verfügbar.

Die Staatsanwaltschaft Dortmund und der Betreiber der Supermarktkette haben insgesamt 3000 Euro zur Ergreifung oder Ermittlung von Tätern ausgelobt. Hinweise nimmt unter anderem die Kriminalpolizei Hamm entgegen unter Tel. 023819163210

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