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Alt und makellos

HERBERN Das Lenkrad ist übergroß und wirkt fast ein bisschen nackt. Kein Lederbezug, keine Schalter am Steuer und erst recht kein Airbag. Auch das Armaturenbrett beschränkt sich auf das Notwendigste.

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Nicht futuristisch, sondern praktisch: Helm und Brille gehören zur Motorradausrüstung.

Ein Blick unter die Motorhaube begeistert die Oldtimerfans nicht nur, er regt auch zu Fachsimpeleien an.

Lediglich die wichtigsten Instrumente sind an Bord, von Ablagen, Radio und Navi nicht die Spur. All das gab es noch nicht im Jahr 1937, als der alte Riley konzipiert wurde. Kein Schnickschnack, nur auf das Wesentliche reduziert besticht dieser Oldie jedoch gerade durch seine Einfachheit. Auffallen tut er durch seine Form und dadurch, dass das Lenkrad rechts ist, statt links. Und noch etwas sticht dem Betrachter direkt ins Auge: Ein makelloses Äußeres. Nicht ein Anflug von Rost, keine Dellen, um es kurz zu sagen: Dieses Schätzchen ist gepflegt. Und er ist der ganze Stolz von Erich.

Kaum zu glauben, dass er vor fünf Jahren in Einzelteile zerlegt den Weg von England nach Deutschland fand. Eineinhalb Jahre hat Erich in liebevoll restauriert. "Nur das Innenleben des Motors habe ich von einer Firma aufarbeiten lassen". Vor sechs Wochen schnurrte der alte Riley mühelos über den Nürburgring und Erich war stolz. Die Freude darüber teilt er gerne mit anderen Oldtimerfans.     

Alle sind gleich

    Viele von ihnen trifft er in Herbern. Dort nämlich findet jeden dritten Mittwoch im Monat bei Heiner Hammwöhner ein Oldtimertreffen statt. Er hat dieses Projekt mit Theo Wellmann ins Leben gerufen. Das Besondere dabei ist: Jeder ist willkommen. "Hier gibt es keine Aufteilung nach Klassen oder Marken", sagt Hammwöhner. Und so rollen einmal im Monat unzählige Zwei- und Vierräder älteren Semesters gen Herbern und machen Halt bei der Gaststätte "Zum letzten Wolf".

Für jeden etwas dabei

Hinter der Gaststätte parken dann auf der großen Wiese unzählige Raritäten: Ein Austin GB steht da neben einem Healey Sprite und einem alten AC oder Daimler 280 CE. Weiter hinten ist ein alter VW Bulli abgestellt, sowie Traktoren und vorne kommen die Zweiradfans auf ihre Kosten. Verschiedene Harley Davidsons aber auch eine alte Motoguzzi sind da. "Hier steht nicht das Auto im Mittelpunkt", erklärt Zweiradfan Dieter. Und genau das ist der Grund weshalb alle so gerne hier hin kommen.

VertrauenssacheDieter sammelt italienische Motorräder, reist dafür bis zum Gardasee, Immola oder Bergamo. Und natürlich nach Herbern. Denn hier kann er sich austauschen, Fachsimpeln, erhält nützliche Tipps und zusätzlich leckeres Essen. Über das Internet werden die    Oldtimerfans nicht fündig, erfährt man bei dem Treffen. "Man muss einen kennen, der einen kennt", sagt Dieter. Schnell wird deutlich: Die Anschaffung der Alten Schätzchen oder auch entsprechender Ersatzteile hat viel mit Vertrauen zu tun.

Stammtisch im Winter Seit einem Jahr treffen sich die Oldtimerfans nun schon in Herbern. Sie kommen von überall her. Das Treffen hat sich rumgesprochen und wird begeistert angenommen. Von November bis Februar bleiben die blitzenden alten Karossen jedoch zu Hause, dann kommen nur die Fahrer zum Stammtisch zu Heiner Hammwöhner.

      

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Nicht futuristisch, sondern praktisch: Helm und Brille gehören zur Motorradausrüstung.

Ein Blick unter die Motorhaube begeistert die Oldtimerfans nicht nur, er regt auch zu Fachsimpeleien an.

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