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Bürgerbus in Ascheberg

Für einen Euro von Herbern nach Ascheberg

Ascheberg Seit zwölf Jahren kutschiert der Bürgerbusverein seine Fahrgäste durch die Gemeinde Ascheberg. Für kleines Geld gelangt man als Fahrgast von Ascheberg nach Herbern. Ein Angebot, das immer beliebter wird – und manchmal auch für eine Überraschung gut ist.

Für einen Euro von Herbern nach Ascheberg

Der Bürgerbus ist für viele Menschen eine gute Alternative, um in Ascheberg von A nach B zu gelangen. Bernhard Wittenbrink und Regina Syrig gehören zum Fahrer-Team des Vereins. Foto: Claudia Hurek

Dienstagmorgen 7.15 Uhr in Herbern. Eigentlich könnte Regina Syrig sich entspannt noch einmal umdrehen und den Vorteil des längeren Liegenbleibens dank ihres Ruhestandes genießen. Zweimal im Monat verzichtet sie darauf und macht sich auf den Weg nach Ascheberg; ganz freiwillig und im Dienste der guten Sache. Als erste Frau im Fahrerteam des Bürgerbusvereins hat sie seit ihrer ersten Fahrt am 21. Mai 2007 viele Kilometer zurückgelegt und unzählige Fahrgäste innerhalb der Gemeinde befördert. Ihr damaliger Wunsch nach Kolleginnen hat sich schnell erfüllt. Inzwischen unterstützen mit Maria Krampe, Ursula Hülk und Brigitte Bleckmann drei weitere Frauen das 27-köpfige Fahrerteam des Vereins.

Pünktlich um 7.30 Uhr schließt sie die Tür zur Garage auf dem Betriebsgelände des Bauhofes auf, in der der Bürgerbus auf seinen Einsatz wartet. Als kleine Aufmerksamkeit liegt auf dem heutigen Einsatzplan ein Schokoosterhase auf dem Beifahrersitz. Achim Rossmann vom Wartungsteam sorgt nicht nur für einen sauberen, vollgetankten und immer fahrbereiten Bus, sondern legt ausschließlich für die Frauen des Teams immer eine Nascherei als kleine Aufmerksamkeit bereit. Auf dem Einsatzplan sind alle Haltestellen aufgeführt; für jeden Fahrgast wird ein Strich vermerkt, um am Ende des Tages eine genaue Kontrolle über die Einnahmen zu haben sowie, übers Jahr gesehen, die Fahrgastzahlen für die Statistik zu ermitteln.

12 Haltestellen zwischen Ascheberg und Herbern

Die erste Haltestelle fährt sie pünktlich um 7.45 Uhr in Davensberg an; der erste Fahrgast an diesem Dienstagmorgen ist Fritz Seifert, der einmal wöchentlich von der Haltestelle Schule bis zum Bahnhof fährt, um mit dem Zug weiter nach Münster zu fahren. „Für mich ist dieser Service sehr hilfreich,“ sagt der ältere Herr. „Aufgrund meiner Krankheit bin ich auf Krücken angewiesen und nicht mehr so gut zu Fuß.“

Für einen Euro von Herbern nach Ascheberg

Mohsen Raji und Areza Amiri nutzen den Bürgerbus oft und gerne. Foto: Claudia Hurek

Weiter geht es zur Haltestelle Elbers, wo ein überraschender Fahrgast an der Haltestelle wartet. Fahrerkollegin Ursula Hülk steigt heute einmal als Fahrgast ein. „Ich bin am Meniskus operiert worden und darf momentan kein Auto fahren,“ erzählt sie. „Ich muss zum Arzt nach Ascheberg und hab gedacht, warum nicht mit dem Bürgerbus. Mein Mann macht derweil schon mal den Haushalt, er muss mich ja nicht fahren“, fügt sie lachend hinzu. Über Ascheberg mit rund zwölf Haltestellen geht es dann nach Herbern, wo an der Haltestelle Rankenstraße eine gut zehnminütige Pause eingeplant ist, bevor es nach Capelle zum Bahnhof weitergeht.

Bürgerbus wird täglich genutzt

Nach dem Eintreffen der Eurobahn mit potenziellen Fahrgästen für den Bus geht die Fahrt retour. In Herbern steigen Mohsen Raji und Areza Amiri zu. Beide müssen heute zum Amt nach Ascheberg. Mohsen Raji nutzt den Service des Bürgerbusses außerhalb der Ferien täglich. „Von Montag bis Freitag fahre ich mit dem Bürgerbus zum Bahnhof, um dann mit dem Zug nach Münster zu meiner Sprachschule zu fahren.“

Zurück in Davensberg startet die Tour erneut Richtung Bahnhof Capelle, bevor um 12.45 Uhr die Schicht für Regina Syrig zu Ende geht. Die Fahrten am Nachmittag übernimmt ihr Kollege Bernhard Wittenbrink.

Für einen Euro von Herbern nach Ascheberg

Für einen sicheren und trockenen Unterstellplatz hat die Gemeinde Ascheberg eine Garage bauen lassen. Foto: Claudia Hurek

Insgesamt 24 Fahrgäste hat sie an diesem Vormittag befördert. „Man merkt noch, dass Ferien sind“, so Syrig. „Da ist es immer etwas ruhiger.“

Ob nun ältere Menschen, die selbst kein Auto mehr fahren können, Berufstätige, die kein Auto fahren wollen, Schüler und Studenten, die ihr Geld zusammenhalten müssen – für all diese Menschen ist der Bürgerbus eine gute und günstige Alternative, um innerhalb der Gemeinde von A nach B zu kommen. Eine Fahrt innerhalb eines Ortsteils kostet 50 Cent, die Strecke Herbern-Ascheberg beispielsweise einen Euro. Die stetig steigenden Fahrgastzahlen der vergangenen zwölf Jahre sprechen eine deutliche Sprache.

Ehrenamtliche Helfer im Einsatz

„Viele nette Gespräche mit den Fahrgästen, die oftmals Persönliches aus ihrem Leben erzählen, machen den Dienst sehr kurzweilig“, sagt Syrig. „Auch Kochrezepte haben wir schon mal ausgetauscht.“ Eins haben alle Fahrer und Fahrerinnen sowie die Männer vom Wartungsteam gemeinsam: Sie engagieren sich liebend gerne ehrenamtlich für die gute Sache und sind mit ganzem Herzen dabei.

Die Damen des Teams würden sich über weiblichen Nachwuchs sehr freuen. Wer Interesse, einen gültigen Führerschein sowie zweimal monatlich fünf Stunden Zeit hat und sich ebenfalls in den Dienst der guten Sache stellen möchte, ist jederzeit willkommen.

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