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Kurden drücken die Daumen für Deutschland

ASCHEBERG/NORDKIRCHEN "Wir kommen aus der Türkei", sagt Halis Tün. "Aber beim Fußballspiel am Mittwoch halten wir alle ganz fest zu Deutschland." Warum das? Der Grund ist klar: Halis Tün und seine Angehörigen sind Kurden und haben unter türkischer Herrschaft gelitten. Nahe der irakischen Grenze wurde Halis vor 22 Jahren geboren.

Kurden drücken die Daumen für Deutschland

Halis Tün drückt Deutschland im EM-Spiel gegen die Türkei ganz fest die Daumen.

Ein Jahr später floh die Familie vor politischer Verfolgung nach Deutschland und erhielt hier Asyl.Halis Tün hat in Lüdinghausen sein Abitur gemacht und studiert jetzt Bauingenieurwesen. Deutschland ist die zweite Heimat Die Familie wohnt in Ascheberg und betreibt in Nordkirchen den kurdisch-türkischen Schnellimbiss an der Bergstraße. Da hilft auch Halis öfter aus, um sich Taschengeld zu verdienen. "Eigentlich sollte die Politik den Sport nicht belasten", findet der 22-Jährige. Eine Europameisterschaft könnte sogar der Völkerverständigung dienen. Doch im Falle der Türkei sieht er das anders: "In der Türkei werden die Menschenrechte mit Füßen getreten. Im Kurdengebiet wird überhaupt nicht investiert. Es gibt keine Infrastruktur. An vielen Stellen sieht es aus wie in Afrika. Wer kurdisch spricht, lebt gefährlich. So ein Land will in die EU. Das ist doch nicht zu fassen."

Und weil jeder sportliche Sieg der Türkei auch für politische Zwecke missbraucht werde, das politische System stärke, möchte Halis nicht, dass die Türkei gewinnt. Der deutschen Mannschaft drückt er schon deshalb die Daumen, weil alle in seiner Familie die deutsche Staatangehörigkeit besitzen. "Deutschland ist unsere zweite Heimat. Hier haben wir viel mehr Rechte als wir sie jemals in der Türkei hatten", sagt er.

Bei Sieg die Fahne schwenken

Doch schon im Viertelfinalspiel der Türkei hat er zu Kroatien gehalten. Als die Türkei in letzter Sekunde das Tor schoss, dachte er: "Da hat der Teufel seine Finger im Spiel."

In dem Schnellrestaurant an der Bergstraße hängt die deutsche Fahne. Die will Fußballfan Halis Tün am Mittwochabend nach einem Sieg für Ballack, Poldi und Co. schwenken - und möglichst auch nach dem Finale am Sonntag.

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