Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Milchboykott: Die Kuh ist vom Eis - passend zur EM

ASCHEBERG Erste Lücken in den Regalen, doch auch die Bauern stießen an ihre Grenzen. Der Milchboykott war auch in Ascheberg spürbar.

/
Milchpreis hin oder her: Die Kühe von Bauer Ansgar Hegemann aus Ascheberg lassen es sich derweil schmecken - ihnen merkt man den Hickhack in diesen Tagen nicht im geringsten an.

Beteiligen sich am Milch-Lieferboykott: Bauer Ansgar Hegemann und Azubi Dirk Hunkemöller

Doch gestern Nachmittag die erlösende Nachricht: Die Milchbauern beendeten den Boykott! Am Morgen trafen sie sich noch zu einem bundesweiten Aktionstag im Hinblick auf die Milch-Preisverhandlungen mit dem Lebensmittelhandel in Berlin. Landwirt Ansgar Hegemann war nicht dabei. Er weilte stattdessen in einem heimischen Supermarkt: „Die Milch aus den Regalen kaufen!“, wie er nüchtern sagte.

Für den 31-jährigen Bauern sei diese Nachricht aber keine allzu große Überraschung gewesen: „Das war doch abzusehen!“. Wie lange hätten wir dem standhalten können?“.

Erste Signale gab es in den vergangenen Tagen bereits von Discountern wie Lidl und Aldi-Süd. „Die haben ja schon gesagt, dass Butter 20 Cent teurer wird und das sie den Landwirten etwa 43 Cent für den Liter Milch zahlen wollen“, blickte der Jungbauer zurück. „Meine Familie und meine Angestellten – wir haben die Hoffnung nie aufgegeben und sind jetzt natürlich heilfroh, dass Land in Sicht ist!“.

"Schock saß tief"

Vor wenigen Tagen sah alles noch ganz anders aus: Das Ehepaar Hegemann kam just aus den Flitterwochen, als es von der aktuellen Situation um die Milch Wind bekam. „Der Schock saß zunächst tief“, gab der junge Bauer zu verstehen, bekam jedoch die Kurve und solidarisierte mit anderen Milchbauern. „Seit letzten Donnerstag saßen wir mit im Boot“, strotzte Hegemann.

Mit im Boot hieß: Bis einschließlich gestern 'floss' kein Tröpfchen Milch vom Hofe Hegemanns in den Lebensmittelhandel – Milchboykott! 2000 Liter Der Landwirt besitzt 85 Milchkühe die 2000 Liter Milch am Tag geben. „Ich hatte die Milch an unsere Kälber und Schweine verfüttert“, erklärte er selbstverständlich.

600 Euro Schaden - täglich

Jeden Tag hätte er dadurch einen Schaden von rund 600 Euro. „Da es monatsweise Milchgeld gibt, haben wir noch ein paar Reserven aus der ersten Maihälfte. Das ist soeben vorbei. „Das wäre auch sonst ein harter Tobak gewesen“, urteilte der 31-Jährige. Zu lange hätte er dem Boykott nicht mehr standhalten können.

„Nun kommt morgen Früh der Milchfahrer von der Humana Milchunion“, freute Ansgar Hegemann sich, „und ich brauche ihn nicht wieder heim schicken!“. Alle zwei Tage holt die Union 4000 Liter bei Hegemanns ab.

Fairer Preis

Folglich seien 43 Cent pro Liter Milch auch für den Bauern ein fairer Preis. „Alles wird doch teurer“, mischte sich Azubi Dirk Hunkemöller ein; und bekam postwendend ein Kopfnicken seines Bosses. „Das waren doch keine richtigen Verhältnisse mehr“, ärgerte sich der Bauer noch, „ich hoffe wirklich, dass jetzt auch langfristig alles gut wird“.

Endlich kann der Alltag wieder zurückkehren. „Rechtzeitig zur Fußball-EM“, lachte Ansgar Hegemann.

/
Milchpreis hin oder her: Die Kühe von Bauer Ansgar Hegemann aus Ascheberg lassen es sich derweil schmecken - ihnen merkt man den Hickhack in diesen Tagen nicht im geringsten an.

Beteiligen sich am Milch-Lieferboykott: Bauer Ansgar Hegemann und Azubi Dirk Hunkemöller

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

CDU drückt Haushalt in Ascheberg durch

Christdemokraten entscheiden Votum im Rat

Ascheberg Die Mehrheitsfraktion der CDU verabschiedete am Dienstag den Haushalt für Ascheberg in 2018. Die Opposition rund um die SPD nutzte die „Debatte“ hingegen zur Abrechnung.mehr...

Rat verabschiedet Melanie Wiebusch

Politiker verteilen zum Abschluss viel Lob

Ascheberg Melanie Wiebusch, Leiterin von Ascheberg Marketing, wechselt bekanntlich zum 1. April als Leiterin ins Forum Oelde. Somit war die Ratssitzung am Dienstagabend ihr letzter offizieller Auftritt im politischen Raum. Und das nutzten die Fraktionschefs, um sich von der 41-Jährigen in besonderem Maße zu verabschieden.mehr...

Rentner aus Herbern mit neuen Hobby

Klaus Hilber und sein „Fitnessstudio im Wald“

Herbern Als sich Klaus Hilber überlegt, als Rentner künftig selbst für sein Brennholz im Wald zu sorgen, erfährt er, dass das gar nicht so einfach ist. Er muss zuerst gewisse Voraussetzungen erfüllen.mehr...

Herbern Seit sieben Jahren unterstützt die Ascheberger Tafel mit ihren zwei Ausgabestellen bedürftige Familien. Oft stehen harte Schicksalsschläge hinter ihrem Armutsproblem.mehr...

48. Frühjahrsbasar in Herbern

Hunderte Besucher stürzen sich ins Getümmel

Herbern Viel los war am Wochenende beim 48. Frühjahrsbasar „Rund ums Kind“ in Herbern. Mehr als 12.000 Artikel wurden angeboten. Der Termin für den Herbstbasar steht auch schon fest.mehr...

Ascheberg Das Leben für die Ascheberger Familie Mustermann verbilligt sich. Um genau 16,28 Euro im Jahr. Weil eine Senkung der Grundsteuer B geplant ist. Doch die Einsparung hätte noch größer ausfallen können.mehr...