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Numerus Clausus wird 50

Kirchhellenerin wartete viele Jahre vergeblich auf einen Studienplatz

Kirchhellen Weil die Hörsäle überfüllt waren, wurde am 27. März 1968 die Einführung des Numerus Clausus beschlossen. Viele junge Menschen dürfen seitdem ihr Wunschstudium nicht antreten. Auch Mayra Flick.

Kirchhellenerin wartete viele Jahre vergeblich auf einen Studienplatz

Immer mehr Abiturienten wollen studieren, dürfen aber nicht, weil ihr Abi-Durchschnitt nicht gut genug ist. Foto: picture alliance / dpa

„Mir war eigentlich von Anfang an klar, dass ich keinen Studienplatz bekomme. Trotzdem wollte ich es versuchen“, erzählt Mayra Flick. Die Kirchhellenerin hat 2012 ihr Abitur gemacht und wartet seitdem auf einen Studienplatz für Medizin. „Der Numerus Clausus (NC) für Medizin lag bei 1,1 und auch wenn ich einen Durchschnitt von 1,9 hatte, das konnte ich nicht erreichen.“ Die Kirchhellenerin sah sich deshalb nach Alternativen um, machte eine Ausbildung in der Pflege und wartet noch immer. „Das es so lange dauern würde, hatte ich nicht erwartet. Einige meiner Bekannten machen jetzt ihren Abschluss. Das System ist nicht gerecht.“

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So wie Mayra geht es vielen Abiturienten. Immer mehr junge Menschen machen ihr Abitur und möchten studieren, die Zahl der Studierenden hat in den letzten Jahren immer weiter zugenommen. „Viele Abiturienten streben ein Studium oder häufig ein Duales Studium an“, weiß Oliver Schulte, Oberstufenkoordinator am Vestischen Gymnasium Kirchhellen. Und immer mehr Abiturienten steht der Numerus Clausus im Weg. Im Wintersemester 2017/18 waren laut dem CHE Studiencheck 36,2 Prozent der Studiengänge in NRW mit einem NC belegt. Den höchsten NC hatten neben Medizin Fächer wie Psychologie oder Biomedizin.

NC als Notmaßnahme?
Die Macher des Numerus Clausus hatten sicher nicht erwartet, dass einmal so viele Studiengänge zulassungsbeschränkt sein würden. Als der Numerus Clausus vor exakt 50 Jahren, am 27. März 1968 eingeführt wurde, sollte er nur eine „zeitlich begrenzte Notmaßnahme“ gegen die überfüllten Universitäten sein. Und doch gibt es ihn bis heute. Das frustriert viele junge Leute. Auch Mayra. „Nur weil man ein Abitur von 1,0 oder 1,1 hat, ist man ja nicht gleich ein besserer Arzt“, findet sie. „Wenn man Menschen sagen muss, dass sie schwer krank sind oder dass sie sterben, muss man ganz andere Fähigkeiten haben.“ Es gebe genug Medizinstudenten, die gerade dies nicht könnten. Das hat 2017 auch das Bundesverfassungsgericht erkannt und entschieden, dass der NC für Medizinstudiengänge zum Teil verfassungswidrig ist.

Mayra hilft das allerdings nicht mehr. „Ich habe mich jetzt entschieden, nicht mehr länger zu warten, und möchte Pflegewissenschaften studieren. Ehe ich mit Medizin fertig wäre, würde das noch Jahre dauern. Und ich möchte nicht noch mit 40 Jahren im Schichtdienst arbeiten.“ Der Vorteil: Pflegewissenschaften kann sie auch berufsbegleitend studieren. „Das ist zwar bürolastiger, aber ich hoffe, dass ich etwas verändern kann und Missstände in der Pflege aufheben kann. Ich habe ja in meiner Ausbildung Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt.“

Gerne als Ärztin gesehen
Denn die Pflege ist „chronisch überbelastet“ und oft auch sehr stressig. Mayra Flick macht es aber noch Spaß. Auch wenn sie dem Medizinstudium noch ein wenig hinterher trauert. „Ich habe es wirklich immer wieder neu versucht, bin aber demotiviert.“ Zu viel Zeit sei inzwischen verstrichen. „Ich hätte mich gerne als Ärztin gesehen. Aber das hat wohl nicht sollen sein.“

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