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Selbst der Lehrer kam nach 60 Jahren noch zum Legdener Klassentreffen

60 Jahre schulfrei

Legden Der Abschlussjahrgang 1958 der Legdener Volksschule hat ein emotionales Wiedersehen gefeiert. Mit dabei war sogar ein Lehrer von damals.

60 Jahre schulfrei

Die Legdener Schüler bei der Kommunion 1952.

Willi Schröer erinnert sich an seinen ersten Schultag als Lehrer vor 64 Jahren, als wäre es gestern gewesen. „Ich stehe vor der Tür, die Schüler sitzen schon drinnen. Der Direktor schickt mich hinein. Da hatte ich richtige Sorgen. Es könnten ja auch Flegel sein.“

Als er die Abschlussklasse 1958 der Volksschule Legden zum 60-jährigen Klassentreffen wiedersieht, verrät er, dass diese Sorgen unbegründet waren: „Es war eine wunderbare Klasse.“ Der 88-Jährige ist der letzte verbliebene Lehrer des Abschlussjahrgangs und die zehnährigen Knaben, die er damals unterrichtet hatte, sind heute Rentner.

Ohne Facebook organisiert

So wie Aloys Deuker. Der hat das Klassentreffen zusammen mit Helmut Heinzel, Heinz Iking und Maria Sicking organisiert. Und das ganz ohne Facebook und Co. „Das Geheimnis ist eine vernünftige Adressliste“, sagt er. Ein Problem seien höchstens die Namensänderungen bei verheirateten Frauen. „Aber jeder kennt einen, der was weiß.“ Nur einer aus der damaligen Abschlussklasse gilt seit einem Umzug nach Berlin als verschollen.

Alle fünf Jahre trifft sich die Gruppe. „Aber die Reihen lichten sich langsam“, so Deuker. Sieben Todesfälle seit dem letzten Treffen hat die Gruppe zu beklagen. „Da merkt man, dass man alt wird“, seufzt Aloys Deuker. Dramatisch bekommen dies die Klassenkameraden vor Augen geführt, als einer der Teilnehmer mit einem Krankenwagen abgeholt werden muss.

Emotionales Ereignis

Für die 24 alten Schulfreunde ist das Wiedersehen ein emotionales Ereignis. Hermann Gehlmann hat das letzte Treffen verpasst und sieht seine ehemaligen Mitschüler nach zehn Jahren wieder. „Es ist beeindruckend, wie stark der Zusammenhalt ist. Wir sind eine echte Gemeinschaft“, so Gehlmann. „Wir sind alle normale Leute. Bundeskanzler ist keiner von uns geworden“, sagt Aloyis Deuker. Wie selbstverständlich küren fast alle auf Platt.

„Das Treffen ist etwas Besonderes. Es gibt so viel zu erzählen“, meint Gertrud Boom. „Man muss aber erst mal gucken, ob man alle noch erkennt“, sagt Gisela Depenbrock. Damit hat Aloys Deuker keine Probleme. „Einige haben sich kein bisschen verändert“, sagt er, während er das Kommunionsfoto von 1952 anschaut. Auch Willi Schröer hat keine Erinnerungslücken: „Die erste Klasse vergisst man nie.“

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