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Kein normales Baugebiet

Legdener Bahnhofstraße

An der Bahnhofstraße sollen Mehrparteienhäuser gebaut werden. Ein erster Entwurf wurde von Mitgliedern des Planungsausschusses kritisch betrachtet.

LEGDEN

von Christian Boedding

, 21.06.2018
Kein normales Baugebiet

Wo früher das Kornhaus stand, sollen bald Mehrparteienhäuser stehen. © Markus Gehring

Bis zum Frühjahr 2016 stand an der Bahnhofstraße das Kornhaus. Nach dem Abriss erklärte Investor Jürgen Stapelbroek, das freigeräumte Areal bebauen zu wollen (Münsterland Zeitung berichtete). In der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses stellte die Verwaltung eine erste Projektskizze vor.

„Wir haben in den vergangenen Monaten Gespräche mit dem Investor geführt“, sagte Bürgermeister Friedhelm Kleweken. Vorgestellt werde ein erstes Strukturkonzept, wie eine Bebauung aussehen könnte. Zu Beginn des Verfahrens gelte es, einen Bebauungsplan aufzustellen und den Flächennutzungsplan zu ändern. Letzteres ist erforderlich, weil die Flächen nicht nur als Gewerbegebiet ausgewiesen sind (9000 Quadratmeter), sondern zu einem kleineren Teil (2000 Quadratmeter) auch als Fläche für die Landwirtschaft.

„Keine Monokultur“

Das neue Baugebiet soll über eine an die Straße „Am Kornhaus“ anschließende Planstraße (6,50 Meter breit) erschlossen werden. Die vorgesehene Bebauung besteht in Richtung Bahntrasse aus giebelständigen Mehrparteienhäusern. „Der Investor wünscht sich zweigeschossige Bauten“, erklärte Fachbereichsleiter Helmut Schiermann. Möglich seien Pult- oder Satteldächer. „Wir wollen dort keine Monokultur.“ Zur Fassadengestaltung sagte Helmut Schiermann, dass „mit Fenstern und Materialien gespielt“ werden könne. Bürgermeister Friedhelm Kleweken legte Wert darauf, dass über einen ersten Entwurf diskutiert werde. „Wir wollen heute sehen, ob das überhaupt von der Politik mitgetragen wird.“ In den Mehrparteienhäusern seien „eher kleine Wohnungen“ geplant. „Auch Aufzüge sind vorgesehen, zum Beispiel für Menschen mit altersbedingten Handicaps. Solche Wohnungen sind in Legden Mangelware.“

Geplant sei vom Investor, die Häuser „in einem Rutsch“ zu bauen, erklärte der Bürgermeister. Die Flächen kämen nicht auf den freien Markt. Friedhelm Kleweken: „Es ist nicht das übliche Baugebiet, in dem Einfamilienhäuser entstehen. Es werden wohl Mietwohnungen. Ob auch Eigentumswohnungen geplant sind, kann ich nicht sagen.“ Das sei Sache des Investors.

„Es muss städtebaulich passen“

Berthold Langehaneberg (CDU) stieß sich an der relativ massiven Bebauung. „Rundherum sind Einfamilienhäuser. Es muss städtebaulich passen.“ Jens Wessels (Sachkundiger Bürger) zählte überschlägig 50 Wohneinheiten. „Dazu kommen dann rund 100 Autos. Das ist eine erhebliche Zusatzbelastung.“ Zu hören war von einem Ausschussmitglied das Wort „Getto-Bildung“. Wie das Gebiet letztendlich bebaut werde, das werde im späteren Verfahren geklärt, sagte der Bürgermeister. Er nehme mit, dass die vorgestellte Version zu massiv sei. Insgesamt zeigte sich der Ausschuss aber einig, dass die Gemeinde froh sei, dass auf dem Areal etwas passiere. Der Ausschuss machte den Weg für das weitere Verfahren frei.

Es handele sich in der Tat um die erste Vorstellung des Architekten, erklärte Investor Jürgen Stapelbroek am Donnerstag im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Eine baulich abgespeckte Version werde erarbeitet. Jürgen Stapelbroek: „Das Areal wird hochwertig bebaut. Alles andere bringt keinen Erfolg.“