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Masten tragen Blei-Kleid

Legden Die unsichtbare Bedrohung schwebt 30 Meter über ihren Köpfen - dachten die Anwohner der Höchstspannungsleitung über der Siedlung Waldkrone bislang. An ihrer Angst vorm krank machenden Elektrosmog hat sich nichts geändert. Jetzt ist aber eine neue Sorge dazu gekommen: Auch im Boden unter den Strommasten könnte eine Gefahr lauern - Blei.

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Der Acker unter den mit Bleimennige bestrichenen Legdener Höchstspannungsmasten könnte ebenfalls belastet sein. Lüttich-Gür

"Von den bundesweit 20 000 RWE-Höchstspannungsmasten tragen 10 000 einen mehr oder weniger bleihaltigen Anstrich", stellt Marian Rappl (Foto), Sprecher der RWE-Gesellschaft Transportnetz Strom GmbH in Dortmund fest. Bis 1960 seien in Deutschland bei allen Stahlkonstruktionen - ob Strommast oder Eisenbahnbrücke - diese Rostschutzanstriche verwendet worden, so Rappl: "Nicht nur von uns", wie er betont. Auch heute sei Blei-Menninge noch im Großhandel erhältlich. "Wir haben es seit 1960 aber immer weniger und seit 1993 gar nicht mehr eingesetzt", ergänzt der RWE-Sprecher. Fest stehe: Alle Masten, die älter als 48 Jahre sind, haben den bleihaltigen Anstrich erhalten.

BI-Sprecher empört

Auch die rund 80 Jahre alten Masten, die an dem Blumenfeld des Dahliendorfes Legden und einem Spiel- und Bolzplatz vorbei quer durch das Wohngebiet verlaufen. Ob sie aber auch zu den bundesweit 20 älteren Masten auf Privatgrundstücken oder in Kleingartenanlagen gehören, die die RWE selbst als potenziell kritisch bezeichnet, ist noch offen. "Wir veröffentlichen nicht die Standorte, weil wir erst mit den Eigentümern sprechen wollen", so Rappl. Mit deren Einverständnis wolle das Unternehmen die Schwermetallwerte im Boden messen. Wenn sich tatsächlich erhöhte Werte ergäben, könnten die Flächen unzugänglich gemacht oder die Boden ausgetauscht werden. Von einer akuten gesundheitlichen Gefährdung will Rappl aber in keinem Fall sprechen. NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg ist mit diesem Vorgehen, das das Unternehmen mit ihm abgesprochen hat, zufrieden - Andreas Völker (Foto l.) nicht.

Der direkte Nachbar der Legdener 220-KV-Leitung und Sprecher der Bürgerinitiative gegen einen Ausbau zur 380-KV-Leitung bis zum Jahr 2015 kann nicht verstehen, dass die RWE noch weitere Bodenanalysen abwartet: "Wenn man weiß, dass eine eventuelle Gefährdung möglich ist und Alternativen da sind, muss gehandelt werden", steht für ihn fest.

Die sicherere Alternative sei auch in diesem Fall die Verlegung der Nord-Süd-Stromleitung unter die Erde.

Der nächste Strommast ist vom Planschbecken in Völkers Garten gerade einmal einen Steinwurf entfernt. Das Wasser darin stammt aus dem Hausbrunnen. "Genauso wie wir nutzen viele noch einen Brunnen", berichtet der Legdener. Wenn sich, wie die RWE selbst einräumten, Blei im Boden befände, dann sei es wahrscheinlich, dass es auch ins Grundwasser gelangt sei - "und in unsere Nahrungskette", ergänzt er und zeigt auf die Gemüsegärten der Nachbarn. sy-

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Der Acker unter den mit Bleimennige bestrichenen Legdener Höchstspannungsmasten könnte ebenfalls belastet sein. Lüttich-Gür

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