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600-Meter-Zug erneuert Strecke zwischen Dortmund und Lünen

DORTMUN/LÜNEN Die Gleise zwischen Dortmund und Lünen werden in einem aufwändigen Verfahren ausgetauscht, die Bahn setzt einen 600 Meter langen Spezialzug ein. Wir haben das Technikmonster bei der Arbeit begleitet.

600-Meter-Zug erneuert Strecke zwischen Dortmund und Lünen

Zentimeter für Zentimeter erneuert der 600 Meter lange Gleisumbauzug die Gleise zwischen Dortmund-Derne und Lünen.

 Es ist ein ruhiger Sonntagmorgen. Sonnenschein, ein paar Spaziergänger, kaum Verkehr. Für Thomas Hackbusch zu ruhig. Hackbusch ist Chef des RU800S. So heißt der Gleisumbauzug, der in den nächsten Wochen die Gleise zwischen dem Dortmunder und dem Lüner Hauptbahnhof austauschen wird. Doch der gestrige Startschuss der Bauarbeiten verzögert sich. Das 600 Meter lange Monstrum steht still in der Sonne auf dem Bahnhof Dortmund-Derne. „Wir haben Probleme mit der Elektronik. Bei einer Maschine dieser Größe kann immer etwas kaputt gehen“, erklärt Hackbusch.

Technischer Lindwurm

Nach langem Warten starten die schweren Maschinen und endlich kommt Bewegung in die 42 Mann starke Kolonne aus Maschinisten, die den Zug betreuen. Zentimeter für Zentimeter arbeitet sich der hochtechnische Lindwurm jetzt Richtung Lünen. Wie am Fließband werden Schotterbett, Bahnschwellen und Schienen gleichzeitig erneuert. Greifarme hebeln die alten Holzschwellen nach 30 Jahren von ihrem Platz, dann wird der Schotter aufgenommen, gesäubert und wieder eingebaut. Automatisch werden die neuen Betonschwellen in das Schotterbett gelegt und darauf die neuen, 180 Meter langen Schienen verlegt. Eine rollende Fabrik. Der Anblick hat etwas Futuristisches, der vordere Teil des Zuges fährt auf den alten Schienen, der hintere Teil bereits auf neuen Gleisen. Nur in der Mitte hängt das tonnenschwere Fahrzeug in der Luft, während darunter der neue Schienenweg entsteht.

Der Lärm hier lässt jedes Gespräch im Ansatz verstummen. Die Luft riecht nach Motorenöl, auf die Zunge legt sich eine feine Staubschicht vom aufgewirbelten Schotter. Keiner der Maschinisten spricht viel. Monoton ertönt das metallische Klackern der Hebearme, die ständig neue Betonschwellen aus dem vorderen Zugteil transportieren. Das Geräusch erinnert an das Einklinken der Wagen einer Achterbahn. Nur die Geschwindigkeit ist mit 150 bis 200 Meter in der Stunde deutlich langsamer. Bis die insgesamt elf Kilometer Gleise erneuert sind, brauchen Hackbusch und seine Mannschaft noch bis zum 8. August.

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