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Parkplatz-Suche

Behinderter im Knöllchen-Stress

LÜNEN Michael Riedel ist krank. Da trifft es sich scheinbar gut, dass er in dern Nähe des Marien-Hospitals wohnt. Das Problem: Michael Riedel hat ein Auto. Dieses Auto braucht einen Parkplatz, den es in Kliniknähe kaum gibt. Und so gibt es immer wieder Ärger:

Behinderter im Knöllchen-Stress

Michael Riedel hat an den Parkplätzen des Krankenhauses schon viele Knöllchen gesammelt.

Knöllchen und Mahnungen der Stadt stapeln sich bei Michael Riedel. Über 100 Euro haben sich seit Ende Juni angesammelt. „Ich weiß nicht, wovon ich das bezahlen soll“, sagt der Behinderte, der sich zum Falschparken vor der eigenen Haustür gezwungen sieht. Michael Riedel kämpft seit einem Schlaganfall mit den Hürden des Alltags. Obwohl er sich relativ gut erholt hat, ist der Weg vom Haus zum Auto weiterhin anstrengend. In seiner Wohngegend am St.-Marien-Hospital kann er die Parkplätze für zwei Stunden nutzen. Damit hatte er bereits Probleme. „Ich bin durch die Wirkung meiner Medikamente schon oft eingeschlafen und habe die Parkzeit überzogen", erzählt er und zeigt das dadurch kassierte Knöllchen.  

Der nächste mögliche kostenfreie Dauerparkplatz liegt zehn bis 15 Minuten von seiner Wohnung entfernt. Die Möglichkeit,  ein Dauer-Ticket für das Parkhaus des Krankenhauses zu kaufen, kommt für ihn finanziell nicht Betracht. Zudem findet er es „unverschämt“, von den Anwohnern monatlich 50 Euro zu verlangen.

Bei der Stadt habe er bereits versucht, eine Lösung für die Knöllchen und Parksituation zu finden. Über die Reaktionen ärgert er sich sehr: „Die Bearbeiterin sagte, ich sollte einfach nur vernünftig parken“, erinnert er sich. „Ich kann mir vorstellen, dass die Leute bei der Stadt genervt sind und sich eine Menge anhören müssen“, räumt er ein, „aber das hätte nicht sein müssen.“ Zumindest eine Parkgenehmigung für die Abendstunden wäre eine Erleichterung.  

Frank Knoll, Referent des Bürgermeisters, rät, sich in solchen Fällen an das Versorgungsamt in Unna zu wenden. „Das Amt nimmt einen Antrag auf Feststellung des Grades der Bewegungseinschränkung auf“, sagt er. Jemand der beispielsweise im Rollstuhl sitze, könne auf diesem Wege eine Genehmigung für Behindertenplätze bekommen. „Damit darf auf allen Parkplätzen, die nach den Regeln des Straßenverkehrsamts zugelassen sind, geparkt werden“, sagt er.  

Michael Riedel verspricht sich davon keine Hilfe. Gegenüber von seinem Hauseingang befinden sich zwar Schwerbehindertenparkplätze, doch darf er diese nicht nutzen. „Meine Behinderung reicht für einen solchen Parkausweis nicht aus“, weiß er als Mitglied des Behindertenbeirats.

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