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Mitglieder des Photoclubs haben besonderen Blick auf die Stadt

Das verstehen Lüner Fotografen unter „Heimat“

Lünen Fotografen haben stets eine besondere Sicht auf ihre Umgebung. Deshalb haben wir Mitglieder des Lüner Photoclubs und den Fotografen und Wahl-Lüner Claus Marklseder, Autor von Bildbänden, gefragt, welche Bilder bei ihnen unter den Begriff „Heimat“ fallen. Das Ergebnis ist durchaus überraschend.

Das verstehen Lüner Fotografen unter „Heimat“

Das Ufo in Brambauer aus neuer Sichtweise und besonders bearbeitet vom überzeugten Wahl-Lüner Fotografen Claus Marklseder. Foto: Marklseder

Dass er in Bayern aufgewachsen ist, hört man dem Fotografen Claus Marklseder noch an. Aber im Herzen ist der 62-jährige gebürtige Münchner seit vielen Jahrzehnten Lüner aus Überzeugung. Das merkt man auch den Fotos an, die er von der Lippestadt und ihrer Umgebung anfertigt.

Fotostrecke So sehen Lüner Fotografen ihre Heimat

Wolfgang Zimmermanns Spezialgebiet ist die Astrofotografie: "Ich versuche an dunklen Orten die Pracht des Sternenhimmels mit der Kamera einzufangen." Zimmermann ist seit Gründung des Photoclubs 1981 Mitglied.
Wolfgang Zimmermann sagt zu diesem Foto: Ich suche oft interessante Orte, um das Geschehen am Himmel mit meinen Aufnahmen auch anderen Menschen näher zu bringen.
In Bambauer konnte ich mit dem Colaniei die Bewegung der Sterne in einer Langzeitaufnahme visualisieren.
Als ich mitten in der Nacht ankam, habe ich nur wenige Sterne am Himmel sehen können und war gespannt, ob mein Projekt gelingen wird?
Bis 22:30 Uhr wurde der alte Förderturm der Schachtanlage Minister Achenbach angestrahlt, danach hat das Mondlicht den oberen Bereich des UFO’s beleuchtet. 
Mit der Software “Startrails” habe ich dann die 397 Einzelaufnahmen zusammen addieren lassen. Die Feinarbeit erfolgte dann in Photoshop CS5
Am Strand von Zingst entstand dieses Foto von Wolfgang Zimmermann.
An dunklen Orten, wie auf dem Teide auf Teneriffa, lässt sich die Milchstraße in all ihrer Pracht beaobachten, sagt Wolfgang Zimmermann.
Wolfgang Zimmermann: "Ich bin Zuhause in Bork auch mit längerer Brennweite unterwegs, um den Sternen zu folgen. so lassen sich viele Wunder des Weltalls in schönen Fotos festhalten."
Für eine Aufnahme des Pferdekopfnebels kommen dann schon mal Gesamtbelichtungszeiten von mehreren Stunden zusammen
Das 1. Foto wurde im letzten Jahr in Cornwall aufgenommen.
Heimat ist für mich kein Ort, sondern ein Gefühl der Vertrautheit, des Wohlfühlens und insbesondere der Ruhe. So wie an einem einsamen, menschenleeren Strand, wo ich nichts als den Wellen zuhören und somit abschalten kann.
Das 2. Foto ist der Kölner Dom.
Heimat bedeutet für mich aber auch allgemein das Glockengeläut einer Kirche. Dies ist die Erinnerung an meine Kindheit, da ich bis ins Erwachsenenalter, auch nach einem Umzug im Kindesalter, direkt neben Kirchen aufgewachsen bin.
Das Foto von Uwe Meilus zeigt die Lüner Lippekaskade, für mich ein Ort, um mitten in der Stadt „mal kurz abzuschalten“.
Ich wohne jetzt mit meiner Familie seit fast 20 Jahren im Lüner Norden und wir fühlen uns hier auch sehr wohl,
obwohl in Lünen sicherlich nicht alles zum Besten steht. Lünens geografische Lage ist sehr gut, man ist schnell im
Münsterland, und, wenn man es erst einmal bis zur A2 geschafft hat, auch im Ruhrgebiet. Vieles kann man mit dem
Fahrrad erledigen, es gibt nette Gastronomien und selbst der Cappenberger Wald ist für uns fußläufig erreichbar,
also bietet Lünen durchaus eine hohe Lebensqualität.
Mein Name ist Barbara Hensel, bin 52  Jahre, wohne in Bergkamen und bin seit Januar 2014 im Fotoclub Lünen Mitglied. Die Fotografie interessiert mich schon seit meiner Kindheit. Meine erste Spiegelreflex-Kamera habe ich mir 2012 gekauft und seit dem lege ich richtig los.

Die Halde "Großes Holz" in Bergkamen ist für mich Heimat. Hier bin ich mit meiner Hündin Estelle und Freunden mindestens einmal in der Woche zum laufen. Wir bewundern zu jeder Jahreszeit die Gräser und die Weite. Das Bild ist am 25. Februar 2018 entstanden.
Auch an der Ostsee habe ich das Gefühl der Heimat. Wichtig ist für mich, dass meine Hündin dabei ist. Wir genießen den sauberen, weißen Sandstrand und auch hier ist für mich die Weite wichtig.  Dieses Bild habe ich 2016 in Swinemünde (Polen) aufgenommen.
Der Mohrkran am Preußenhafen, fotografiert von Rainer Döring.
Seit einigen Jahren fahren wir regelmässig mit den Wohnwagen nach Hindeloopen / NL Isselmeer. Meistens um Himmelfahrt oder und Pfingsten. Wir fühlen uns mittlerweile sehr heimisch dort. Man hat so ein paar Rituale z.b. gang zum Hafen und Lust auf ein paar lecker Kibbelinge.
"Die Kneipe nebenan" nennt Manfred Boblitz das Bild. Man kennt sich, man trinkt zusammen ein Bier und erzählt, was es in der Nachbarschaft Neues gibt.
"An der Bude" heißt das Bild von Manfred Boblitz, der dazu sagt: Wie immer, eine Zeitung und Zigaretten.
"Heimelig" lautet der Titel dieses Fotos von Manfred Boblitz: Signal nach draußen: Hier ist es gemütlich, hier bin ich zuhause.
"Werkstatt", das Foto von Manfred Boblitz: Alles ist an seinem Platz, ich finde jedes Werkzeug.
Das Foto zeigt die Fördertürme der Zeche Zollern II/IV in Dortmund-Bövinghausen:

Die heimatliche Verbundenheit rührt daher, dass ich als Kind im Dortmunder Westen zwischen
den Fördertürmen der Zechen Germania in Dortmund-Marten; Zollern I/III in Dortmund-Kirchlinde
und der abgebildeten Zollern II/IV in Dortmund-Bövinghausen aufgewachsen bin. Mein Vater arbeitete
auf beiden Zollern Zechen, genauso wie mein Großvater, der vor meiner Geburt auf Zollern II/IV tödlich
verunglückte. Berufsbedingt war ich in der ganzen Welt unterwegs, es bestand aber immer eine starke
Verbundenheit zu dem Menschenschlag dieser Region mit seinem manchmal „etwas spröden“ Charme
und seiner ehrlichen Direktheit.
Dr. Marcus Happe, Hautarzt in Lünen seit 2004

Im Fotoclub Lünen seit 2005, einige öffentliche Einzel- und Gruppenausstellungen

Zeche Zollern Maschinenhalle

Das ist meine Heimat – auch wenn ich nicht mehr selbst in diesen Hallen gearbeitet habe, fühle ich eine große Hochachtung vor dem, was unsere Eltern und Großeltern geleistet und uns den heutigen Wohlstand ermöglicht haben! Heute ist es ein Museum, wir gehen andächtig durch diese Hallen, früher war es laut und schmutzig. Ich liebe diese Industriegemäuer, deswegen bin ich mehrmals im Jahr mit dem Fotoapparat hier unterwegs. Ich hoffe das diese Gedenkstätten des jetzigen Wohlstandes gepflegt und für die Zukunft erhalten bleiben
Eindrucksvolle Impressionen beim Sonnenuntergang
Auch dieses von der Marina in Rünthe stammt von Margot Bürgelt.
Ein besonderer Blick durch die Überreste der alten Graf-Adolf-Straßenbrücke auf das Rathaus.
Das Ufo in Brambauer aus neuer Sichtweise und besonders bearbeitet.
Typisch Heimat Ruhrgebiet - ein Taubenzüchter
Stillleben im Industriezeitalter
Blick auf die alte Graf-Adolf-Straßen-Brücke und die St. Marien-Kirche.
Die Mühle in Lippholthausen.
Winter-Impressionen aus der Mauerstraße
Lichter-Aktion an der Lippe
Ein Kunstwerk aus der Region in Schwarz-Weiß aus dem Bildband von Claus Marklseder.
Sogar Kräne können schön und romantisch aussehen.
Blick auf den Lüner Stadthafen
Ein besonders bearbeitetes Foto von Bäumen.
Die Mitglieder des Photoclubs Lünen. Einige von ihnen haben sich Gedanken zum Thema Heimat gemacht und uns dazu Fotos geschickt, die sie mit dem Begriff Heimat verbinden.

„Ich habe als Hommage an Lünen, meine Wahlheimat, einen umfangreichen Bildband mit dem Titel „Augenblicke des Verweilens“ herausgegeben. An den Fotos erkennt man unschwer, wie liebens- und lebenswert doch Lünen und seine Umgebung ist“, sagt Marklseder. Die Stadt lade zum Bummeln und Verweilen ein. Das Stadtbild habe sich zum Positiven verändert, alleine wenn man an das Hertie-Haus denke. Und er findet, Lünen habe sich zu einer richtig grünen Stadt verändert. Die Lippeauen, die Wälder – hier gebe es viele Erholungsgebiete, die man mit dem Rad oder zu Fuß erreichen kann.

Photoclub hat 44 Mitglieder

Sie sind so unterschiedlich wie ihre Motive, ihre Ideen und die Umsetzung in sehenswerte Bilder – die 44 Mitglieder des Photoclubs Lünen. Zehn von ihnen unterstützen den 1982 gegründeten Club passiv, die anderen gehen regelmäßig mit ihrer Kamera auf Suche nach ungewöhnlichen Motiven.

Zwei mal im Monat treffen sie sich im „Haus Lüggert“ – zum Austausch, aber auch, um bei verschiedenen Wettbewerben ihre Fotos bewerten zu lassen. „Wir besprechen, was kritisiert und gelobt wurde“, so Ralf Heerbrand, seit einigen Jahren Vorsitzender. Auch sein Vorgänger Manfred Boblitz ist mit dabei im Kreis der Männer und Frauen, die nicht alle in Lünen wohnen.

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