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Dauer-Baustelle an der Laakstraße

Händler klagen über Umsatzeinbußen

Nordlünen Thomas Stein ist sauer. „Ich arbeite gerade für einen Stundenlohn von 1,32 Euro“, sagt der Besitzer des Stadtteilladens an der Akazienstraße in Nordlünen. Schuld daran ist laut Stein die Baustelle vor seiner Tür. Und auch andere Händler an Akazien- und Laakstraße klagen.

Händler klagen über Umsatzeinbußen

Viel abgesperrt, aber Zufahrt möglich: Die Situation an der Akazienstraße. Foto: Johanna Mack

Im März habe er einen Umsatzeinbruch von 70 Prozent gehabt, sagt Stadtteilladen-Besitzer Thomas Stein „Wenn das im April wieder so läuft, muss ich überlegen, zu verkaufen und mir einen anderen Job zu suchen.“ Und er ist nicht der Einzige, der unter der Baustelle leidet.

Die Bauarbeiten im Umfeld der Laakstraße machen ihm, aber auch den Betreibern des Artemis Grill, zu schaffen. Dimitri Tsioupis, Geschäftsführer und Sohn der Inhaberin verzeichnet 40 bis 45 Prozent Umsatzverlust, seit die Zugangswege über die Laakstraße, die Ahornstraße und zeitweise auch über die Schulstraße durch Baustellen versperrt sind.

Kanne ist vorübergehend geschlossen

Die Firma Kanne hat ihre Filiale in der Akazienstraße bereits seit dem 2. März geschlossen – bis die Bauarbeiten abgeschlossen sind, dann wolle man wieder eröffnen, versichert Wilhelm Kanne. „Momentan kommen unsere Anlieferer und auch die Kunden nicht durch, deshalb war das die einzige Alternative.“

Viele Kunden der Bäckerei weichen zur Filiale an der Cappenberger Straße aus – Stadteilladen und Imbiss können die fehlenden Kunden aber nicht ausgleichen. Die Stadt entgegnet auf Anfrage, dass die Geschäfte in der Akazienstraße „während der Bauarbeiten unter Berücksichtigung baustellenbedingter Einschränkungen bis auf wenige Meter mit dem Auto angefahren werden“ konnten. Außerdem sei die fußläufige Anbindung immer gewährleistet gewesen und bliebe auch bestehen.“

Beschilderung nicht auf dem aktuellen Stand?

Thomas Stein, Besitzer des Stadtteilladens, sieht das anders: „Autofahrer können sowieso schon länger nicht mehr hier hereinfahren“, sagt er. Aber auch für Radfahrer und Fußgänger sei es „quasi unmöglich“, die Geschäfte zu erreichen, außer, wenn sie Umwege auf sich nehmen. Oft seien sie außerdem nicht ausreichend informiert, weil die Beschilderung nicht auf dem aktuellen Stand sei.

Händler klagen über Umsatzeinbußen

Thomas Stein vom Stadtteilladen (rechts) und Dimitrios Tsiouplis vom Artemis-Grill begutachten einen Straßenplan. Foto: Johanna Mack

Er hat deshalb Flyer gedruckt, die die offenen Wege aufzeigen. „Am Mittwoch vergangener Woche war dann in Richtung Schul- und Ahornstraße alles zu, selbst für Fußgänger“, berichtet Stein. Er habe sich an den Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung (SAL) gewandt, und noch am selben Tag wurde wieder ein Fußgängerweg freigeräumt. „Das lief gut“, räumt Stein ein.

Stadt muss sich an Sicherheitsbestimmungen halten

Dennoch habe er den Eindruck, dass man sich von Seiten der Stadt nicht viel um die Geschäftsleute kümmere. Zwar sei für die Schulbusse auf dem Abschnitt der Laakstraße zwischen der Cappenberger- und der Rudolph-Nagell-Straße ein Ersatzweg eingerichtet worden, für die Geschäfte hätte man sich aber nicht um einen Ersatz bemüht, kritisiert Stein.

Er merkt an, dass ein weiterer Ersatzweg vom früheren Hallenbad-Gelände in Richtung Haus Bössing die Lage entschieden verbessert hätte und fügt hinzu: „Weder die Öffnung des Platanenwegs noch eine Ampelanlage an der Kreuzung Schulstraße/Cappenberger Straße sind gewollt.“ Die Stadt sagt dazu: „Die Durchleitung des Durchgangverkehrs durch die Baustelle Laakstraße ist aufgrund der Sicherheitsbestimmungen leider nicht möglich.“

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Auch Dimitrios Tsiouplis ist unzufrieden. „Wir sind nicht gut informiert worden“, erklärt er im Gegensatz zu Stein, der angibt, von der SAL regelmäßig Informationen bekommen zu haben.

Abschluss der Arbeiten im August geplant

„Auch für uns ist es eine schwierige Situation“, sagt Wilhelm Kanne. „Aber mit solchen Situationen kann man im Firmenleben immer wieder zu tun haben. Ich wüsste nicht, wie man es anders hätte gestalten sollen.“

Immerhin gehen die Arbeiten laut Stadt „sehr gut voran“. „Trotz anfänglicher Schwierigkeiten im Kanalbau (…) wird die Gesamtmaßnahme bis voraussichtlich Anfang August 2018 abgeschlossen sein.“ Konkret soll der Kanalbau an der Laakstraße bis Juni 2018 fertig sein, bis zur Einmündung Rudolph-Nagell-Straße schon bis Ende April. Der Straßenbau folgt bis Mitte Mai (bis Nagell-Straße) und Anfang August (komplett).

Der Kanalbau in der Akazienstraße soll Ende Juni fertig sein, die Straße folgt Anfang August.

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