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Mahnungen an die Wegwerfgesellschaft

Ausstellung in der Stadtkirche Lünen

Mit einer Ausstellung in der Stadtkirche St. Georg möchte die Lüner Initiative gegen globale Armut (Liga) gemeinsam mit dem Dortmunder Depot und der Evangelischen Kirchengemeinde die Besucher dazu anregen, mehr an ihre Umwelt zu denken.

Lünen

von Carolin Rau

, 08.06.2018
Mahnungen an die Wegwerfgesellschaft

Fotograf Micha Ende, Foto-Designer Peter Lutz, Wolfgang Balzer, Pfarrerin Katrin Stückrath und Pfarrer Udo Kytzia eröffneten die Austellung. © Carolin Rau

Eine Frau steht mitten auf einer Müllhalde. Fest in ihren Händen hält sie eine Melone, schon leicht zermatscht. Das Foto neben ihr zeigt einen Mann, der gerade ein Bügeleisen gefunden hat, das vielleicht, so scheint er zu hoffen, noch funktioniert. Aufgenommen wurden die Porträts in Brasilien, im Westen von Rio de Janeiro, auf der letzten offiziellen Abfalldeponie Gericinó. Die Bilder gehören zu der Serie „Schatzsucher“ des Fotografen Micha Ende und sind in der Stadtkirche St. Georg ausgestellt.

Eröffnung in der Stadtkirche

„Neben uns die Sintflut – von den Grenzen unseres Wachstums“ lautet der Titel der Ausstellung, die am Donnerstag (7. Juni) mit einer Vernissage eröffnete. Sie ist eine Kooperation der Lüner Initiative gegen globale Armut (Liga), des Kulturzentrums „Depot“ in Dortmund und der Stadtkirche und möchte sich gegen die „Konsum- und Wegwerfgesellschaft einsetzten“ erklärt Katrin Stückrath, Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde und Mitglied des Liga-Netzwerkes: „Wenn wir weiterhin so wachsen wie bisher, führt uns das an unsere Grenzen. Ein gutes Leben wird dann noch weniger möglich sein.“

Langzeitprojekte von sechs Fotografen

Um Menschen aufzurütteln, organisiert die Liga, deren Jahresprogramm den Titel „Wohlstand ohne Wachstum“ trägt, Veranstaltungen wie die Fotoausstellung, die 2017 bereits im Depot in Dortmund zu sehen war. Neben den Bildern von Micha Ende, der ebenfalls zur Vernissage kam, sind dort auch die Bilder von fünf anderen Künstlern zu sehen. „Diese Bilder sind nicht einfach Auftragsarbeiten, sondern Langzeitprojekte, die durch lange Recherchen und Reisen auch unrentabel sind“, erklärt Peter Lutz, Fotodesigner der Ausstellung im Depot, das soziale Engagement der Fotografen, die sich künstlerisch und auf individuelle Weise mit den Grenzen der Umwelt beschäftigen.

Collagen von Müll

So zeigt Fotografin Mandy Marker Müll, den sie auf Stränden der ganzen Welt gesammelt hat und auf ihren Bildern als Collagen zusammenfügt. Alessandro Grassani lichtete sogenannte Umweltmigranten ab, also Menschen, die vom Land in die Stadt ziehen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. „Im Endeffekt tauschen sie aber Armut gegen Armut“, erläutert Peter Lutz die Bilder des Fotografen.

Die Ausstellung ist montags von 10 bis 12 Uhr, dienstags bis freitags von 10 bis 12 sowie von 15 bis 17 Uhr, samstags von 11 bis 14 Uhr und zu den Gottesdienstzeiten sowie bei Veranstaltungen in der Stadtkirche St. Georg, Kirchstraße 1, geöffnet. Der Eintritt ist frei.