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Gedenkfeier für Lüner Opfer im Südpark

„Tolerant und mutig wie die Widerstandskämpfer sein“

Lünen Vor 73 Jahren wurden sechs Lüner von den Nazis im Rombergpark ermordet. Weil sie Kommunisten waren und Widerstand gegen das Hitler-Regime leisteten. Die Erinnerung an sie wird wachgehalten. Welche Mahnung das Schicksal der Opfer für die Menschen heute hat, wurde bei der Gedenkfeier am Karfreitag deutlich.

„Tolerant und mutig wie die Widerstandskämpfer sein“

Zahlreiche Teilnehmer waren zur Gedenkfeier gekommen, darunter auch Vertreter des Schützenvereins Lünen-Süd, der BVB-Fanclub Schwarz-Gelbe Lüner, Politiker wie SPD-Bundestagsabgeordneter Michael Thews, SPD-Landtagsabgeordneter Rainer Schmeltzer, Gewerkschafter und interessierte Bürger. Foto: Beate Rottgardt

Starke Worte dreier starker Frauen mahnten die zahlreichen Teilnehmer der Gedenkfeier, wachsam zu sein und zu bleiben. Gegenüber antisemitischen, islamfeindlichen und demokratiefeindlichen Tendenzen in unserer Gesellschaft. „Wir sollten tolerant und mutig sein wie die Widerstandskämpfer, die am Karfreitag vor 73 Jahren ermordet wurden. Wir sind es ihnen schuldig, uns weiter für mehr Demokratie einzusetzen und wir müssen uns solidarisch zeigen“, forderte Stefanie Lippelt die Teilnehmer auf. Sie ist Europabeauftragte des SPD-Unterbezirks Unna und Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Oberbecker.

Gedenkfeier am Karfreitag im Südpark

Jens Hebebrand vom SPD-Ortsverein Oberbecker begrüßte die Teilnehmer an der Gedenkfeier.
Der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Horstmar/Preu0en unter der Leitung von Gundula Hubig umrahmte die Gedenkfeier musikalisch.
Am Gedenkstein, der an die sechs Lüner Opfer der Nationalsozialisten erinnert, wurden zwei Kränze niedergelegt.
Stefanie Lippelt, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Oberbecker und Europabeauftragte des SPD-Unterbezirks Unna, hielt eine der Gedenkreden. Sie prangerte an, dass Antisemitismus immer noch gegenwärtig und auch eine ausgeprägte Islamfeindlichkeit zu spüren sei.
Andrea Ohm, Pfarrerin der evangelischen Gemeinde Horstmar/Preußen, schilderte stellvertretend das Schicksal eines der sechs Opfer, Jakob Bink.
Zahlreiche Teilnehmer waren zur Gedenkfeier gekommen, darunter auch Vertreter des Schützenvereins Lünen-Süd, der BVB-Fanclub Schwarz-Gelbe Lüner, Politiker wie SPD-Bundestagsabgeordneter Michael Thews, SPD-Landtagsabgeordneter Rainer Schmeltzer, Gewerkschafter und interessierte Bürger.
Katrin Rieckermann vom Förderverein Steinwache/Internationalem Rombergpark-Komitee, mahnte, nicht zu vergessen und wachsam angesichts wachsender rechter Bedrohung zu bleiben.
Manfred Kolodziejski, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Lünen-Süd, dankte den Organisatoren.
Pfarrerin Andrea Ohm von der evangelischen Gemeinde Horstmar-Preußen schilderte stellvertretend für die sechs Opfer das Schicksal von Jakob Bink. Als er 1945 verhaftet werden sollte, war der Maurer nicht daheim. Am nächsten Tag meldete er sich bei der Wache im Lüner Stadthaus. Weil er nicht wollte, das man stattdessen seinen Sohn verhaftete. Seitdem hatte seine Frau Hedwig ihn nicht mehr wiedergesehen. In mehreren Konzentrationslagern hatte man Bink seitr 1933 gefangen gehalten, über seine Erlebnisse dort sprach er nie. Der „Eiserne Jakob“, wie man ihn nannte, wurde 1945 mehrfach gefoltert und ausgepeitscht. Am Karfreitag vor 73 Jahren wurde der überzeugte und bekennende Antifaschist im Rombergpark erschossen.

Gefährliches Gedankengut

Wie gefährlich rechtes Gedankengut noch heute ist, machte Katrin Rieckermann (Förderverein Steinwache/Internationales Rombergpark-Komitee) deutlich: „In Deutschland keben 12.000 teilweise schwer bewaffnete Reichsbürger und um die 4000 militante Neonazis, die untergetaucht sind.“ Aber auch rechte Parteien versuchten, die Meinung der Menschen in ihre Richtung zu drehen. „Wir müssen im Alltag nicht nur unsere Meinung sagen, sondern auch durch unser Handeln eine friedliche Gegenbewegung zeigen.“

Organisiert hatten die Gedenkfeier die SPD-Ortsvereine Lünen-Süd und Oberbecker und die Industrie-Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie Lünen-Süd.

Seit vielen Jahren wird am Karfreitag im Südpark der sechs Lüner gedacht, die am Karfreitag 1945 im Dortmunder Rombergpark von den Nazis erschossen wurden.

Die sechs Opfer aus Lünen waren Johann Berg, Jakob Bink, August Dombrowski, Bernhard Höltmann. Johann König und Josef Kriska. Sie wurden noch kurz vor Kriegsende von den Nationalsozialisten erschossen..

Bei der Gedenkfeier 2008 hatte Isa Nigge vom Internationalen Rombergpark-Komitee auch noch Alex Uesseler genannt, der früher Lüner Ratsherr war und dann nach Lüdenscheid zog, wo er verhaftet wurde. Auch er starb am Karfreitag 1945 im Rombergpark.

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