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Eltern diskutieren in Lüner Gesamtschule

Wege aus der Mobbing-Falle

Lünen Rund 50 Zuhörer haben in der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen eine Podiumsdiskussion zum Thema Cybermobbing verfolgt. Dabei erfuhren die Eltern, auf welche Symptome sie bei ihren Kindern achten sollten.

Wege aus der Mobbing-Falle

Bei der Diskussion zum Thema Cybermobbing gaben die Podiumsexperten (v.l.) Klaus Beisemann, Silvia Melis, Stefanie Lippelt und Horst-Müller Baß den Eltern Tipps, wie sie ihren Kindern im Fall der Fälle helfen können. Foto: Robert Goelzner

Die Stadtschulpflegschaft Lünen (SSPL) hatte zu der Podiumsdiskussion eingeladen, an der neben SSPL-Vertreterin Silvia Melis auch Horst Müller-Baß (Erster Beigeordneter und Schirmherr des Anti-Mobbing-Projekts), Stefanie Lippelt (Schulpsychologische Beratungsstelle Kreis Unna) und Klaus Beisemann (Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz) teilnahmen.

Worum ging es bei der Veranstaltung?

Die als Elternabend angelegte Diskussion verfolgte zwei Ziele: Zum einen die Eltern über Cybermobbing aufzuklären und zum anderen Lösungen aufzuzeigen, wenn ein Kind Opfer von Mobbing werden sollte.

Was genau versteht man unter Cybermobbing?

Die EU-Initiative „Klicksafe.de“ beschreibt Cybermobbing als das „absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer mithilfe von Internet- und Mobiltelefondiensten über einen längeren Zeitraum hinweg“. Die Entwicklung vor allem in Sozialen Medien macht es besonders einfach, sein Opfer anzugreifen – vor allem, weil die Täter anonym bleiben können. Laut Klicksafe.de stammt der Täter jedoch häufig aus dem direkten persönlichen Umfeld des Opfers, weshalb Cybermobbing oft auch mit Mobbing in der realen Welt einhergeht.

Wie weit ist Cybermobbing in Deutschland verbreitet?

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest kommt in seiner aktuellsten „JIM-Studie“ (Jugend, Information, Multimedia) aus dem Jahr 2016 zu dem Ergebnis, dass in der Altersgruppe der Zwölf- bis 19-Jährigen jeder Dritte (34 Prozent) schon einmal erlebt hat, wie in seinem Bekanntenkreis jemand im Internet oder per Handy fertig gemacht wurde. Die Frage, ob sie selbst schon einmal Opfer von Cybermobbing waren, beantworteten acht Prozent der Jugendlichen mit „Ja“, was deutschlandweit einer Größenordnung von 500.000 Jungen und Mädchen entspricht.

Woran erkenne ich, dass mein Kind gemobbt wird?

„Das Kind ist zuhause auffällig ruhig, zieht sich zurück und ist schon mit kleinen Aufgaben im Haushalt überfordert“, berichtet SSPL-Pressesprecher Robert Goelzner über die Tipps der Experten aus der Podiumsdiskussion. Bei Verhaltensänderungen würde zudem auch die Schule eine Rückmeldung an die Eltern geben. „Darauf sollte man dann auch reagieren.“

Und wie soll eine solche Reaktion aussehen?

„Stefanie Lippelt hat angeboten, Beratungsgespräche über die Caritas zu vermitteln“, so Robert Goelzner. Natürlich können sich Eltern auch direkt an Psychologen wenden, was jedoch mitunter lange Wartezeiten nach sich ziehen würde. „Die Schulsozialarbeiter sind ebenfalls gute Ansprechpartner, außerdem bilden einige Schulen Lehrer und sogar Schüler fort“, sagt der SSPL-Sprecher. An der Kollwitz-Gesamtschule sei es beispielsweise üblich, dass Oberstufenschüler die Patenschaft für neue Fünftklässler übernehmen.

Welche Angebote gibt es in Lünen außerhalb der Schulen?

„Horst Müller-Baß warb dafür, Jugendliche in die Vereine zu integrieren“, berichtet Robert Goelzner. Für diejenigen, die sich ungern in einer Gruppe engagieren, sei das „Lükaz“ mit seinen Streetworkern ein guter Anlaufpunkt – sowohl für Jugendliche, als auch für Eltern, die Hilfe suchen. Grundsätzlich seien die Experten sich einig gewesen, dass es in Lünen ein gutes Beratungs- und Hilfeangebot gebe. „Es muss nur besser publik gemacht werden“, so Robert Goelzner. Deshalb will die SSPL künftig auf ihrer Internet-Seite umfangreich darüber informieren.

Die Homepage der Stadtschulfplegschaft: www.sspl.de

Die EU-Initiative: www.klicksafe.de

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest: www.mpfs.de

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