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Besonders viele Grippefälle in diesem Winter

„Zwischenzeitlich war es kaum zu stemmen“

Lünen Sechsmal mehr Grippefälle wurden in diesem Winter im Kreis Unna gemeldet. Ob die Welle jetzt abklingt, wird unterschiedlich beurteilt.

„Zwischenzeitlich war es kaum  zu stemmen“

In diesem Jahr gab es besonders viele Grippekranke. Foto: dpa

Der Scheitelpunkt sei überschritten, meldete vor wenigen Tagen das Robert-Koch-Institut als oberster Gesundheitswächter. Extrem lange hat sie gedauert, die Influenza-Welle in diesem Endlos-Winter. Bundesweit erreichte der Krankenstand im Februar ein Zehn-Jahres-Hoch. Laut Statistik der Betriebskrankenkassen (BKK) lag der Anteil der Krankgemeldeten an allen Beschäftigten im Vormonat bei 6,2 Prozent.

Wie viele Grippefälle es in Lünen gab, wird statistisch nicht erfasst. Im Kreis Unna registrierte man von Anfang Januar bis Ende Februar 306 Grippefälle, bis zum 27. März waren es 1042. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr wurden im gleichen Zeitraum 169 Grippefälle gemeldet.

Hohe Dunkelziffer

Max Rolke von der Kreispressestelle schätzt die Dunkelziffer noch höher ein. Die Krankheit sei meldepflichtig, wenn sie getestet worden sei. Das sei nicht bei jedem Schnupfen der Fall gewesen. Mit Entspannung sei Mitte bis Ende April zu rechnen.

„Der Scheitelpunkt ist jetzt sicherlich überschritten“, sagt Dr. Berthold Lenfers, Chefarzt am Klinikum Lünen. Über Wochen seien mehr als 40 Grippe-Patienten gleichzeitig behandelt worden, zurzeit sind es elf. Der „Massenanfall“ an Erkrankten sei zwischenzeitlich kaum zu stemmen gewesen, das habe niedergelassene Ärzte genauso betroffen wie den ärztlichen Bereitschaftsdienst und die Klinik-Notaufnahme. Dort habe das Klinikum einen eigenen Wartebereich für Grippe-Patienten geschaffen, um sie zu isolieren. „Der Bereich war immer voll“, so Lenfers.

Mundschutz hat funktioniert

Aufsehen erregte das Krankenhaus, als Ende Januar Mundschutz nicht nur an Mitarbeiter, sondern auch an Besucher verteilt wurde. „Wir wollten nicht, dass die Grippe von außen ins Haus getragen wird“, begründete Geschäftsführer Axel Weinand die Maßnahme. Das habe „exzellent funktioniert“, so Lenfers. Schon vorher hatte das Klinikum die Impffreudigkeit der Mitarbeiter unterstützt. Von 1300 hätten nur elf Grippe bekommen.

In drei Monaten seien 40.000 Mundschutzexemplare ausgegeben worden. Letztlich hätten die Besucher dafür Verständnis gezeigt. Bei Grippe-Patienten habe das Klinikum einen Schnelltest eingesetzt. Innerhalb einer Stunde war klar, um welches Virus es sich handelt. Patienten mit gleichem Virentyp wurden auf den Isolierstationen zusammengelegt. „Die Bettensperrung konnten wir so auf überschaubarem Maß halten“, sagt Lenfers. Insgesamt wurden 355 Influenza-Patienten behandelt. Das erforderte 1877 Isolierungstage. 241 hatten das Virus B, 88 das Virus A und 26 ein sogenanntes RS-Virus.

Kritik an Krankenkassen

Kritik übt Axel Weinand an den Krankenkassen, die nur den Dreifach-Impfstoff bezahlten, obwohl der Vierfach-Impfstoff nötiger gewesen wäre. „Der wäre 5 Euro teurer gewesen“, sagt er.

Dr. Clemens Kelbel leitet das Lungenfachzentrum des Klinikums Westfalen, zu dem die Klinik am Park in Brambauer gehört. Er warnt, es sei noch nicht gesichert, ob die Grippe-Welle tatsächlich abklinge oder es sich nur um einen Zwischentrend handele. Kelbel appelliert, im nächsten Herbst Impfmöglichkeiten zu nutzen. Fürs Impfen plädiert auch Dr. Lenfers.

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