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Zeche Auguste Victoria

RAG sieht keine Gefahr für das Trinkwasser

HALTERN Am 31. Dezember wird die Zeche Auguste Victoria stillgelegt. Müssen die Halterner dann Angst haben, dass mit Giftstoffen versetztes Grubenwasser das heimische Trinkwasser verseucht? Der Bund für Umwelt und Natur (BUND) hatte diese Befürchtungen öffentlich geäußert. Die RAG Deutsche Steinkohle widerspricht.

RAG sieht keine Gefahr für das Trinkwasser

Bergarbeiter kommen am 22.12.2014 in der Zeche Auguste Victoria in Marl (Nordrhein-Westfalen) vom Ende ihrer Schicht aus dem Schacht. Ende 2015 schließt auch die Ruhrgebietszeche im Norden des Reviers Foto: Marius Becker/dpa (zu lnw-KORR.: "Das stille Sterben der Kohle - 2015 schließt vorletzte Ruhr-Zeche" vom 29.12.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Christof Beike, Pressesprecher der RAG, streitet die Gefahr, die von PCB-haltigen Rückständen ausgeht, allerdings nicht ab. Bis Mitte der 80er-Jahre waren nach einem Grubenunglück in Belgien schwer entflammbare PCB-haltige Hydraulikflüssigkeiten und Öle vorgeschrieben. Sie kamen vor allem in Maschinen, Hydraulikanlagen, Transformatoren und Getrieben zum Einsatz.

Allerdings zeigte sich im Laufe der Zeit, dass von PCB (Polychlorierte Biphenyle) als giftige und krebsauslösende organische Chlorverbindungen erhebliche Gesundheits- und Umweltgefährdungen ausgehen.

Hydraulikflüssigkeiten

Christof Beike: „Heute werden Hydraulikflüssigkeiten auf Wasserbasis eingesetzt, die eine Gefährdung ausschließen.“ Es gebe im Rahmen von arbeitsmedizinischer Vorsorge auch keine Hinweise auf eine bedeutsame PCB-Belastung der Mitarbeiter. Kurioserweise, so Beike, stellten Mediziner die höchsten PCB-Werte bei Bergleuten fest, die keinen ausgeprägten Umgang mit Hydraulikflüssigkeiten hatten.

HALTERN Johannes Rau, damals Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, eröffnete am 23. September 1982 die Schachtanlage Auguste Victoria 8 in Lippramsdorf. 33 Jahre später bereitet das Unternehmen den geordneten Rückzug vor. Kohle liegt noch genug in über 1000 Metern Tiefe, aber es fließen keine Subventionen mehr.mehr...

So bleibt für die Zukunft die Sorge, dass mit Rückständen versetztes oder salzhaltiges Grubenwasser nicht unkontrolliert ansteigt und mit dem Trinkwasservorkommen in Berührung kommt. Dafür müssen auf Ewigkeit Pumpen betrieben werden.

Modernste Technologie

Das ist eine von vielen Aufgaben der RAG-Stiftung nach der Beendigung des aktiven Steinkohlenbergbaus. Modernste Pumptechnologie sorgt schon jetzt dafür, dass das Wasser aus mehreren hundert Metern Tiefe über Steigleitungen zutage gefördert und von dort aus überwiegend in speziellen Grubenwasserleitungen in Flüsse eingeleitet wird.

Menge und Qualität werden laut Beike ständig durch unabhängige Mess-Institute überwacht. Etwa 80 Millionen Kubikmeter Wasser gelangen jährlich von unter Tage in Lippe, Emscher, Ruhr, Rhein und Ems.

Sicherheitsabstand

Christof Beike: „Um Vorkommen wie etwa die Halterner Sande nach Ende des Bergbaus zu schützen, lässt die RAG das Grubenwasser nur bis zu einem unkritischen Niveau ansteigen und gewährleistet einen Sicherheitsabstand von mehr als 150 Metern zwischen Gruben- und Trinkwasserhorizonten.“

Das Grubenwasser von AV 8 beispielsweise wird nach Richtung Lohberg und Walsum und dann in den Rhein gepumpt. Sukzessive, bis 2035 stellt die RAG ihr Grubenwasserkonzept um, dann sollen nur noch sieben zentrale Wasserhaltungen das Wasser in NRW heben. Die Emscher wird komplett befreit, die Lippe erhält eine Entlastung um 50 Prozent. 


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