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BKA-Chef Ziercke im Haus Villigst: "Gefahrenabwehr stößt an Grenzen"

VILLIGST "Wie viel kostet unsere Sicherheit?" Beim Promovierenden-Treffen des Evangelischen Studienwerkes im Haus Villigst drehte sich alles um diese Frage. Prominenter Gast war Jörg Ziercke, Präsident des Bundeskriminalamts (BKA).

BKA-Chef Ziercke im Haus Villigst: "Gefahrenabwehr stößt an Grenzen"

Jörg Ziercke, Präsident des Bundeskriminalamtes, sprach im Haus Villigst zum Thema Sicherheit.

Was passiert, wenn es in Zeiten von Terrorismus zur Gratwanderung zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit kommt? Aleksandra Lewicki, die die Organisation und Moderation für die Tagung übernahm, lud dazu einen Experten ein. "Er ist seit 1967 im Polizeidienst und seit 2004 Präsident des BKA", erklärte sie - gemeint war BKA-Chef Ziercke.Terror-Globalisierung als großes Problem

Danach ergriff der Mann, der sich jeden Tag um die Sicherheit der Menschen im Land kümmert, selbst das Wort und präsentierte sich den rund 100 Promovierenden. "Globalisierung und Internationalisierung von Terrorismus lassen die Strafrechtspflege und Gefahrenabwehr an ihre territorialen und funktionalen Grenzen stoßen", sagte Ziercke.

"Das Internet ist die Fern-uni für Terrorismus"

Doch was bedeute das genau? Man könne es zum Beispiel so erklären: "Das Internet ist die Fern-Uni für Terrorismus", wie der BKA-Präsident es mit einfachen Worten sagte. Das weltweite Online-Netz werde immer mehr zum Propaganda-Medium oder zum virtuellen Trainingscamp für Terroristen. Sogar Bombenanleitungen könne man dort finden.

Vertausendfachung von Straftaten im Netz

"Es entstand eine Vertausendfachung der Kinderpornografie und des Missbrauchs", listete Ziercke einen weiteren Punkt auf. In Deutschland seien wir schon mehr als ein Mal einem Attentat nur knapp entkommen. Man erinnerte sich an die Kofferbomben in Regionalzügen, die nur wegen eines Zündfehlers nicht explodiert waren. "Da haben wir einfach nur Glück gehabt."

Wohnortüberwachung soll in Ausnahmefällen möglich sein

Hinzu kamen zahlreiche aufgedeckte Planungen von Anschlägen. Um dies zu verhindern vertritt der BKA-Präsident die Meinung, dass in solchen Ausnahmefällen die Wohnortüberwachung ein gutes Mittel der Gefahrenabwehr sei. "Im Jahr haben wir etwa 10 000 Tatverdächtige im Bereich der organisierten Kriminalität", nannte der Experte Fakten. Anschließend nahm sich der BKA-Präsident noch die Zeit, in einer offenen Diskussionsrunde zu Fragen und Meinungen Stellung zu beziehen.

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