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Lichtkunst im Aschenbecher

SCHWERTE Immer wieder „Tausend blaue Kringel“. Gar nicht mehr aufhören mochten die Kneipenkultur-Seligen, ihre neue Hymne zu schmettern.

Lichtkunst im Aschenbecher

Immer wieder musste das Original Ruhrtaler Moritatentrio Heimatscholle den Refrain der neuen Vereinshymne anstimmen.

Was deutschen Schlagerbeiträgen beim Grand Prix wohl auch in die nächsten zehn Jahren nicht gelingt, schaffte das Original Ruhrtaler Moritat-Trio Heimatscholle (vorwiegend) festkochend per Senkrechtstart: Seine Vereinshymne für den „Club für Kneipenkultur und Tabakgenuß“ wurde bei der Weltpremiere unangefochten zur Nummer eins. Dabei donnerte harte Konkurrenz durch das Clublokal „Zur Waage“. Nicht nur „Die Rose vom Hengsteysee“ oder „Der Mond von Wanne-Eickel“, sondern vor allem der Gassenhauer von Wirt Hermann Kühne. Wie von seinen Gästen ersehnt, packte er das Akkordeon aus, um seine Peter-Alexander-Version „Die kleine Kneipe bei Hermann in Schwerte“ anzustimmen.Ein Hort der Kneipenkultur Dessen Schankraum am Postplatz erwies sich beim ersten Vereinsfest des neu gegründeten Clubs wieder einmal als Hort der Kneipenkultur. „Die wird immer belächelt, ist aber da“, wusste Vorsitzende Meike Corina Kühne: „Wir wollen das jetzt zelebrieren.“ Fahlweiß geschminkt, entführte „Schwarzwald-Klinik“-Prof. Gerd Brinkmann seine illustre Studentenrunde literarisch in Auerbachs Keller. Im Lehnstuhl nebenan gab der „Touristik-Agent“ mit der Mitgliedsnummer 007, Uwe Fuhrmann, Schmankerln von Joachim Ringelnatz zum Besten.Ein leuchtender Höhepunkt  Den leuchtenden Höhepunkt indes setzte Uwe Bittner. „Schwerte ist eine Hochburg der Lichtkunst“, sah sich der Heimatscholle-Gitarrist herausgefordert, zwei Aschenbecher zu illuminieren. Teelichter adelten die sonst so profanen Kippensammler in ein Kneipenkunstwerk – perfekt gemacht durch ein Grillzubehör. „Jetzt stellen wir sie auf den Rost“, prustete Bittner vieldeutig hinaus, während sich die ganze Waage vor Lachen kringelte.Vereinsflagge schlägt Purzelbäume Purzelbäume schlagen wollte sogar die Vereinsflagge mit dem Zigarettenemblem, die „Fahnenfrau“ Silke Luzius erstmals hoch oben über der Eingangstür gehisst hatte. Gleich mehrfach wickelte sich das Tuch um seinen vom silbrigglänzenden Adler gekrönten Stab, während von unten aus den geöffneten Fensterflügeln immer wieder „Tausend blaue Kringel“ aufstiegen. 

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