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Urteil für Schwerter Tankstellenräuber

Mehr als 4 Jahre für 30-Sekunden-Überfall

Schwerte Der Tankstellenräuber (48) vom Holzener Weg ist am Montag am Hagener Landgericht zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden - obwohl die Richter die Tat als besonders schweren Raub werteten.

Mehr als 4 Jahre für 30-Sekunden-Überfall

Die Esso Tankstelle am Holzener Weg wurde im Oktober überfallen. Foto: Bernd Paulitschke

Der drogensüchtige Schwerter hatte am 9. Oktober 2017 in der Esso-Tankstelle 430 Euro erbeutet, war dann aber kurz danach auf seiner Flucht von aufmerksamen Zeugen festhalten worden.

Die Richter werteten die Tat als besonders schweren Raub, ließen jedoch beim Strafmaß –- nicht zuletzt wegen des miserablen Zustands des Räubers zur Tatzeit (einerseits Drogen-Suchtdruck, andererseits 1,55 Promille Alkohol im Blut) – Milde walten. Richter Jörg Weber-Schmitz sprach beim Urteil von einem „Teufelskreis“. Denn Rauschgift dominiere bereits seit Jahren das Leben des Angeklagten.

Prozess nach Überfall auf Schwerter Esso-Tankstelle

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Der Schwerter war vor sechs Monaten gegen 18.30 Uhr maskiert und bewaffnet in den Verkaufsraum der Tankstelle am Holzener Weg gestürmt, hatte die Kassiererin bedroht und sich von der Frau das Bargeld aus der Kasse in eine weiße Tüte packen lassen. Dann war er geflüchtet, konnte jedoch von zwei Zeugen eingeholt, gestellt, niedergeschlagen und letztlich der Polizei übergeben werden.

Geständnis abgelegt

Im Prozess hatte der 48-Jährige über seinen Verteidiger Andreas Trode sofort ein Geständnis abgelegt. Dabei hatte der seit Jahren schwer drogenabhängige Angeklagte als Motiv einen massiven Angstzustand wegen eines drohenden, schmerzhaften Rauschgiftentzugs geschildert. Laut Urteil soll der massiv vorbestrafte Schwerter (25 Einträge im Strafregister) zur Bekämpfung seiner Sucht einen Teil der Haftstrafe in einer geschlossenen Drogen-Entzugsanstalt verbüßen dürfen. Bis zum Antritt der Therapie muss der 48-Jährige jedoch noch einige Jahre in Haft hinter sich bringen.

Wie bekannt wurde, wurden inzwischen mehrere zunächst zur Bewährung ausgesetzte Haftstrafen widerrufen. Noch ohne den über vierjährigen „Nachschlag“ durch das Urteil von heute, ist das Haftzeitende bereits jetzt auf frühestens Ende 2021 terminiert.

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