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Pannen beim Umzug der Grundschule Ergste

Stadt hat seit Jahren zu wenig Personal im Baubereich

Schwerte Einen Tag nach Eröffnung wieder gesperrt. Am dritten Tag wiedereröffnet mit Feuerwehrleuten als Brandwache. Was lief schief beim Schulumzug in Ergste? Stadtarchitekt Marco Tröger gibt Antworten. Klar ist, man hatte zeitlich äußerst knapp kalkuliert.

Stadt hat seit Jahren zu wenig Personal im Baubereich

Lehrer Lempel weist auf die Brandschutzmängel in der neuen Evangelischen Grundschule Ergste hin. Foto: Foto: Reinhard Schmitz


Wie kam es dazu, dass das neue Gebäude der Grundschule Ergste bereits am Tag nach ihrer Eröffnung wieder gesperrt werden musste? Auf diese Frage antwortete der städtische Architekt, Marco Tröger, am Mittwochabend im Schulausschuss der Rates. Dabei wurde deutlich, dass man bei der Bauplanung teilweise auf Lücke gesetzt hatte.

Umzug am 23. Februar beschlossen

„Am 23. Februar wurde der Umzug der Schule auf den 9. April terminiert“, berichtet Tröger. Damals fehlten die Fluchttreppen, die wegen des Brandschutzes vorgeschrieben waren und die Einrichtung der Küche noch. „Die Treppen sollten nach Absprachen mit dem Schlosser am 26. Februar gebaut werden“, so Tröger. Doch die Firma kam nicht.

Baubeginn für Treppen am 15. März

In erneuten Gesprächen habe man dann den Baubeginn der ersten Treppe für den 15. März festgelegt. Den de zweiten auf den 19. März und den der dritten Treppe auf den 26. März. Die Bauzeit für die verzinkten Stahlkonstruktionen war mit fünf und für den letzten Treppenturm vier Tage angesetzt. Schon das war äußerst knapp. Und die Treppenbauer wurden auch nicht im verabredeten Zeitraum fertig. Trotzdem habe bis zum Schluss die Aussicht bestanden, dass das Gewerk bis zur Eröffnung fertig sei. Deshalb habe man auch die Bauabnahme so weit nach hinten verlegt. Letztlich fand sie an jenem Morgen statt, als die Schule bereits in Betrieb genommen war, mit dem Ergebnis, dass an den Fluchttreppen Geländer fehlten.

Schon jetzt 9000 Euro Kosten für Feuerwehr

Das Resultat: Die Schule blieb am zweiten Schultag gesperrt. Seitdem muss die Feuerwehr dort Brandwachen einsetzen. Kein billiger Spaß. Bereits bis vergangenen Freitag seien da über 9000 Euro Kosten aufgelaufen. Denn ein ausgebildeter Feuerwehrmann, der dort samt Ausrüstung im Einsatz ist, wird von der Stadt mit 30 Euro pro Stunde berechnet. „Wir werden die Kosten dem Treppenbauer in Rechnung stellen“, kündigte Tröger an.

Der hatte bereits in dieser Woche wieder eine Frist versäumt. Denn eigentlich sollten die Treppen am Mittwoch fertig sein. Eine Begehung mit dem Statiker brachte aber weitere Mängel an den Tag. So müssen an einer Treppe Schrauben ersetzt werden, an einer anderen Elemente zur Zugentlastung eingearbeitet.

So lange wird wohl auch noch die Feuerwehr ihren Dienst in der Schule leisten müssen. Neuer Termin: Der kommende Mittwoch. „Erst wenn die Treppen fertig sind, wird darüber entschieden, wann die Brandwache abgezogen wird“, so Schuldezernent Hans-Georg Winkler.

Küche lässt auf sich warten

Auch die Inbetriebnahme der Küche lasse noch auf sich warten. Die Küche werde zwar derzeit montiert, aber selbst wenn sie fertig sei, dauere es noch bis zur Inbetriebnahme. Die Stadt geht davon aus, dass die erst nach den Pfingstferien betriebsbereit sei. Aktuell geht die Stadt davon aus, dass die Sanierung des Gebäudes der ehemaligen Schule an der Ruhr 2,45 Millionen Euro kostet. Gestartet war man mit einer Kostenschätzung von 1,7 Millionen Euro.

Ich warte seit Jahren auf Personal

Warum es bei großen Baumaßnamen der Stadt immer wieder zu Verzögerungen und Kostensteigerungen komme? Einen der Gründe erklärt Marco Tröger immer wieder gebetsmühlenartig: Die zuständige Stelle der Stadt ist chronisch unterbesetzt. „Ich warte seit Jahren auf Personal“, klagt Tröger. „Wir müssen seit Jahren schon priorisieren und arbeiten fast nur noch die Aufgaben ab, die wegen Fördermitteln vorgezogen werden müssen.

Ein Zustand, den der neue Bürgermeister Dimitrios Axourgos ändern will. Er hatte angekündigt, die Abteilung zu stärken.

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