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Verrückt ins Zentrum: Tagesklink feierte Jubiläum mit offener Diskussion

SCHWERTE Welche Bedürfnisse hat ein Mensch mit einer psychischen Krankheit? Welchen Bedarf hat dieser Mensch dann an Hilfe von Außen, Unterstützung, Motivation? Und am Allerwichtigsten: Wie sind diese beiden Punkte zu vereinen? Das war Thema einer "Open-Space"-Konferenz anlässlich des 25-jährigen Bestehens der psychiatrisch-psychotherapeutischen Tagesklinik Schwerte.

Verrückt ins Zentrum: Tagesklink feierte Jubiläum mit offener Diskussion

Vorträge gab es nicht. Jeder konnte mitdiskutieren oder gehen, wenn das Thema ihm nicht passte.

Nach dem Festvortrag von Dr. Ulrike Pfau Tiefuhr am Freitagabend in der Rohrmeisterei bildete die „Open Space“-Konferenz an der VHS den zweiten Teil der Veranstaltung „Verrückt ins Zentrum“ der psychiatrisch-psychotherapeutischen Tagesklinik Schwerte. Konzept dieser Konferenz ist, dass es keine Vorträge gibt und die Besucher alle Konferenzräume beliebig betreten oder verlassen können. Jeder kann ein eigenes Thema vorschlagen „Jeder ist willkommen, ob Betroffener oder Angehöriger“, sagt VHS Chef Jochen Born. „Und jeder hat die Chance ein eigenes Thema zur Diskussion vorzuschlagen.“ Auf einer großen Tafel wurden die verschiedenen Themen mit „Einberufern“ und Teilnehmern aufgeführt, so dass Interessierte stets informiert waren, wo und wann welches Thema erörtert wurde. „Wer kommt, ist die richtige Person“ und „Offenheit für das, was geschieht“ waren zwei der Regeln, die auf großen Plakaten an den Wänden hingen. „Wir wollten keine Fachvorträge, sondern alle mit einbeziehen“, erklärte Dr. Brigitte Huse, die die Konferenz begleitete und moderierte. „Wer nicht interessiert ist, kann jederzeit den Raum verlassen und zu einer anderen Diskussion wechseln.“ 60 Teilnehmer Das Konzept ging auf. Über 60 Teilnehmer lauschten dem Eröffnungsvortrag und um die Mittagszeit war auf der Tafel kaum Platz für weitere Themen. Sogar am Buffet bei Kaffee und Kuchen wurde munter weiterdiskutiert, ob über Hilfe zur Selbsthilfe, Rat für Angehörige oder Fragen zur Finanzierung. Für zusätzliche Informationen hatte die Informationsstelle für Selbsthilfegruppen „K.I.S.S“ einen Stand mit Broschüren und Büchern aufgebaut. Am Ende der Veranstaltung einigten sich die Arbeitsgruppen auf vier Themen, die weiterdiskutiert und ausgearbeitet werden. Dazu gehören Angebote zu Kinder und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen, bzw. psychisch erkrankte Eltern, Hilfen zur Arbeit und Umgang mit Arbeitsbelastung, Psychiatrie in der Schule und die Einrichtung eines Kulturcafés. Die Ergebnisse werden im Herbst allen Teilnehmern und der Öffentlichkeit vorgestellt.

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