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Von Gleis 7 hat die Stadt Schwerte nur aus der Presse erfahren

Verwaltung kein Partner beim Jugendprojekt

Schwerte Per Pressemitteilung erklärte Stadtplaner Adrain Mork am Mittwoch, die Stadt sei kein Projektpartner beim Jugend- und Sozialprojekt Gleis 7. Und auch wenn Mork im Wahlkampf genau dieses Projekt gemeinsam mit dem VSI der Presse vorgestellt hatte, hieß es: Die Stadt habe davon nur aus der Presse erfahren.

Verwaltung kein Partner beim Jugendprojekt

Wohl nur privat war Adrian Mork (r.) in das Projekt eingebunden. Hier bei der Pressevorstellung von Gleis 7 im Februar. Eingeladen dazu hatte allerdings der VSI.. Schmitz (A) Foto: Foto: Reinhard Schmitz


Bei der Idee, in einem ehemaligen Gebäude der Bahn hinter dem Bahnhof ein Sozial- und Jugendprojekt anzusiedeln, sei die Stadt kein Projektpartner. In einer Presseerklärung der Stadt von Mittwoch wird Fachbereichsleiter Adrian Mork mit den Worten zitiert: „Die Stadtverwaltung ist bisher kein Projektpartner, freut sich aber auf den anstehenden Dialog.“

Im Wahlkampf erstmals vorgestellt

Dabei war es gerade Mork, der das Projekt in seinem Bürgermeisterwahlkampf erstmals vorgestellt hatte. Im Februar hatte er gemeinsam mit VSI, Studio 7 und der Ruhrakademie eine Pressekonferenz an der Margot-Röttger-Rath-Straße vor der Halle gegeben. Dort hatte man ein Nutzungskonzept vorgestellt. Die Halle solle für die „Jungen Wilden“ der Stadt ein Zentrum werden. Der VSI wollte zudem im Anbau des Gebäudes einen Treffpunkt für die sogenannte Stadtparkszene schaffen.

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Damals hatte man noch von Zuschüssen aus Städtebauförderungsmitteln gesprochen, auf die man hoffen könne. Und Adrian Mork hatte auch erklärt, dass man zumindest schon vorsorglich beim Ausbau der Straße Leerrohre in das Gebäude eingezogen habe. Denn das Gebäude sei seit einiger Zeit ohne Strom und Wasseranschluss.

Stadt hat keine konkreten Nutzungsüberlegungen

In der aktuellen Presseerklärung der Stadt vom Mittwoch heißt es aber nun: Bei der Stadt gebe es keine konkreten Nutzungsüberlegungen für die Halle. Und wörtlich: „Überlegungen, die Halle für Jugendkultur zu nutzen, sind der Verwaltung offiziell bisher nur aus der Presse bekannt und müssten erst durch Untersuchungen am Gebäude auf eine Faktenbasis gestellt werden.“

Die Halle, die einst die Fruchtbörse Limberg beheimatet, wurde zuletzt von der Stadt als Salzlager genutzt. Derzeit ist sie bis 2019 an die Deutsche Bahn vermietet.

In der vergangenen Woche hatte die CDU-Ortsunion Schwerte-Mitte das Gebäude von außen besichtigt und erklärt, man werde das Projekt politisch nicht aus den Augen verlieren.

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Kommentar

Wäre Schwerte Washington und die Politik eine Folge der Erfolgsserie „House of Cards“, dann wäre der Plot der Geschichte wohl folgender: Nach der verlorenen Wahl möchte die Opposition die Regierung bloßstellen und rückt ein Projekt in den Vordergrund, das einst ihr Kandidat im Wahlkampf zu seiner Sache machte. Ein Projekt, das finanziell die Stadtkasse arg belasten könnte, aber inhaltlich auch zu den Zielen des Wahlgewinners gepasst hätte. So könnte man diesen als Blender überführen, der im Grunde für die Jugend nur wenig tun will. Der neue Amtsinhaber dreht aber den Spieß um und lässt den ehemaligen Gegenkandidaten, dessen Chef er nun ist, eine offizielle 180-Grad-Wendung machen und damit als Blender dastehen. Ja, so wäre das in einer Seifenoper. In Schwerte geht es allen zum Glück aber nur um das Beste für die Stadt.

Heiko Mühlbauer

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